Buchtipp
Kriminalroman „Schicksalsvogel“ von Michael Sandkühler
- Michael Sankühler liest aus seinem Kriminalroman "Schicksalsvogel"
- Foto: Uwe Klein
- hochgeladen von Uwe Klein
Wenn Polizisten einen Krimi gut finden, muss er einfach gut sein. Gestern stellte der pensionierte Kriminalhauptkommissar Michael Sandkühler (66) seinen Kriminalroman „Schicksalsvogel“ bei der Polizei vor. Genau gesagt bei der International Police Association (IPA) in Essen.
Das Buch ist sein Erstlingswerk und hat es in sich. Michael Sandkühler: „In meinen Dienstjahren bei der Kripo in Recklinghausen habe ich all diese Typen erlebt. Sie haben im Buch nur andere Namen gekriegt.“
Der Autor setzt auf Dialoge. Besonders gelungen sind die in der Sprache des Ruhrgebietes. „Das Herumschreiben von Handlungen ist nicht so mein Ding“, sagt er. Aber genau diese Dialoge der Gangster oder Ermittler machen den Roman so interessant. Da wird der Krimi schon einmal zur Komödie. Und der Zuhörer kann sich ein Schmunzeln nicht verkneifen.
Der Krimi ist keine leichte Kost. Da muss sich der Leser bei den vielen Handlungssträngen auf den 475 Seiten schon anstrengen. Genauso wie die Hauptperson, der Essener Kriminalhauptkommissar Jessberg, Spitzname „Jesse“, in seinem skurrilen Outfit. Er geht in Cowboykluft auf Gangsterjagd und erwischt schon mal den Polizeipräsidenten bei einer Razzia im Rotlichtmilieu im Bordell. Mit seinem direkten promovierten Vorgesetzten hat er das ein oder andere Mal Stress. Die Beiden mögen sich nicht besonders. Der Polizeipräsident hält allerdings aus gewissen Anlass die Hand über „Jesse“.
Fazit: Der Roman ist ein harter Ruhrgebietskrimi mit Abstechern nach Brandenburg und Frankreich, mit vielen schrulligen Figuren aus dem „Pott“ rund um Essen, Gelsenkirchen und Bottrop. Es geht im Roman um Giftmüll, Drogen, Tod. Ein designierter Minister bangt um sein Firmenimperium.
Die zuhörenden Polizisten waren von der Lesung begeistert, wie alle Besucher. Die eineinhalb Stunden vergingen wie im Flug. Das lag auch dem Vorleser. Der Kriminalroman hat das Zeug zu einem Drehbuch. Da könnte ein neuer „Schimmi“ im Ruhrpott rausspringen. „Jesse“ mit seinem Westernspleen und ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden.
Zum Autor:
Viele Jahre hat Michael Sandkühler an dem Roman geschrieben. Die Idee kam ihm schon vor 20 Jahren. „Ich habe immer schon gerne geschrieben, auch im Dienst. Meine Schlussberichte waren besonders lang.“ Der 66-Jährige hat in seiner aktiven Zeit einige Dienststellen „durchlaufen“: Streifendienst, Wechsel zur Kripo (Erkennungsdienst, Drogenfahndung, Todesermittlungen und 25 Jahre im Kommissariat „Organisierter Kriminalität“). Er lebt mit seiner Familie in Marl und kennt das Ruhrgebiet aus dem Effeff. Der zweite Roman ist in Arbeit.
Erschienen im „epubli-Verlag“ 2023, Taschenbuch 18,99 Euro, gebundene Ausgabe 29,99 Euro, e-book 12,99 Euro
Community:Uwe Klein aus Essen-Süd |

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