Der Wagen, der rollt

Die „Freunde und Förderer des Werdener Bollerwagenumzuges“ feierten den Beginn der Karnevalszeit.
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Die Retter des Werdener Bollerwagenumzugs freuen sich schon auf Tulpensonntag 2018

„Neun, zehn, elf!“ Bunt kostümiert feierten die Bollerwagenjecken den Beginn der Karnevalszeit. Am Tulpensonntag, 11. Februar, möchten die Werdener Karnevalisten wieder ab 11.11 Uhr um die Häuser ziehen.

Vor dem Rathaus wagte der gemeinnützige Verein der „Freunde und Förderer des Werdener Bollerwagenumzuges“ eine Prognose: „Wir haben den Zug in diesem Jahr gerettet und sind nun dabei, ihn zu stabilisieren.“ Nun gilt nun alle Energie dem Event 2018. Ulf Korten organisiert mit Anja Kirchhoff den Umzug. Im Juli wurden die entsprechenden Unterlagen bei der Stadt eingereicht, vieles fiel da schon leichter, sagt Korten: „Man kennt sich ja inzwischen. Anja und ich waren bei der Stadt und haben uns mit allen Verantwortlichen an den Tisch gesetzt. Wir sind nach diesem Gespräch sehr optimistisch, dass die Veranstaltung wieder genehmigt wird.“ Die Sicherheit wird großgeschrieben: „Die Kosten für Reinigung, Versicherung und Verkehrssicherung sind explodiert. Man muss hier auch zukünftig mit 3500 bis 5000 Euro rechnen.“

Die Bude war gerappelt voll

In diesem Jahr lief der Umzug bestens, über 5.000 Menschen sangen, schunkelten, winkten den Bollerwagen zu. Die schriftliche Genehmigung kam auf den allerletzten Drücker, nämlich erst am selben Morgen. Aber der Umzug lief dann bestens, bereitete keinerlei Probleme: „Alle haben sich sehr diszipliniert verhalten. Es gab ausreichend Ordner, die Prüfer der Stadt waren mit dem Ablauf sehr zufrieden.“ Ein bitterer Beigeschmack blieb, denn an der Wegstrecke mussten vier Autos abgeschleppt werden, was Kopfschütteln bei den Narren erzeugte: „Wir hatten 500 Flyer verteilt in dem Bereich und auf die Sperrungen hingewiesen. Die Verbotsschilder standen schon dienstags da.“ Vereinsvorsitzender Reinhard Viehausen ist ratlos: „Wir haben jedem Haushalt Bescheid gegeben. Wie kann man das übersehen haben?“ Aha-Effekte gab es wohl auch bei den Behörden, stellt Peter Gabka fest. Der erfahrene Karnevalist muss schmunzeln: „Die Leute von der Stadt waren völlig überrascht, wie viele Menschen hier zusammen kamen. Davon hatten sie in den Amtsstuben wohl noch nix mitbekommen.“ Besonders belustigend war der skeptische Blick der Kontrolleure, als kurz vor 11.11 Uhr nur einige wenige Narren die Altstadt bevölkerten: „Die dachten bereits, was sollen wir hier für die paar Männekes?“ Aber der Werdener an sich frühstückt halt gerne länger und hat es ja auch nicht so weit: „Pünktlich zum Startschuss war die Bude dann gerappelt voll.“

Sparschweinaktion

Obwohl Schatzmeisterin Margret Hebenstreit durchaus optimistisch auf die Fianzen schaut, möchten die Organisatoren sparen, wo es nur irgend geht. Finden sich wieder genügend Ordner aus den eigenen Reihen? Die taktische Sperre, bisher ein städtisches Fahrzeug, könnte auch von privat gestellt werden. Die Finanzierung der Traditionsveranstaltung soll wieder durch eine groß angelegte Sparschweinaktion gelingen, die in zahlreichen Geschäften und Gaststätten im Städtchen bereitstehen. Die erste Spendendose war sofort prall gefüll, auch konnte der Förderverein an diesem Samstag gleich zwölf neue Mitglieder vermelden. Darüber hinaus ist der Verkauf von Schals und mit dem farbenfrohen Emblem des Bollerwagenumzuges bedruckten Wurfbeuteln aus Stoff denkbar. Anstecker wird es keine geben, denn Karnevals-Experte Peter Gabka hält fest: „Werden ist nicht Köln. Dort kannst Du die Pins für viel Geld an den Mann bringen. Das würde hier nie funktionieren.“

Anarchischer Charakter

Anja Kirchhoff sammelt bis zum 1. Februar 2018 unter anja.kirchhoff@t-online.de eifrig die Anmeldungen, die nun verstärkt eintrudeln. Sie benötigt den Vereins- oder Gruppennamen, die ungefähre Zahl der Teilnehmer, ein Verantwortlicher muss benannt werden. Das sind die alten Bekannten. Aber auch „Frischlinge“, die es mal probieren wollen. Willi Hagemann sieht dies mit Wohlgefallen: „Wir freuen uns doch besonders über junge Teilnehmer.“ Die Fischlaker Narren werden jedenfalls mit besonderem Schwung dabei sein, immerhin feiert der Karnevalsclub 2018 sein 44-jähriges Bestehen. Was sich die anderen Teilnehmer einfallen lassen werden? Neben allem Frohsinn hat gerade der Werdener Bollerwagenzug immer wieder kritische Themen angefasst, mögen sie noch so heiß sein. Denn wie sagt Gregor Lauenburger so schön: „Wir möchten den anarchischen Charakter der Veranstaltung nicht verlieren.“

Autor:

Daniel Henschke aus Essen-Werden

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