Lions Club Essen-Ruhrtal unterstützt behinderte Kinder der Franz Sales Förderschule

Die Franz Sales Förderschule hat gute Erfahrungen mit der Musiktherapie gemacht.
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Neue Fördermöglichkeiten durch Musiktherapie

Als Julia Zanke den kleinen Arian aus seiner Klasse abholt, ist er ganz aufgeregt. Im Musikraum der Franz Sales Förderschule gibt es für ihn dann kein Halten mehr: Er flitzt zur Gitarre und zupft zur Begrüßung an den Seiten. Dann saust die kleine Hand auf die große Trommel und schließlich spazieren die zarten Fingerchen vorsichtig über die Tasten des Klaviers. Julia Zanke freut sich über sein Interesse an unterschiedlichen Klängen. Sie ist Musiktherapeutin an der Folkwang Musikschule und setzt durch diese Art der Therapie wichtige Impulse für die Entwicklung und Rehabilitation von behinderten Kindern. „Leider werden die Therapiekosten trotz positiv stimulierender und erkennbarer, nachhaltiger Wirkung bislang nicht von den Krankenkassen übernommen und für viele Familien ist diese Art der Förderung unerschwinglich“, bedauert die Therapeutin.

„Wir haben einen Weg gefunden, diese Kinder durch Musiktherapie zu fördern“, berichteten der Präsident des Lions Club Essen-Ruhrtal, Rolf Klein und die Lionsfreunde Wolf Jürgen Baun und Prof. Dr. Markus Kattenbusch. „Wir übernehmen die Kosten für ein ganzes Schuljahr und Julia Zanke kann zweimal pro Woche mit einzelnen Schülern oder kleinen Schülergruppen der Franz Sales Förderschule arbeiten.“ Dank einer großzügigen Spende von über 5.000 Euro des Lions Club Essen-Ruhrtal konnten zudem hochwertige Therapie-Instrumente für die Folkwang Musikschule angeschafft werden, die sich ganz einfach spielen lassen und besonders angenehm klingen. Ermöglicht hat dies Gerhard Leppelmann, Mitglied des Lions Club Essen-Ruhrtal. Anlässlich seines runden Geburtstages verzichtete er auf persönliche Geschenke und bat stattdessen um Spenden zur „musiktherapeutische Förderung geistig und körperlich behinderter Kinder in Essen“. „Die positive Wirkung der Musiktherapie hat mich überzeugt“, erklärt Gerhard Leppelmann. „Ich freue mich deshalb sehr, dass wir mit dem Lions Club Essen-Ruhrtal die Möglichkeit haben, die Schüler nachhaltig zu fördern.“

Arian genießt die Therapie, denn er hat großen Spaß an unterschiedlichen Klängen und die vielen Instrumente wecken seine Neugier. „Es geht mir nicht darum, den Kindern Lieder beizubringen“, betont Julia Zanke, „das passiert eher nebenbei. Jedes Kind hat seinen eigenen Rhythmus. Den nehme ich auf und arbeite mit ihm daran weiter.“ Durch die musikalische Betätigung werden die Sinne angeregt und die Motorik gefördert. Im Vordergrund steht jedoch immer die positive Selbsterfahrung.

In der zweiten Therapiephase wird dem schwerstbehinderten Schüler ein weniger stark behinderter Schüler als musikalischer Partner zur Seite gestellt. Die kleine Lea ist sehr fürsorglich und geduldig: Vorsichtig reicht sie Arian ein Instrument an und freut sich mit ihm, wenn er etwas darauf gespielt hat. Durch das gemeinsame Zusammenspiel setzt sie unbewusst weitere Entwicklungsreize und profitiert auch selber von der Therapie. „Wir haben schnell gemerkt, wie gut soziale Kompetenzen durch die Musiktherapie geschult werden“, erläutert Schulleiterin Rita Vößing.

Zum Abschluss der Therapieeinheiten ist die ganze Klasse eingeladen. Arian zeigt seinen Mitschülern, welche Instrumente er schon kennt und wie man schöne Töne darauf spielen kann. Die Klasse staunt und wird im Verlauf der Stunde musikalisch mit eingebunden. Sie lernen den lebhaften Arian von einer ganz neuen Seite kennen und schätzen. Das stärkt das Selbstwertgefühl. „Man kann wunderbar beobachten, wie die Kinder aufblühen, miteinander in Interaktion treten und sich mit großer Begeisterung selbst musikalisch betätigen“, fasst Rita Vößing zusammen. Sie ist dankbar dafür, dass der Lions Club Essen-Ruhrtal die Kosten dieser Therapie übernommen hat. „Das Projekt läuft zunächst bis zum Ende des Schuljahres. Damit eine Nachhaltigkeit erzielt werden kann“, meint die Schulleiterin, „wäre es natürlich wünschenswert, die Musiktherapie auch danach weiterzuführen.“ Arian und Lea wären begeistert und unterstreichen das durch einen kräftigen Schlussakkord auf dem Klavier.

Autor:

Valeska Ehlert aus Essen-Steele

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