Von Triest bis Korfu
Venezianische Hafenstädte am östlichen Mittelmeer

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TRIEST ist das maritime Tor für Norditalien.
Die Stadt hat einen Tiefseewasserhafen und bildet die Verbindung über den Suezkanal zu vielen Ländern Asiens. Der Hafen ist zollfrei. Es herrscht hier ein hoher Lebensstandard und wird mittlerweile als sehr sicher bewertet. Das Klima ist feucht-subtropisch mit moderaten Sommern und nicht zu kalten Wintern.

Tiefseewasserhafen von Triest

Kurz zur Historie.
In der Antike sprich bis zum 6.Jahrhundert herrschte hier das römische Reich.
Es wurde von den Byzantinern abgelöst. Den byzantinischen Einfluss sieht man vor allem in Ravenna ( siehe im unteren Teil des Beitrages) mit den Mosaiken, auch in Kotor ist der byzantinische Einfluss in der Architektur zusehen.
Die nachfolgende venezianische Herrschaft dauerte bis zum 18.Jahrhundert.

Canale Grande in Triest mit der katholischen Kirche Sant Antonio Nuovo im Hintergrund
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Triest

Im 18.-19.Jahrhundert hatte Triest als Handelshafen ihre Blütezeit.
Kaffee, Zucker, Südfrüchte, Weine, Öle wurden von hier aus verschifft.

Kaffeehaus in Triest

Triest ist die Kaffeehauptstadt Italiens. Die Kaffeekultur basiert auch auf der kaiserlich-österreichischen Herrschaft. Historische Kaffeehäuser, Röstereien sind hier Zeitzeugen.
Santa Maria Maggiore eine barocke Kirche etwas höher gelegen aus dem 17.Jahrhundert, sehr schlicht und sehr schön.

St. Maria Maggiore

Die Kathedrale von Triest aus dem 14.Jahrhundert, neben dem Castello San Giusto gelegen, bietet eine atemberaubende Aussicht und ist ein Symbol der Stärke.

Triest von der Festung San Giusto aus gesehen.
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Kathedrale San Giusto

KOTOR, die mittelalterliche Altstadt zählt zum UNESCO Weltkulturerbe.
Stadtmauer, enge Gassen und den Uhrturm kann man beim Aufstieg zur Festung San Giovanni bewundern.
Kotor liegt in Montenegro und ist ein katholisches Bistum.

Die Stadt ist umringt von hohen Bergketten.
1420 stellte sich Kotor unter venezianischem Schutz vor den Osmanen und verlor aber immer mehr an Selbstständigkeit. 1815 wurde die Stadt Kotor Österreich zugesprochen. Die Österreicher bauten den Naturhafen zum militärischen Stützpunkt für die k.u.k. (kaiserlich und königliche) Kriegsmarine aus.

Hafen und Altstadt Kotor

Gorazda, ein militärischer Bunker von den Österreichern 1886 erbaut und von den Montenegrinern mehrmals umgebaut ist perfekt in den Bergen von Kotor getarnt.
Auch in dem sozialistischen Jugoslawien war Kotor ein wichtiger Kriegshafen. 

Militärische Bunkeranlage GORAZDA

Nach dem Zerfall Jugoslawiens führte Montenegro ab 1999 die Deutsche Mark und später den Euro ein, um sich von der hyperinflationären jugoslawischen Wirtschaft zu lösen.

Inflationsgeld Jugoslawien

Die 4,5km lange Stadtmauer sowie die Sankt-Tryphon-Kathedrale von 1166 sind ein herausragendes Beispiel romanischer Architektur mit byzantinischen Einfluss.
Der Uhrturm im Renaissance Stil ist von 1602 und erinnert an die venezianische Herrschaft.

Uhrturm von Kotor
1166 ist die ursprüngliche Weihe der Tryphon Kathedrale und 2016 für die aufwendige Renovierung zum 850 jährigen Jubiläum (die Zahlen stehen unten am Gemäuer)
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KORFU liegt vor der griechischen Nordwestküste im ionischen Meer. Zerklüftete Berge aber auch Lagunengebiete sind ein wichtiges Habitat für die Tierwelt.

Korfu in der Abendsonne
Korfu mit seinen engen Gassen

Die venezianische Zeit im 16.Jahrhundert war von Konflikten mit dem osmanischen Reich geprägt. 
Erst 1716 konnte die venezianische Armee unter Matthias Johann von der Schulenburg die türkischen Eroberungsversuche abwehren. Der General stammt aus dem deutschen Adelsgeschlecht wonach die Schulenburg in Hattingen benannt ist.
Im 2.Weltkrieg nach 1944 wurden fast 1700 Juden unter deutscher Kontrolle nach Ausschwitz deportiert und dort vergast.
Die Kathedrale St. Spiridon griechisch- orthodox 1589 erbaut, ist mit ihren charakteristischen Glockenturm ein markantes Wahrzeichen der Stadt.

ZADAR eine kroatische Stadt deren Altstadt auf einer Halbinsel vorgelagert ist.

