Psychiatrische Kliniken der St. Augustinus-Gruppe unterstützen bundesweite Aktion „Protestmittagspause“
Mehr Zeit für Patienten statt mehr Zeit für Bürokratie

„Steigende Patientenzahlen, fallende Verweildauern, moderne Behandlungskonzepte, offene Türen, 1:1-Betreuungen, Deeskalationsmaßnahmen und Vieles mehr: die Anforderungen an eine gute stationäre psychiatrisch-psychotherapeutische Versorgung haben sich in den letzten Jahren und Jahrzehnten enorm weiterentwickelt und wir stellen uns diesen Herausforderungen im Alltag. Wir müssen feststellen: Sollten die Pläne des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Personalausstattung (G-BA-Richtlinie), so wie jetzt dem Bundesgesundheitsministerium vorgelegt, beschlossen und Realität in unseren Häusern werden, dann brauchen wir noch mehr Zeit für Verwaltung und Bürokratie und das wollen wir aus ärztlicher und pflegerischer Sicht im Interesse unserer Patientinnen und Patienten nicht widerspruchslos hinnehmen, denn: Psychiatrie ist Beziehungsmedizin!“, sagt Dr. Astrid Rudel, Chefärztin der Kliniken für Psychiatrie am Elisabeth-Krankenhaus in Gelsenkirchen und am St. Antonius-Krankenhaus in Bottrop-Kirchhellen – beides Häuser im Unternehmensverbund der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH.

Die Bundesdirektorenkonferenz des Verbandes leitender Ärztinnen und Ärzte der Kliniken für Psychiatrie und Psychotherapie (BDK) e.V. hat für den 12. Dezember zu einer bundesweiten Protestaktion unter dem Motto „Protestmittagspause – Mehr Personal für psychische Gesundheit!“ aufgerufen, um auf die Notwendigkeit angemessener Personalausstattungsvorgaben in den Kliniken aufmerksam zu machen. Susanne Minten, Geschäftsführerin der St. Augustinus Gelsenkirchen GmbH unterstützt als Trägervertreterin der Häuser in Gelsenkirchen und Bottrop die Aktion: „Die jetzt ans Ministerium weitergeleitete G-BA-Richtlinie knüpft an 30 Jahre alte Vorgaben zur Personalbemessung an, legt diese in nur minimal angepasster Form nun aber daraufhin aus, dass bei kaum mehr gegenfinanziertem Personal ein erheblicher Mehraufwand an Dokumentation entstehen wird. Darüber hinaus ist geplant, die Abteilungen mit ökonomischen Sanktionen zu belegen, die geeignet sind, die Versorgung psychisch erkrankter Menschen zu verschlechtern. Dagegen beziehen wir auch als Träger Stellung. Die Weiterentwicklung moderner Behandlungskonzepte hat in unseren Häusern große Fortschritte gemacht. Wir setzen uns intensiv für eine hohe Patientenautonomie, Dialog und Teilhabe ein. Dafür sind Sanktionen und noch mehr Bürokratie der völlig falsche Weg!“.

Im Elisabeth-Krankenhaus in Gelsenkirchen-Erle und im St. Antonius-Krankenhaus in Bottrop-Kirchhellen wird am 12. Dezember die Mittagspause in den Kliniken und Häusern für die Anliegen und Sichtweisen des BDK geworben, wie Dr. Astrid Rudel feststellt: „Unsere Therapieerfolge stehen im engen Zusammenhang mit den Rahmenbedingungen, die wir als Ärztinnen und Ärzte mit dem gesamten, multiprofessionellen Behandlungsteam zur Verfügung haben. Menschliche Zuwendung ist der Wirkfaktor in der Behandlung psychischer Erkrankungen. Eine therapeutische Beziehung aufzubauen und aufrechtzuerhalten, erfordert Zeit. Wir fordern eine Entlastung der Mitarbeitenden, insbesondere bei den ausufernden Dokumentationspflichten, damit wir uns ganz den Patientinnen und Patienten widmen können. Die jetzt dem Ministerium vorgelegte G-BA-richtlinie muss geändert und verbessert werden. Dafür setzten wir uns mit Info-Aktionen am 12.12. ein und darum unterstützen wir die BDK-Petition an den Deutschen Bundestag mit dem Titel „Mehr Personal für psychische Gesundheit“.

Autor:

Wolfgang Heinberg aus Gelsenkirchen

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