Vorsicht, Langfinger!

Standen an dem Abend Rede und Antwort: (v.li.)Juan-Carlos Pulido, Michael Malik, Andreas Dargegen, Uwe Müller, Gabi Deblon und C. Fritsche.
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  • Standen an dem Abend Rede und Antwort: (v.li.)Juan-Carlos Pulido, Michael Malik, Andreas Dargegen, Uwe Müller, Gabi Deblon und C. Fritsche.
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Wohngenossenschaft Essen-Nord klärt über Sicherheit im eigenen Heim auf

Ein Gespenst geht um. Es kann durch Fenster und Türen gehen, macht vor großen Höhen nicht halt und hat sich schon so weit entwickelt, dass es nicht nur noch im Deckmantel der Nacht, sondern auch dreist am helllichten Tag zuschlägt. Die Rede ist von Einbrüchen in das traute Heim.

Weil nicht nur in anderen Großstädten, sondern auch in Essen und Umgebung die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr bis jetzt immer mehr zugenommen haben, hat sich die Wohnungsgenossenschaft Essen-Nord dazu entschieden, eine Veranstaltung zum Thema „Sicherheit und Einbruchschutz“ zu organisieren. Aufgrund der hohen Nachfrage musste der Abend in der Aula der Gesamtschule Bockmühle und nicht wie angedacht im Gemeindesaal von St. Clemens Maria Hofbauer stattfinden. Redner des Abends waren der Vorstandsvorsitzende von Essen-Nord Juan-Carlos Pulido und seine Kollegen Andreas Dargegen sowie Michael Malik. Auch zu Wort kamen Uwe Müller von der Polizei NRW und Gabi Deblon von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW-Bank) sowie ein Kollege.
„Wie freuen uns sehr, dass so viele Interessenten an diesem Abend gekommen sind“, meint Pulido. „Leider sehen wir uns seit 2015 mit steigenden Einbruchszahlen konfrontiert und diese Zahlen nehmen seither nicht ab. Ich möchte vorausschicken, dass dieser Anstieg nichts mit der gewachsenen Zahl an Flüchtlingen zu tun hat. Daher sind wir in Kontakt mit dem Polizeipräsidium der Stadt Essen in Kontakt getreten und haben uns zu diesem Vortrag entschieden, um den Bürgerinnen und Bürgern eine Plattform zu bieten, sich durch qualifizierte Personen mit dem Thema auseinander setzen zu können.“

Gestiegene Einbruchzahlen machen Thematisierung nötig

Insgesamt ist eine Steigerung der Einbrüche in Essen um 24 % zu verzeichnen. Mit technischen Innovationen rund um Türen und Fenster, aber auch mit mehr Achtsamkeit und einfachen Kniffen könnten rund 75 % der Einbrüche verhindert werde. Auch Uwe Müller, Leiter der technischen Prävention für Einbruchschutz NRW, bestätigte dies.
„Es ist unerheblich, ob man viel Bargeld oder teure Objekte zu Hause hat, Gelegenheit macht Diebe und dafür sind alle Haushalte gleich anfällig“, so Müller. „Es gibt alle möglichen Täter, die einen klettern gerne und die anderen probieren es über das Kellerabteil. Und man darf nicht den Fehler machen, den Dieb einschätzen zu wollen, sprich wo man selbst glaubt, wo er einsteigen würde. Dabei übersieht man andere Schwachstellen, die dann zur Tat führen.“
Eine Innovation, die sich laut Müller lohnt, sind Querriegelschlösser. Sie werden an der Eingangstür unterhalb der Klinke an beiden Seiten der Wand angebracht und verhindern einen Einbruch durch sich „dagegenwuchten“. Hilfreich sind auch Zusatzschlösser und Türspaltsperren sowie Mehrfachverriegelungen. Der Sperrbügel bei Zusatzschlössern verhindert das Aufstoßen der spaltbreit geöffneten Tür und schützt so vor ungebetenen Besuchern. Fachgerecht montierte Mehrfachverriegelungen zum Beispiel mit Hakenriegeln, erhöhen den Widerstandswert einer Tür auf der Schlossseite. Eine „Mehrfachverriegelung“ mit Rollzapfen genügt jedoch nicht, da diese nicht tief genug in die Schließbleche eingreifen. Bei den Fensternachrüstungen bieten sich zwei sinnvolle Möglichkeiten an. Zum einen der einbruchhemmende Beschlag nach DIN 18104 und zum anderen, vor allem bei älteren Fenstern, aufschraubbare Nachrüstungssicherungen nach DIN 18104. „Man muss in diesen Fällen auf die DIN-Angabe achten, da sonst der Schutz nicht gewährleistet sein kann“, so Müller. „75% der Täter hebeln Fenster aus, 15% machen ein Loch und 2% entfernen die komplette Scheibe.“

Absicherung von Türen und Fenstern besonders zu empfehlen

Abschließbare Fenstergriffe in Verbindung mit einem Beschlag ist sinnvoll. Dabei ist die Sicherung schon im Türrahmen eingebaut. Bei älteren Fenstern werden die Sicherungen auf den Rahmen und an die Flügel geschraubt. Zu empfehlen sind auch Türspione und Videosprechanlagen. Beim Spion sollte allerdings auf einen Weitwinkel von mindestens 180 Grad geachtet werden. Jalousien und Rollläden sind nur bedingt zur Sicherung geeignet. Meist sind sie nämlich aus Kunststoff und sie lassen sich leicht im Getriebe verkeilen.
Im Anschluss an den Vortrag meldeten sich die Vertreter der KfW-Bank zu Wort und erläuterten, welche Sicherungsvorrichtungen gefördert würden: Einbruchhemmende Haus- und Wohnungstüren, Alarmanlagen und Beleuchtung sowie einbruchhemmende Fenster. Anhand von Ausstellungsstücken konnten sich die Besucher ein eigenes Bild der sinnvollen Einbruchsicherungen machen.

Autor:

Kathrin Hinterschwepfinger aus Essen-West

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