Prof. Dr. Heinrich Wieneke informiert über die Leistungen von Fitnesstrackern & Co
Wenn die Uhr am Handgelenk plötzlich Alarm schlägt

Prof. Dr. Heinrich Wieneke kennt sich aus mit Smartwatches und Fitnesstrackern. Über Chancen und Risiken informiert er in einem Vortrag am 28. Januar.
  • Prof. Dr. Heinrich Wieneke kennt sich aus mit Smartwatches und Fitnesstrackern. Über Chancen und Risiken informiert er in einem Vortrag am 28. Januar.
  • Foto: P. de Lanck
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Was tun, wenn die Smartwatch piepst und Rhythmusstörungen vermeldet oder der Fitnesstracker Unregelmäßigkeiten im Puls erkennt? Immer mehr Menschen nutzen ihr Handgelenk als Zentrale zur Meldung gesundheitlicher Probleme, aktivieren dort modernste Geräte, die nur noch selten zur Zeitmessung genutzt werden, und übermitteln die gespeicherten Daten gleich weiter an die Spezialisten. Doch was leisten solche Messgeräte wirklich? Professor Dr. Heinrich Wieneke, Direktor der Klinik für Kardiologie und Angiologie des Elisabeth-Krankenhauses, ist aktuell im Thema.

Von Petra de Lanck

Sportliche Erfolge messen oder Schlafrhythmen überwachen - die sogenannten Smartwatches können einiges. Mit zunehmender Leistungsfähigkeit der kleinen Geräte und den dazugehörigen Apps haben sie sich je nach Modell bereits zu kleinen Medizinzentren entwickelt und signalisieren ihren Trägern unmittelbar, wann etwas mit ihnen nicht stimmt.
Ein unregelmäßiger Herzschlag oder sogar Vorhofflimmern kann von ihnen erkannt und gemeldet werden. Vor allem der Hersteller mit dem bekannten Obst-Logo hat sich in Zusammenarbeit mit renommierten amerikanischen Universitäten in Studien einen passablen Ruf erworben.
Was dran ist an solchen Dauer-Gesundheits-Checkups, darüber informiert Professor Dr. Heinrich Wieneke in seinem Vortrag "Vorhofflimmern - Was leistet die Apple Watch?"

Option für die Zukunft?



Seine Sache sind Smartwatches eigentlich nicht, doch sieht er als Mediziner in ihnen durchaus eine Option für die Zukunft - als Ergänzung zur herkömmlichen Kontrolle.
"In den USA sind bestimmte Smartwatches als medizinisches Gerät zugelassen. Sie haben viele Features wie ein eingebautes EKG, das sogar relativ gut ist, und eine Herz-Rhythmus-Erkennung. Signifikante Störungen werden von der Uhr gemeldet."
Derzeit erhält Prof. Wieneke nur circa einmal im Moment die Nachricht eines Patienten, ob er mal einen Blick auf ihn werfen könne, die Smartwatch habe sich gemeldet.
"Wir stehen am Anfang einer Entwicklung", weiß Wieneke, "Das Ganze ist eine Form der Telemedizin: Der Arzt wird elektronisch kontaktiert. Möglicherweise entwickelt sich die Uhr in den nächsten Jahren noch zu einem wichtigen diagnostischen Mittel."

Herzinfarkte sind nicht erkennbar

Derzeit gelte es aber, ganz genau abzuwägen, was die Smartwatch leisten könne und was nicht: "Herzinfarkte kann die Uhr zum Beispiel nicht erkennen", fügt Wieneke an. "Allerdings Vorhofflimmern, ein oft nicht seltener Grund für einen Schlaganfall."
Eine Uhr, die sich nicht muckst, sei im Umkehrschluss allerdings keine Rückversicherung, nicht zum Arzt gehen zu müssen. Und der Patient würde durch Fitnesstracker oder seine Smartwatch auch nicht zum Experten, warnt Prof. Dr. Wieneke.
"Ich bin überzeugt davon, dass diese Geräte in Zukunft viele Möglichkeiten bieten werden", so der Kardiologe. Gute Qualität hat in diesem Marktsegment allerdings auch ihren Preis. Nicht jeder kann sich entsprechend teure Geräte leisten.

Auf Signale des Körpers achten

"Auch ohne Uhr kann man seinen Kreislauf im Blick haben und auf Signale seines Körpers achten" gibt Wieneke Entwarnung. "Jeder Mensch kann lernen, seinen Puls zu fühlen oder mit dem Blutdruckmessgerät seine Werte im Auge behalten."
Gesundheitliche Anfragen von Smartwatchträgern nimmt Wieneke generell ernst und überprüft die ihm übermittelten Daten. Hierzu müssen die Patienten ihm aber bekannt sein. Allen anderen rät er zunächst zum Gang zum Hausarzt, wenn die neue Uhr dann plötzlich piepst.

Vortrag im Hörsaalzentrum

Am Dienstag,  28. Januar, 17 bis 18.30 Uhr, gibt es einen Vortrag von Prof. Dr. Heinrich Wieneke zum Thema "Vorhofflimmern - Was leistet die Apple Watch?". Interessenten sind dazu ins Hörsaalzentrum des Elisabeth-Krankenhauses, Klara-Kopp-Weg 1, eingeladen. Einlass ist ab 16.45 Uhr, eine Voranmeldung ist nicht notwendig. Eintritt frei.

Autor:

Christa Herlinger aus Essen-Borbeck

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