Essener Klaus Weiss rettet Hunde aus spanischer Tötungsstation

Tierfreund Klaus Weiss, hier mit Pflegehündin „Flecha“, die aus der Perrera gerettet wurde und inzwischen ein neues Zuhause in Bremerhaven gefunden hat, vor der Garage mit den Hilfsgütern für die spanischen Hunde     Foto: nxs
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  • Tierfreund Klaus Weiss, hier mit Pflegehündin „Flecha“, die aus der Perrera gerettet wurde und inzwischen ein neues Zuhause in Bremerhaven gefunden hat, vor der Garage mit den Hilfsgütern für die spanischen Hunde Foto: nxs
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Sunday macht ihrem Namen alle Ehre. Wenn sie auf der Bildfläche erscheint, dann geht für Klaus Weiss und seine Frau Angelika die Sonne auf. Die neunjährige Rauhaar-Podenco-Dame ist aus der „Perrera“ - der Tötungsstation - in Castilla de la Mancha/Spanien gerettet worden und hat bei Familie Weiss ein liebevolles, endgültiges Zuhause gefunden.

Es war eine ganz bewusste Entscheidung für die beiden Essener Tierfreunde, einen Hund aus einer Tötungsstation zu sich zu nehmen: „Wir wollten einem Tier helfen, dessen Situation lebensbedrohlich ist“, erklärt Klaus Weiss.
Sunday ist gerettet, im neuen Zuhause in Steele geht es ihr hervorragend. Doch die Gedanken an die anderen Hunde in der „Perrera“ des Örtchens Villamalea in der Region La Mancha ließen Klaus Weiss nicht los. Daher hat sich der Essener vor einem Jahr entschlossen, selbst Mitglied im gemeinnützigen Tierschutzverein „Nothunde La Mancha e.V.“ zu werden, über den Sundays Adoption gelaufen ist, und tatkräftig dabei mitzuhelfen, auch andere Hunde zu retten und ihnen ein Leben in Würde zu ermöglichen.
Der gemeinnützige Tierschutzverein „Nothunde La Mancha e.V.“ ist aus einer privaten Initiative langjährig im Auslandstierschutz engagierter Tierschützer hervorgegangen und wurde Anfang 2010 gegründet. „In Spanien hat praktisch jeder Ort eine Perrera, eine kommunale Tötungsstation“, erläutert Klaus Weiss. Zusammen mit ihren ehrenamtlichen spanischen Mitabeitern wollen die deutschen Tierschützer die Perrera in Villamalea/La Mancha in ein Tierheim umwandeln, das von der Bevölkerung akzeptiert - im besten Falle unterstützt - wird. „Dafür,“, so Klaus Weiss, „ist ein Umdenken bei der Bevölkerung nötig. Wir arbeiten daran, den Leuten den Tierschutzgedanken, insbesondere der jüngeren Generation, näher zu bringen.“

Die Perrera ist idyllisch gelegen, aber kein schöner Ort

Die Perrera liegt mitten im Nirgendwo auf einer Anhöhe, umringt von Weinreben, nahe der Gemeinde Villamalea. Eigentlich ganz idyllisch, doch ein schöner Ort ist dies nicht: „Deutsche Maßstäbe darf man hier nicht anlegen. Die Hunde sind in Einzelzellen à 1,5 m² untergebracht.“ Einen direkten Austritt nach draußen ,wie in vielen deutschen Tierheimen, gibt es nicht. Einige Zellen sind so kaputt, dass sie nicht belegt werden können. Immerhin gibt es einen Innenhof, der den Hunden Auslauf bietet. Und die Perrera ist eine Zuflucht für die Tiere, ein Dach über dem Kopf mit regelmäßigiger Versorgung mit Futter, Wasser, Spaziergängen und Spielstunden sowie medizinischer Betreuung, Reinigung der Zellen, Liebe und Fürsorge - dank der Ehrenamtler vom Nothunde La Mancha e.V. Außerdem führen die Tierschützer zusammen mit Tierärzten Kastrationsaktionen durch, um die Hundepopulation einzudämmen und das Tierleid zu mindern.
Platz bietet die Perrera für 20 Hunde. Ist die Kapazitätsgrenze erreicht, wird die „Tötungsstation“ ihrem Namen gerecht und gesunde Hunde werden eingeschläfert. Dass es dazu seit 2010 nicht mehr kommen musste, ist den Tierschützern zu verdanken. „Wir haben mit dem Bürgermeister ein Abkommen erzielen können, dass kein Hund getötet wird, solange die Perrera nicht voll belegt ist“, erläutet Tierfreund Weiss.