Zadar vom Hafen

Das Dinarische Gebirge ist im Hinterland und bestimmt die Klimaverhältnisse, zum Meer mediterranes Klima zu den Bergen eher Kontinentalklima.
Dalmatinische Weine sind sehr kräftig und süß wegen der Sonnenbestrahlung, einmal von oben, die Reflexion durch die Steine der Karstlandschaft und von der Meeresoberfläche. Vor allem die Rotweine haben einen hohen Alkoholgehalt.
Karl May war von der Karstlandschaft begeistert und Filme wie DER SCHATZ AM SILBERSEE oder OLD SHATTERHAND wurden hier gedreht.
Wenige Kilometer hinter Sibenik eröffnen die Tore des Nationalparks Krka den Blick und Zugang zu einer einmaligen, paradiesischen Flusslandschaft, die ihresgleichen vergeblich sucht. Auf dem Gebiet des Parks schlängelt sich die Krka mal durch canyonartige Schluchten, mal entlang sanfter, begrünter Hänge.

Skradinski Buk
Zadar gegenüber der Altstadt

In Zadar kann man Römische und Venezianische Rudimente bewundern.
Die Kirche St. Donatus aus dem 9.Jahrhundert ist eine Dokumentation des byzantinischen Reiches Dalmatien ( woher auch der Dalmatiner stammt).

Berühmte Kathedrale St. Donatus in Zadar

Die Venezianer eroberten "Zara", bauten im 16.Jahrhundert eine starke Festung mit einem ausgeklügelten Verteidigungssystem auf. Diese wurde im UNESCO Welterbe aufgenommen.
Die Österreicher übernahmen im 18.Jahrhundert und stationierten in der Zeit des 1.Weltkrieges die k.u.k. Armee.
1945 gehörte die Stadt zu Kroatien, viele Italiener verließen die Stadt Richtung Italien.
Nach dem 2.Weltkrieg wurde Jugoslawien gegründet, wobei Kroatien und Slowenien die entwickeltsten Länder waren und sind.
Sie wollten 1991aus der Föderation raus.
1991 konnte sich Zadar nur mit großer Anstrengung gegen die Serben verteidigen.
Seit 2013 gehört Kroatien zur EU und seit 2022 hat Kroatien den Euro. Allerdings ist das Leben dadurch sehr teuer geworden und viele junge Kroaten emigrieren bspw. nach Deutschland.
-Marinentor mit römischen Triumphbogen Porta di Terraferma mit dem Markuslöwen, ein Zeichen der venezianischen Herrschaft

-Brunnenplatz mit der römisch korinthischen Säule

Katholische Kirche in Zadar, rechts römische Säule
  • Katholische Kirche in Zadar, rechts römische Säule
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-Kathedrale St. Anastasia Basilica minor aus dem 9.Jahrhundert im romanischen Stil

Kathedrale St. Anastasia in Zadar

Seit 2005 gibt es am Hafen die Meeresorgel. Durch Wellenbewegung wird Musik erzeugt.
In der Nähe vom gleichen Künstler geschaffen eine Plattform 22m groß aus begehbaren Glasplatten die das Sonnenlicht auffangen und bei Sonnenuntergang bunte Lichtspiele erzeugen.

RAVENNA ist eine Stadt in der Emilia-Romagna in Italien.

Ihre Blütezeit erlebte sie im 5. Jahrhundert als sie zur Kaiserstadt ausgerufen wurde. Die Basilika Sant'Apollinare in Casse wurde Mitte 5.Jahrhundert geweiht. Sie ist ein Beispiel der frühchristlichen Architektur. Außen unscheinbarer Backsteinbau und innen eine so fein ziselierte Mosaiklandschaft die mit goldenem Licht verzaubert. Die Basiliken in dieser Epoche sind gen Osten ausgerichtet und der morgendliche Gottesdienst fand im Sonnenaufgang statt. Es durften auch nur Gläubige die Basilika betreten.

Die Glasmosaike sind in einem aufwendigen Verfahren, Metalloxide werden in einen Kuchen-oder Pizza Form ( je nach Herkunft;-))gegossen, mit einem halbmondförmigen Hammer geklopft und die Mosaike dürfen nicht größer als 10mm sein. Dann werden sie in den Kalkmörtel gepresst und sollte eine Keilform haben damit sie nicht rausfallen. Die Brillanz entsteht durch Goldglas ( hier wurde Blattgold hinter Glas verwendet) Mörtelfuge und wieder Goldglas.

Auch die achteckige Basilica di San Vitale sowie das kreuzförmige Mausoleum der Galle Placidia. fast alle zeitgleich entstanden, zeigen dieselbe Verfahrensweise.

Das Mausoleum der Gallaplacidia

Viele Mosaike führten im 8.Jahrhundert zum Bilderstreik. Vom islamischen Einfluss zum jüdischen Gebot " Du sollst kein Gottesbildnis machen." Die göttliche Natur lässt sich nicht umschreiben, also auch nicht malen. Ikonen, Bildanbetungen waren im 7.-8.Jahrhundert verpönt bis zur totalen Ablehnung. Erst das ökumenische Konzil Mitte 8.Jahrhundert verbot den Bilderstreik.

Dante Alighieri vollendete in Ravenna 1307 die " Göttliche Komödie" ( hierbei geht es um die Hölle und das Paradies in seiner Zeit). „Die Göttliche Komödie" verfasste er ins Italienische, dies durften nur Komödien alle anderen Werke mussten zu der Zeit ins Lateinische verfasst werden. deswegen hat er sein Werk als Komödie betitelt. Er starb 1321 an Malaria und seine Gebeine liegen in einem kleinen Tempel an der Klosterkirche San Francesco.

Dante Aligheri mit Taucherbrille, Streetart.

"Ravenna ist der einzige Ort im Bereich der abendländlichen Kirche, dessen frühchristlichen Mosaike die von Rom in den Schatten stellen." Maria Cetto, Restauratorin

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Katrin Fischbach aus Essen

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