Bußgeldkatalog 2020
Sollten Raser mehr zur Kasse gebeten werden?

Es vergeht kaum eine Woche, in der keine Meldung über Raser im Ruhrgebiet zu lesen ist. Erst Mitte April 2020, also wenige Tage vor den Neuerungen des Bußgeldkatalogs 2020, führte der Verkehrsdienst der Polizei Essen und Mülheim a.d. Ruhr laut einer Pressemeldung unangekündigte Geschwindigkeitskontrollen durch. Zu diesem Zweck sollen insgesamt 17.910 Fahrzeuge gemessen worden sein. Die traurige Bilanz: 1.095 Verstöße, 40 Fahrverbote wurden demzufolge ausgesprochen.

Der Westdeutsche Rundfunk berichtete in einem Online-Artikel vom 27.04.2020, dass die Duisburger Polizei im Vorfeld gegen die Duisburger Raser-Szene vorging. Zu diesem Zweck wurden zahlreiche Kontrollen durchgeführt. Im Vorjahr wurden laut des Beitrags 26 illegale Straßenrennen gestoppt, 23 Führerscheine eingezogen und 19 Fahrzeuge sichergestellt.

„Ich will Spaß, ich geb' Gas“ - Rasen und Posen aus Langeweile

Man könnte sich fragen, warum diese Raser-Szene überhaupt existiert. Hierzu wurde ein Teilnehmer befragt. "Wir wollen nur ein bisschen rumfahren, Mädels kennen lernen. Was soll man denn sonst machen!?", antwortete er laut des Artikels. Die regelmäßigen Treffs der Raser-Szene in Ruhrgebiets-Städten wie Gelsenkirchen, Dortmund und Essen sind vielen Anwohnern ein Dorn im Auge. Zurecht, denn es kann auch tödlich enden. Erst im März 2019 wurde ein Raser in Berlin wegen Mordes angeklagt. Und es wird nicht der letzte Prozess sein, der hitzige Diskussionen auslösen wird.

Einen Tag nach dem Bericht vom WDR traten die Neuerungen im Bußgeldkatalog 2020 in Kraft. Neben mehr Rechten für Radfahrer wurden auch neue Bußgelder beschlossen. Ab dem 28.04.2020 werden demzufolge Falschparker und Raser stärker zur Kasse gebeten.

Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren für illegale Autorennen

Generell wird zu schnelles Fahren teuer: ist man 21 km/h oder mehr innerorts zu schnell unterwegs, ist der Führerschein für einen Monat weg. Zusätzlich ist mit einem Bußgeld von 80 Euro und zwei Punkten in Flensburg zu rechnen. Außerorts gilt: ab 26 km/h zu schnell sind 95 Euro fällig und darf für einen Monat die Vorzüge eines Fußgängers genießen.

Im Zuge dieser Änderungen kommen selbstredend auch härtere Strafen auf die besagten Raser zu. Es droht eine Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder eine Geldstrafe. Des Weiteren kann die Fahrerlaubnis entzogen werden, drei Punkte in Flensburg gibt es obendrauf. In solchen Fällen kann man Bleifüßen nur noch einen guten Anwalt im Rechtsgebiet Verkehrsrecht wünschen.

Doch ob es bei den Änderungen bleibt? Die Kritik am neuen Bußgeldkatalog 2020 ist groß. Automobilverbände kritisieren die neu eingeführten Regeln gar als "unverhältnismäßig". Verkehrsminister Scheuer zog bereits die „Handbremse“ und kündigte bereits Milderungen an.

Autor:

Aline Krause aus Essen-Süd

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