CDU Kupferdreh/Byfang gegen Kirchenschließung in Dilldorf

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Kupferdreh/Dilldorf. Der Ortsverband der CDU Kupferdreh/Byfang hat sich in seiner am Dienstag stattgefundenen Vorstandssitzung einstimmig GEGEN die Schließung der katholischen Kirche St. Mariä Geburt im Kupferdreher Ortsteil Dilldorf als Gottesdienststätte ausgesprochen.

Das von den Gremien der Pfarrei St. Josef Ruhrhalbinsel beschlossene Seelsorge- und Standortkonzept, dass nun in kürzester Zeit die Schließung der zweiten und letztverbliebenen katholischen Kirche im Stadtteil Kupferdreh vorsieht, stößt bei den örtlichen Christdemokraten auf gänzliches Unverständnis, größte Verärgerung und Ablehnung. Sei die Schließung der Kirche St. Josef – immerhin Namenspatron der XXL-Gemeinde – aufgrund des schwerwiegenden kirchlichen Anpassungsprozesses für die Kupferdreher Gemeinde schon äußerst schmerzhaft und problematisch gewesen, die Wunden bis heute noch nicht ganz verheilt, so sei der aktuellen Beschluss, der faktisch die komplette Zerschlagung der sakral-gemeindlichen Infrastruktur der katholischen Kirche in Stadtteil Kupferdreh vorsieht, nun mit aller Entschiedenheit zurückzuweisen.

Dabei verweisen die Christdemokraten in ihrer klaren Haltung der kircheninternen Entscheidung gegenüber ausdrücklich auch auf die Position der deutschen Bischofskonferenz, die betont, dass Kirchenbauwerke nicht allein der Gemeinde gehören, sondern ein allgemeines Kulturgut sind:

Die Erhaltung kirchlicher Kulturgüter ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen, das auf Traditionen begründet werden kann: Denn nicht nur für die Kirchengeschichte, auch für die Lokal- und Kulturgeschichte sind kirchliche Kulturgüter seit jeher von herausragender Bedeutung. Sie sind mehr als nur Funktionsträger, die den partikularen Interessen einer Kirchengemeinde dienen. Sie gehören zum Erbe der gesamten Bevölkerung.“

Wilhelm Kohlmann, CDU-Bezirksvertreter und Kulturbeauftragter der Ruhrhalbinsel bringt es für die Politik deutlich auf den Punkt:

Wenn kirchliche Kulturgüter der gesamten Bevölkerung gehören, dann muss die Bevölkerung zumindest in den Schließungs-Entscheidungsprozess einbezogen werden. Zumal die Kirche St. Mariä Geburt das älteste Sakralbauwerk auf der Ruhrhalbinsel ist und unter Denkmalschutz steht. Denkmalschutz ist jedoch eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und fällt somit in die Zuständigkeit der Bezirksvertretung. Wir wollen daher Erklärungen für diese Vorgehensweisen, in der die Pfarrei einseitige Entscheidungen trifft ohne die Öffentlichkeit einzubeziehen. Transparenz sieht anders aus. Wir können in diesem Prozess nur die Öffentlichkeit herstellen, mit der berechtigten Betroffenheit der Gläubigen muss die Kirche selbst umgehen und sich vor ihnen verantworten. Wir alle hoffen, dass die Folgen dieser Entscheidung noch zu heilen sind und die Kirchenaustritte nicht noch weiter zunehmen.“

Ratsherr Dirk Kalweit, Vorsitzender der CDU Kupferdreh/Byfang, erweitert die Kritik:

Kirchen sind Leuchttürme unserer gemeinsamen religiös-kulturellen Identität sowie stadtbildprägende Landmarken. Die christlichen Gemeinden als haupt- und ehrenamtliche Kristilationspunkte prägen unsere Stadtteile nachhaltig und sind oftmals der gemeinsame Kitt, der den gesellschaftlichen Zusammenhalt garantiert. Die Themen Flüchtlingsbetreuung oder Nachbarschaftshilfe in der Coronakrise dokumentieren dies beispielhaft und eindrucksvoll. Die aktuelle kirchliche Entscheidung, die Kirche St. Mariä Geburt zu schließen, mit all den negativen Auswirkungen auf die Gemeinde, hat daher in ihrer Bedeutung nicht nur kirchlich-gemeindliche Konsequenzen, sondern sie wirkt weit in die Säkulargesellschaft hinein. Von einer `Körperschaft des öffentlichen Rechts` erwarten wir daher mehr gesamtgesellschaftliche Verantwortung als es diese „par ordre du mufti“ Entscheidung erkennen lässt. Gerade Bischof Overbeck hat auf die Rolle der Kirche in Bezug auf gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge im Kontext der Causa Contilia noch einmal eindringlichst hingewiesen. Was für Contilia gilt, gilt gleichbedeutend für die letztverbliebene katholische Kirche in Kupferdreh.

Die CDU Kupferdreh/Byfang fordert politisch, dass in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Ruhrhalbinsel das Thema auf die Agenda kommt. Im Rahmen des dialogischen Prozesses mit der Gemeinde sowie den offiziellen Vertretern der katholischen Kirche wollen die örtlichen Christdemokraten nun eruieren, wie der Schließungsbeschluss abgewendet und das für den Stadtteil unverzichtbare gemeindliche Leben aufrecht erhalten werden kann.

Autor:

Dirk Kalweit aus Essen-Ruhr

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