Hundeschwemmen im Frühjahr und Winter

Besonders schwierig wird die Arbeit der Tierschützer regelmäßig zweimal im Jahr: „Im Frühjahr und vor Weihnachten gibt es in La Mancha regelrechte Hundeschwemmen“, erklärt Weiss. „Im Frühjahr werden die Hunde nach der Jagd auf Kaninchen gerne ‚entsorgt‘ und zum Jahresende haben wir es mit einer Welpenschwemme zu tun. Immerhin haben wir bei den Bewohnern von La Mancha schon einen Teilerfolg erzielen können: Viele bringen die nach der Jagdsaison ‚unbrauchbaren‘ oder streunende Hunde nun gleich zur Perrera.“
Die Mitarbeiter des „Nothunde La Mancha e.V.“ sorgen dafür, dass die Tiere zunächst bei Pflegestellen in Spanien unterkommen. Von dort aus werden sie dann nach Deutschland vermittelt - i.d.R. zunächst in eine Pflegestelle und von dort aus in ein endgültiges Zuhause. Zuvor sind die Tiere umfassend vorbereitet worden: „Die Hunde sind geimpft, entwurmt und gechippt, außerdem auf Mittelmeerkrankheiten untersucht, gegebenenfalls kastriert und mit mit EU-Papieren ausgestattet.“
Um all dies bewerkstelligen zu können, ist der Nothunde La Mancha e.V. dringend auf Spenden angewiesen - in Form von finanzieller Hilfe, Sachspenden, als Pflegestelle oder durch die Adoption eines Hundes aus der Perrera La Mancha.

Sammelstelle für Sachspenden in Steele

Als Sammelstelle für Sachspenden stehen die Räumlichkeiten der „Barf Kate“ von Angelika und Klaus Weiss an der Westfalenstraße 276 in Steele zur Verfügung. Hier verkaufen die Inhaber nicht nur Tiernahrung, die dem Barf-Prinzip gerecht wird, sondern nehmen auch Spenden für die Tierrettung in Spanien an. Auch Hundezubehör wie Leinen, Halsbänder, Mäntelchen und Fressnäpfe findet man in der Barf Kate. Der Erlös aus dem Verkauf dieses Zubehörs geht zu 100 Prozent an den Nothunde La Mancha e.V.
Das Engagement von Familie Weiss spricht sich immer mehr in der Umgebung herum: „Eine uns bekannte Tierfreundin kam mit einem Doppellader-Kombi voller Sachspenden vorbei“, freut sich Klaus Weiss. Und die Vermieter von Familie Weiss stellen den Tierfreunden eine ganze Garage unentgeltlich zur Sammlung von Sachspenden zur Verfügung. „Und wenn die Garage voll ist, kann wieder ein Hilfstransport nach La Mancha starten!“

So können Sie helfen:
- Immer dringend gebraucht werden: Trockenfutter, Leckerchen, Verbands- und Nahtmaterial (z.B. abgelaufene Kfz-Verbandskästen), Medikamente und Wurmkuren (all dies auch übers Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus) sowie neue oder gebrauchte Leinen und Halsbänder, Futternäpfe (mögl. aus Edelstahl), Transportboxen, kaufestes Spielzeug, verschließbare Futtertonnen und große Hundekörbchen.
- Sachspenden nimmt Klaus Weiss, Westfalenstraße 276, in Essen-Steele an; Tel.: 0201/99 97 701
- Für Geldspenden: Raiffeisenbank Bergisch Gladbach-Overath-Rösrath, Kontoinhaber: Nothunde La Mancha e.V, Konto-Nr.: 403 369 012, BLZ: 370 626 00
- Nähere Infos: www.nothunde-la-mancha.com

Autor:

Melanie Stan aus Essen-Ruhr

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