Essen: Auf Schnäppchen-Jagd
"Run" auf die Wäsche

Essen: Die Jagd nach den heißbegehrten Teilen hat sich gelohnt und sie geht für alle Schnäppchenjäger bis zum 28. Mai weiter ...
  • Essen: Die Jagd nach den heißbegehrten Teilen hat sich gelohnt und sie geht für alle Schnäppchenjäger bis zum 28. Mai weiter ...
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Samstagmorgen, kurz vor zehn: Wer behauptet die Kids im Pott seien keine Frühaufsteher, der irrt sich gewaltig, denn die Massen junger Mädels, Mütter und Co., die sich an diesem Vormittag vor dem Eingang der Messe Eingang Süd in Essen tummeln, damit ihnen Einlass in die "heiligen Wäsche-Hallen" gewährt werden, ist gewaltig. Der Grund: Ein niederländisches Bekleidungsunternehmen, das auf Dessous und Lingerie spezialisiert ist, lädt zum Outlet-Verkauf.

Es ist wie bei einem angesagten Club: Die Macher zünden eine Kerze an, öffnen die Pforten und die Massen strömen herbei. So kommt es mir auch an jenem Samstagmorgen vor. Ich, als "Erst-Täterin" im Selbstversuch, bin der Meinung früh ankommen (gegen halb zehn Uhr) reicht, falsch gedacht: Bereits zu diesem Zeitpunkt sammeln sich die vielen kaufwilligen Kundinnen und die Schlange wird minütlich länger. Ich laufe daran vorbei und denke: "Oha, wenn ich endlich das Ziel meiner Lingerie-Träume erreicht habe, sind die Ständer leer ..." Ich kann es kaum glauben, dass ein ehemaliges Fachgeschäft für Korsetts und Reifröcke, einst gegründet in Amsterdam, nun Multi-Player, solche Heerscharen anzieht.
"Nicht nörgeln, sondern ausharren" lautet hier die Devise, denn das kann dauern, getreu dem Slogan: Wer Schnäppchen machen will, muss leiden. Petrus scheint ein Fan von feinen Dessous zu sein, zumindest bleibt es während der Wartezeit trocken. 
Also, Handy raus, Mails und News checken, gelangweilt die Konkurrenz begutachten und sich Stück für Stück dem Eingang nähern. "Selbst Schuld", denke ich, der Verkauf läuft ja noch bis zum kommenden Wochenende. "Aber, wie es nun so ist, wer zuerst kommt ...." Ja, Mutter, wir wissen es, höre ich meine Tochter genervt sagen ...
Und dann endlich ist es soweit. Der Eingang ist zum Greifen nah, ein Schritt und ich nähere mich dem Schnäppchen-Paradies, natürlich nur mit Einlass-Ticket, das versteht sich von selbst.

Nicht nörgeln, sondern ausharren

Beherzt gehe ich in Richtung Rolltreppe und kann während meiner kurzen Verschnaufpause auf dem beschleunigten Transportmittel vorab das Sortiment checken. Okay, Pyjamas, coole Nicky-Wear, Bademäntel und kuschelige Overalls sind zu meiner Linken, BHs, Bademoden und das weitere Sortiment zu meiner Rechten.
Nun heißt es Ärmel hochkrempeln und die besten Stücke ergattern. Zunächst steuere ich die Tische an, beidseitig wird gewühlt, sortiert, die passende Größe gesucht und nebenbei mit der besten Freundin noch ein Schwätzchen gehalten. Plaudern steht bei mir derweil nicht auf dem Programm. Systematisch spule ich meine Liste ab, denn das Töchterchen hat ja auch noch Wünsche. Da sie sich bis dato immer in die Menge geworfen hat, ist nun Mutter am Start.
So, die linke Seite ist schnell und erfolgreich abgeerntet. Ein neuer Bademantel müsste nicht sein, doch, wer kann bei diesen Preisen schon widerstehen? Also, ab in die Tüte und weiter geht der Beutefang.
Nun wird es für mich als "Einzelkämpferin" schwieriger, denn während sich die Schnäppchen-Duos beidseitig die passenden Größen verbal zuwerfen, muss Mutter alleine die einzelnen Bausteine zusammen stellen: Schöne Badehose, doch wo ist das passende Oberteil? Oberteil gefunden, aber nicht in der passenden Größe. So geht die Suche nach den Objekten der Begierde weiter. Während meine Nachbarinnen alles in die rose-weiß-gestreiften Tüten packen, kämpfe ich mich tapfer durch das üppige Sortiment. Und siehe da, ein blindes Huhn findet auch mal ein "badetaugliches" Korn. 
Abteilung Beachwear ist abgehakt, nun kommen die BH"s an die Reihe, die jedoch ordentlich aufgereiht und nach Größen sortiert sind. Halleluja, dort wird man schnell fündig. Und da der Rotstift kreiste und frau doch auch nicht auf diese Offerten verzichten kann, füllen sich die besagten Tüten in Windeseile.
Eine Stunde später bin ich mit meiner Schnäppchen-Suche durch. Während sich die jungen Mädels in den Ecken auf den Boden hocken, sich gegenseitig ihre "Beute" zeigen, laufe ich "kontaktarm" bereits zu den Kassen, links EC-Zahlung, rechts ist nur Bares Wahres. Ruck zuck bin ich dran, zücke meine Karte und freue mich riesig: Die Jagd nach den heißbegehrten Teilen hat sich gelohnt, satte 160 Euro habe ich gespart. Da soll mal einer sagen, Mutter ist nicht Outlet-erprobt! 
Übrigens, wer sich bei der Schnäppchenjagd überschätzt oder Shopping-Konditionsschwächen zeigt, der ASB (Arbeiter-Samariter-Bund) ist stets vor Ort und hilft sofort.

Autor:

Andrea Becker aus Essen-Borbeck

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