Dem Stadtpatron ein Denkmal gesetzt

Der Stadtpatron Ludgerus vor dem früheren Hotel „Zur Krone“. 
Foto: Henschke
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  • Der Stadtpatron Ludgerus vor dem früheren Hotel „Zur Krone“.
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Der Ludgerusbrunnen ist nun schon seit 40 Jahren das Zentrum Werdens

Kinder, wie die Zeit vergeht... Der Ludgerusbrunnen wurde 40 Jahre alt. Werden erinnert sich an die spannende Zeit von der ersten Idee bis zur festlichen Einweihung.

Am 2. September 1978 weihte der Essener Bischof Franz Hengsbach den Brunnen ein, passend zum Ludgerusfest vor vierzig Jahren. Ihm zur Seite standen ein Heidhauser und zwei Werdener: Oberbürgermeister Horst Katzor, Bundestagsabgeordneter Paul Hoffacker und Bezirksvorsteher Hanslothar Kranz. Die Idee entsprang dem Pfarrgemeinderat Fischlaken: „Wir möchten unserem Stadtpatron zu Ehren einen Brunnen errichten.“

Ort ständigen Wandels

Als Standort wurde der alte Marktplatz ausgeguckt. Ein Ort ständigen Wandels: Die Nikolauskapelle war längst verschwunden. Diese Marktkirche wurde für 350 Reichstaler auf Abbruch verkauft, sie musste Platz machen für die durchs französische Großherzogtum Berg neu angelegte Chaussee nach Velbert. 1968 wurde die neue Ruhrbrücke fertiggestellt, die verbreiterte Bundesstraße 224 schlug Schneisen durch Werden. Beim Umbau des uralten Ortskerns wurde viel dem immer stärker werdenden Verkehr geopfert. So auch Häuserreihen am Markt. Die ersten Häuser des Klemensborns wie zum Beispiel Moden Wälter oder das Schuhhaus Bekx mussten der Abteistraße weichen. Auch wurde das von Professor Albermann geschaffene Kriegerdenkmal auf den Friedhof verlegt. Der Sockel ist noch zu sehen, die Victoria-Statue verschwand spurlos. 1973 fielen Geschäftshäuser der Brückstraße. Bekannte Namen: Flügge, Odenhausen, Faltinat, Schiesen und Flothmann, Wusthoff. Nicht viele Werdener Gebäude wurden im Jugendstil errichtet wie das unlängst abgerissene am Rondell. Das Kaufhaus Wusthoff beeindruckte mit großflächigen Schaufenstern und einem großstädtischen Kaufhaustyp über drei Etagen. Hat sich im konservativen Werden aber nicht durchgesetzt. Das Jugendstilhaus vis-à-vis blieb erhalten, von Wilhelm Klapdor als Hotel-Restaurant „Zur Krone“ erbaut. Der entstandene Platz wirkte doch recht öde und sollte daher aufgewertet werden.

Hürden wurden genommen

Das Abteistädtchen bündelte die Kräfte, ein Arbeitskreis wurde gegründet und von Rektor Friedrich Küpper geführt, seines Zeichens Vorsitzender des Verkehrs- und Heimatpflegevereins. Der Mülheimer Bildhauer Ernst Rasche wurde beauftragt und erdachte einen schneckenförmigen Brunnen, der von einer 3,90 Meter hohen Basaltsäule dominiert wird. Die wiederum gekrönt ist von einer Bronzeskulptur des Heiligen, mit einem Modell seiner Kirche in der Hand, sie trägt seit 1993 den Titel einer Basilica minor. Bildhauer Rasche erlebte das Jubiläum nicht mehr, verstarb 91-jährig am 4. Februar. Der Werdener Baumeister Willi Schlipköther sollte sich um die Finanzierung kümmern. Er war damals Mitarbeiter im Hochbauamt, seine Behörde lehnte allerdings eine Übernahme der Kosten für die Statue ab. Also hieß es, Klinken zu putzen und mit kreativen und pfiffigen Ideen Gelder zu sammeln. Ein befreundeter Drucker half, von der ersten Seite des Psalters wurden 200 Blatt gedruckt und gerahmt verkauft. Auch erstellte Bildhauser Rasche kleine Kopien der Statue, die ebenfalls Geld in die Spendenkasse spülten. Diese Hürde war also genommen, doch der Brunnen selbst geriet ins Kreuzfeuer: „Viel zu teuer, dafür ist kein Geld da.“ Nun musste Schlipköther mit seinem Amtsleiter irgendwoher freie Mittel herzaubern. Es gelang, Hanslothar Kranz als Vorsitzender des Bau-Ausschusses setzte sich stark ein, Willi Schlipköther konnte die Bauleitung vor Ort übernehmen. Als Krönung dieser Bemühungen weihte dann Bischof Hengsbach offiziell dieses besonders bei den Kindern beliebte plätschernde Denkmal für den Werdener Stadtgründer ein. Der fortlaufende Betrieb des Ludgerusbrunnens wird durch Zuschüsse von Bürger- und Heimatverein, WerbeRing und Lions Club ermöglicht.

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