Fahrplanwechsel der Ruhrbahn bringt viele Neuerungen für Werden
Neue Buslinien

Der Kutschenweg bietet happige Steigungen und anspruchsvolle Serpentinen.
Foto: Henschke
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  • Der Kutschenweg bietet happige Steigungen und anspruchsvolle Serpentinen.
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Was genau ändert sich beim anstehenden Fahrplanwechsel der Ruhrbahn? Wie sehen die neuen Buslinien des geänderten Nahverkehrskonzeptes genau aus?

Das Werdener Ortsbuskonzept ist auf der Basis des Nahverkehrsplans 2017 der Stadt Essen beschlossen worden. Das zusätzliche Busangebot als Ringlinienverkehr vom S-Bahnhof über Fischlaken und Heidhausen soll neue Nutzer in den ÖPNV locken. Die neuen Linien 182 und 192 sollen gegenläufig die „Bergdörfer“ mit dem Werdener Zentrum verbinden und so mithelfen, den Kfz-Verkehr dort einzudämmen. Weiterhin ist die direkte Anbindung der Ruhrlandklinik an den S-Bahnhof Werden vorgesehen. Hier geht es um ein effizientes Angebot trotz vergleichsweise geringer Nutzungsdichte. Die Umsetzung aller Maßnahmen ist zum Fahrplanwechsel am 7. Januar 2021 vorgesehen.

Enge und steile Straßen

Vorher war einiges zu tun. Mögliche Linienführungen mussten unter Berücksichtigung der Topographie und der Befahrbarkeit von Streckenabschnitten mit Gegenverkehrsbereichen überprüft werden, die genaue Positionierung von Haltestellen festgelegt werden. Schnell war klar, dass herkömmliche Fahrzeuggrößen völlig ungeeignet wären. Um die Akzeptanz in engen Stadträumen zu erhöhen, wurde angesichts des möglichen Begegnungsverkehrs in engen Straßenquerschnitten bei teils anspruchsvoller Topografie der Einsatz kleinerer Busse beschlossen. Die fünf Mini-/Midibusse mit einer maximalen Länge von 8,5 Metern sind barrierefrei einsetzbar und verfügen über Klapprampen zur Spaltüberbrückung. Diese Rampen entsprechen in ihrer Größe und Bauart denen normaler Linienbusse. Das Gesamtfassungsvermögen beträgt 30 Fahrgäste, mit Sitzplätzen für Schwerbehinderte, Klappsitzen und einem über die Klapprampe erreichbaren Rollstuhlplatz. Nach eingehender Marktsondierung möglicher Fahrzeuge war noch nachzufragen, wie es mit der Verfügbarkeit aussähe. Elektrobusse werde man leider dort zunächst nicht erleben, hatte die Ruhrbahn angemerkt. Die Batterieleistung sei bei diesen Steigungen schnell am Ende.

Ringbuslinie 182 / 192

Wie sehen die Buslinien aus ab dem 7. Januar? Zentraler Dreh- und Angelpunkt soll der S-Bahnhof Werden sein. Für die Linien SB 19 und 169 ergeben sich keine Veränderungen. Die Linie 180 wird Kettwig und Burgaltendorf durchgehend verbinden. Takt und Betriebszeit bleiben unverändert, die direkte Linie führt von Burgaltendorf über Kupferdreh durch Werden und dann nach Kettwig. Völlig neu ist die gegenläufige Ringlinie 182 / 192. Jeweils vom S-Bahnhof aus fahren die Busse durch Fischlaken und Heidhausen und kehren dann wieder zurück nach Werden. Dabei nutzen sie weitgehend die alten Trassen der 180 und der 190. Nicht durchsetzen konnten sich die Lokalpolitiker mit ihrer Forderung, den Streckenverlauf über die Kellerstraße zu belassen. So fallen zukünftig die Haltestellen Albermannstraße und Steinbeck weg. Dafür wird es neue Haltestellen geben An der Stadtmauer und fürs Neubaugebiet Grüne Harfe. Ansonsten kann die vorhandene Haltestelleninfrastruktur weitergenutzt werden. Als Takt sind wochentags in der Hauptverkehrszeit 20 Minuten, ansonsten 30 Minuten vorgesehen. Betriebszeit ist wochentags von 5 bis 23 Uhr, samstags von 6 bis 23 Uhr und sonntags von 8 bis 23 Uhr.

Heiß diskutierte 190

Heiß diskutiert war das Schicksal der Linie 190, die ursprünglich ersatzlos wegfallen sollte. Der Betriebsrat der Ruhrlandklinik hatte in einem Brandbrief „mit großer Sorge“ vor einer Streichung als ein herber Schlag für Patienten und Angehörige gewarnt. Aber auch Beschäftigte bekämen enorme Probleme, zukünftig ihren Arbeitsplatz zu erreichen. Auch die Einstellung des Streckenabschnittes zur Papiermühle sorgte für Unmut. In der ganzen Straße In der Borbeck stünden zwar nur wenige Häuser, aber mit vielen Kindern und älteren Menschen. Das scheint bis ins Rathaus gehört worden zu sein. Letztlich konnte sich die Ortspolitik erfolgreich für einen Erhalt einsetzen. Als Kompromissformel wurde der 190 eine neue Streckenführung verpasst. Vom Werdener S-Bahnhof aus geht es über die Laupendahler Landstraße, dann über In der Borbeck und den steilen Kutschenweg hoch nach Heidhausen zur Ruhrlandklink. Vorbei an Pferdehöfen und Landwirtschaft, wunderschön gelegen mit herrlichen Fernblicken, aber auch mit happigen Steigungen und anspruchsvollen Serpentinen. Hier dürfte es in strengen Wintern schwierig werden. Im neuen Takt fährt die 190 einmal in der Stunde, die Betriebszeit ist wochentags von 5 bis 22 Uhr, samstags von 8 bis 22 Uhr und sonntags von 9 bis 22 Uhr.

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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