Musical "Wunder von Bern": Gelsenkirchener wird Berni Klodt!

Dennis Henschel in Gelsenkirchen-Beckhausen, dort ist der Berni-Klodt-Weg, wenn das nicht passt! Foto: Privat
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Wir Ruhrgebietskinder sind bodenständig, auch wenn wir eigentlich ab Kindergarten Sänger werden wollen: Deshalb lernte Dennis Henschel aus Bulmke zunächst Polizist, bevor es ihn dann doch auf die Musical-Bühne zog. Und auf so einer steht er ab November als Schalker Urgestein Berni Klodt in das „Wunder von Bern“...

Bei so einer Großproduktion des Musical-Marktführers Stage Entertainment eine Hauptrolle zu ergattern, da wird schon der Kindheitstraum wahr, oder? „Absolut, das ist so“, strahlt der 30-Jährige, der tatsächlich schon im Kindergarten den „Starlight Express“ gesungen hat. Vor diesem Erfolg wartete allerdings viel Arbeit auf ihn.
Nach neun Jahren im Polizeidienst entschied er sich doch für Gesangsausbildung, Schauspielunterricht und die Bretter, die die Welt bedeuten. „Das habe ich nicht von einem Tag auf den anderen gemacht, das war ein Prozess. Aber ich bin heute sehr glücklich, dass ich diesen Weg gegangen bin.“

Im Movie-Park bei jedem Wetter

Jedes kleine Engagement hat er angenommen. „Im Movie-Park habe ich, wenn‘s sein musste, auch bei Minus-Zehn-Grad gesungen“, grinst er. Und wie das Leben so spielt: Es sieht jemand zu, der kennt einen... „So habe ich die eine oder andere Rolle bekommen“, erklärt er und ist sicher, dass zum Können mindestens genauso viel Glück kommen muss, um erfolgreich zu sein.
Manchmal gehört dazu leider das Pech eines anderen. „Ich gehörte zum Ensemble der Welturaufführung von „Die Päpstin“ in Fulda“, erzählt er. „Dort war ich auch Cover für die männliche Hauptrolle, doch bei so einer allerersten Show ist alles sehr hektisch bei den Proben, da werden die Zweitbesetzungen nicht einstudiert. Ich habe zwar die Songs und die Texte mitgelernt, hatte aber keine Probe. Dann stürzte der Hauptdarsteller bei der Premiere, das war kurz vor der Pause. Schnell war klar, er kann nicht weitermachen. Dann stand der Abendspielleiter vor mir und sagte: „Machst Du‘s? Mach‘ Dir keinen Stress, wenn Du es nicht machst, dann brechen wir ab“. Keinen Stress???“ Dennis Henschel schüttelt immer noch den Kopf, wenn er an diese Situation denkt. Und natürlich hat er‘s gemacht. „Meine erste Szene war dann das große tragische Solo - und alle Kollegen standen am Rand und haben zugesehen, wie das wohl läuft.“ Es lief so gut, dass der Gelsenkirchener in der Folge-Produktion in Fulda, die „Kolpings Traum“ hieß, direkt eine Hauptrolle spielen durfte... „Seitdem denke ich, wenn das Lampenfieber mich zu überwältigen droht, was soll passieren? Schlimmer geht‘s eigentlich nicht mehr.“ Dabei gehöre Lampenfieber definitiv dazu. „Das braucht man, um gut zu sein.“

Durchbruch beim Musical "Die Päpstin" in Fulda

Und gut sein, das will er, der junge Vater, der seit rund fünf Jahren so gut wie jede Audition - so heißt das Vorsingen beim Musical -, die es gab, mitgemacht hat. „Und ich war immer im Finale - und habe dann die Rolle doch nicht bekommen“, erinnert er sich. Umso glücklicher ist er, dass es jetzt geklappt hat. Wieder ist es eine Welturaufführung, an der Dennis Henschel beteiligt ist. Und was gibt es Cooleres für einen Gelsenkirchener als einen Schalker darzustellen? „Ja, das passt wirklich gut“, lächelt der sympathische Künstler, der sich kürzlich in Hamburg „Rocky - das Musical“ angesehen hat („sehr empfehlenswert“, sagt er) und dort von Zuschauern erkannt wurde. „Wahnsinn!, die hatten mich mal auf einer ganz kleinen Bühne gesehen“, freut er sich.
Allzuviel darf er über das „Wunder von Bern“, das die Geschichte des gleichnamigen Films erzählt, noch nicht verraten, das ist so bei Welturaufführungen, aber soviel sei ausgeplaudert: Er wird auch ein bisschen akrobatisch tätig. Und ist zudem „Cover Helmut Rahn“, wie passend, da doch bei der Weltmeisterschaft 1954 zuerst Klodt gespielt hat und dann von Rahn ersetzt wurde...

Akrobatisch zum Weltmeister 1954

Die ersten Proben liegen hinter ihm, viel Arbeit an dieser Ruhrgebiets-Geschichte, für die im Hamburger Hafen ein neues Theater gebaut wurde, noch vor ihm. Da steht ein Umzug an, oder? „Ja, ich suche noch was Kleines, aber mein erster Wohnsitz bleibt auf jeden Fall Gelsenkirchen, ich mag diese Stadt.“ Ein bodenständiges Ruhrgebeitskind eben!

Autor:

Silke Heidenblut aus Essen

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