Maurice Steger und das Folkwang Kammerorchester spielten sich in einen Rausch
Weltklasse in der Villa Hügel

Präsentierte Musik aus dem Barock in der Villa Hügel: das Folkwang Kammerorchester. | Foto: Peter Gwiazda
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  • Präsentierte Musik aus dem Barock in der Villa Hügel: das Folkwang Kammerorchester.
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Wenn der Begriff "schwungvoller Abend" jemals eine Berechtigung gehabt haben sollte, dann für das jüngste Barock-Konzert, zu dem das Folkwang Kammerorchester in die Villa Hügel eingeladen hatte. Mit dabei als musikalischer Leiter: Maurice Steger aus der Schweiz, der als "Paganini der Blockflöte" gilt.

Im Gepäck hatte Maurice Steger nicht nur eine ganze Reihe von Blockflöten, die im Laufe des Abends zum Einsatz kamen, sondern auch einen großen Koffer an musikalischer Freude am abwechslungsreichen Programm und der Zusammenarbeit mit den jungen Künstlerinnen und Künstlern des Folkwang Kammerorchesters.
Erst nach und nach trat das Orchester zum Auftakt auf die Bühne und präsentierte "A Jacobean Masque".
Unter dem Motto des Abends "Händel ist(s)t - Musik von und für den Meister" sollte danach vor ausverkauftem Haus ein abwechslungreiches Programm mit Werken von Händel, Purcell, Corelli und Geminiani folgen.
Maurice Steger: "Wenn Georg Friedrich Händel in London eine seiner Opern dirigierte, konnte das - unabhängig von deren Länge - ein mehr als abendfüllendes Großereignis werden. Denn der Komponist liebte ein fürstliches Festmahl in der ausgedehnten Pause, um sich von den Strapazen der Arbeit, ungestimmten Instrumenten und divenhaften Sängerinnen zu erholen. In seinem Orchester spielten die besten Instrumentalisten ihrer Zeit - und während Händel sich ganze Menüs schmecken ließ, unterhielten die Musiker das Publikum."
Sehr eindrucksvoll das fliegend schnelle Spiel von Maurice Steger, der nicht nur charismatisch die musikalische Leitung innehatte, sondern eine gelungene Kostprobe seines Könnens gab: rasant, lebendig, perfekt gespielt und für den Zuhörer scheinbar immer knapp davor, sich im flotten Spiel selbst zu überholen.
Die Musikerinnen und Musiker vom FKO konnten der Geschwindigkeit mühelos folgen, besonders Konzertmeister Moritz Ter-Nedden durfte sich als wahrer "Teufels-Geiger" beweisen, was auch dem "Hexenmeister der Blockflöte" sichtlich gefiel.
So also kann Blockflöte klingen, wenn das Instrument eine intensive Tongebung und eine staunenswerte Technik erfährt.
Ein Volkstanz, so wild und laut, dass die Tänzer fast den Verstand zu verlieren schienen, inspirierte auch Francesco Geminiani zu seinem "La Follia" (Die Verrücktheit), das den Abschluss des gelungenen, musikalischen Abends einläutete.
Und nach stürmischem Applaus ließen sich Maurice Steger und das FKO sogar zu einer kleinen Zugabe hinreißen.

Die nächsten Barock-Konzerte in der Villa Hügel: 24. und 25. Mai, 20 Uhr, “Wassermusik” mit Gottfried von der Goltz (Violine und Leitung)

Karten-Telefon: 0201 / 81 22 200

Präsentierte Musik aus dem Barock in der Villa Hügel: das Folkwang Kammerorchester. | Foto: Peter Gwiazda
Servierte als „Paganini der Blockflöte“ musikalischen Köstlichkeiten: Maurice Steger. | Foto: Igor.cat
Autor:

Frank Blum aus Essen-Süd

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