Stadt und S04 weihen Ernst-Alexander-Weg ein
Schalke 04 gegen Ausgrenzung

Der Ernst-Alexander-Weg führt jetzt zur Arena, zur Einweihung konnte man auch ein Foto des ehemaligen Schalke-Spielers ansehen. Zur Einweihung kam auch Oberbürgermeister Frank Baranowski und Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der örtlichen jüdischen Gemeinde. Foto: Gerd Kaemper
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  • Der Ernst-Alexander-Weg führt jetzt zur Arena, zur Einweihung konnte man auch ein Foto des ehemaligen Schalke-Spielers ansehen. Zur Einweihung kam auch Oberbürgermeister Frank Baranowski und Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der örtlichen jüdischen Gemeinde. Foto: Gerd Kaemper
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Gedenken an einen verfolgten, entrechteten und ermordeten Königsblauen: Die Stadt Gelsenkirchen und der FC Schalke 04 weihten in dieser Woche gemeinsam den Ernst-Alexander-Weg auf dem S04-Vereinsgelände ein.

Der bislang namenlose Weg erstreckt sich parallel zum Rudolf-Gellesch-Weg, der zur Willy-Brandt-Allee führt. An Spiel- und Veranstaltungstagen nutzen Fans häufig diesen Weg in Richtung Arena.
Es ist gute Tradition, Straßen, Wege und Plätze, die um die Arena liegen, nach bekannten Personen aus dem Umfeld des FC Schalke 04 wie Rudi Assauer oder Stan Libuda zu benennen. Doch diesmal ist es etwas anders, wie Oberbürgermeister Frank Baranowski bei der Einweihung erklärte: „Denn hier wird ein Weg nach einem Vereinsmitglied des FC Schalke benannt, der kein Finale entschieden, keine Arena gebaut, keinen Trick hinterlassen hat. Der aber mit seiner viel zu kurzen Lebensgeschichte für das steht, was eben auch zur Geschichte unseres Landes gehört (…). Einer Geschichte, die erzählt werden muss, (…) einer Geschichte, der wir uns unbedingt stellen müssen.“

"Geschichte, der wir uns stellen müssen"

Kommune und Club ehren und erinnern mit dem Weg an Nachwuchs- und Reservespieler Ernst Alexander, der 1933 nach der Machtübernahme Adolf Hitlers aufgrund seines jüdischen Glaubens aus dem Verein ausgeschlossen wurde. Alexander konnte zunächst in die Niederlande fliehen und dort weiter Fußball spielen, wurde dann aber nach Beginn des Zweiten Weltkriegs von den deutschen Invasoren interniert, 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
„Nur das bewusste Bekenntnis zur Vergangenheit hilft, aus ihr zu lernen und sich heute für eine Gesellschaft einzusetzen, in der Rassismus keine Rolle spielt (…)“, erklärte Oberbürgermeister Baranowski. Außerdem lobte er auch die Bemühungen des FC Schalke 04, die Vereinsgeschichte im Nationalsozialismus zu erforschen: „Ich möchte dem Verein für sein Bekenntnis zu den dunklen Seiten seiner Geschichte und für sein Engagement ausdrücklich „Danke“ sagen.“
An der offiziellen Einweihung des Ernst-Alexander-Wegs nahmen neben Baranowski auch Schalkes Vorstandsmitglied Alexander Jobst und die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Judith Neuwald-Tasbach, sowie einige Fans teil.
Die Namensgebung ist einer von vielen Bausteinen der Schalker #stehtauf-Aktionswoche. Mit dieser verdeutlichten die Königsblauen vor dem heutigen Heimspiel gegen den SC Paderborn, dass sie entschlossen gegen jede Form von Diskriminierung und Ausgrenzung vorgehen. Nie war das wichtiger als heute, gerade nach dem Pokalspiel am Dienstag.

#stehtauf

  • Das Motto #stehtauf bezieht sich auf das Jahr 2015, als Spieler, Trainer und Verantwortliche nach Übergriffen auf geflüchtete Menschen mit einem viel beachteten Video mit der Galionsfigur Gerald Asamaoh ein unmissverständliches Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzten. Die Botschaft ist nach wie vor relevant und bezieht sich auf den 1997 im Parkstadion entstandenen Gesang „Steht auf, wenn ihr Schalker seid“ – ergänzt durch: „Steht auf, wenn ihr Menschen seid.“ 
Der Ernst-Alexander-Weg führt jetzt zur Arena, zur Einweihung konnte man auch ein Foto des ehemaligen Schalke-Spielers ansehen. Zur Einweihung kam auch Oberbürgermeister Frank Baranowski und Judith Neuwald-Tasbach, die Vorsitzende der örtlichen jüdischen Gemeinde. Foto: Gerd Kaemper
Der Ernst-Alexander-Weg führt zur Arena. Foto: Gerd Kaemper
Autor:

Silke Heidenblut aus Gelsenkirchen

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