Die Horster Arbeiterwohlfahrt ab 1945:

90- Jahre Awo in Horst 2013
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Der zweite Weltkrieg von 1939 bis 1945 machte ein Familienleben für viele in unserer Gemeinde wie in ganz Deutschland unmöglich. Kriegsdienst und Gefangenschaft der Männer, Evakuierung und Flucht der Frauen zerrissen die Beziehungen zwischen Familien für Jahre.

Die Männer herausgerissen aus beruflichen und persönlichen Zusammenhängen, mussten sich mit der ungewohnten Lebenssituation als Soldat zurechtfinden.

Die zurückgebliebenen Frauen mussten sich allein durchschlagen. Unter schwierigen Bedingungen sorgen Mütter für ihre Kinder; Eltern und Großeltern.

Die ständigen Bombenangriffe während des Zweien Weltkrieges auf unserem Stadtteil und die zunehmende Lebensmittelknappheit verwandelten Hausarbeit immer wieder In „Überlebensarbeit“.

Mit Hamsterkäufen, Schwarzmarktgeschäften und „Organisieren“ sicherten Frauen nach 1945 die Existenz ihrer Angehörigen.

Und so machten sich die Frauen der Arbeiterwohlfahrt, die ja bis 1933 Gutes geleistet hatten, wieder an die Arbeit. Unter ihnen war noch eine große Zahl frühere Helferinnen und Helfer, die aus der Anfangszeit der SPD – Frauengruppe aus dem Jahr 1919 stammten und 1923 die Horster AWO aus der Taufe gehoben haben. Frauen und Männer wie Anna Podschwadek, Luise Michalski, Fanny Reichrath, Lina Naujoks. Mimi Katzwinkel und nicht z vergessen (Grete) Haferkamp. die bereits als 13- jährige den Weg über die sozialistische Arbeiterjugend zur SPD – Frauengruppe und der AWO fand.

Diese Frauen und noch viel mehr – haben nicht gestöhnt und gejammert, sondern zur Schüppe gegriffen und haben sich Wege durch die Trümmer geschaffen. Für sie stand im Vordergrund, Evakuierung, Hungernden du Heimatlosen zu helfen.
Das alte Zechenhaus, in dem dieser Kindergarten mit Nähstube entstand, befand sich an der Stelle wo der Eingang des heutigen Städtischen Kindergartens an der Landecker Straße ist. Dieser Kindergarten wurde von vielen Ehrenamtlichen Helferinnen der AWO, SPD und Falken in enger Zusammenarbeit geführt.
Luise Michalski leitete nach dem Krieg die Horster Arbeiterwohlfahrt

1946 übernahm Grete Haferkamp den Vorsitz:

Nach dem Hochwasser im Jahr 1946 fand im Sommer bereits das erste Sommerfest der Arbeiterwohlfahrt und der Falken rund um das Horster Schloss statt.

Als 1948 die Währungsreform kam wurde auch die Arbeiterwohlfahrt empfindlich getroffen. Das Spürte in erster Linie die Helferinnen und Helfer, die mit der unmittelbaren Betreuungsarbeit vor Ort zu tun hatten, die eigenen Mittel waren durch die Währungsreform aufgezehrt, nun war man auf das Ausland angewiesen.

Wie hätte es in Deutschland ohne Auslandspenden, so kurz nach Kriegsende, ausgesehen?
Die Auslandspenden setzte die AWO nicht nur in den Stand, vielen tausende Menschen zu helfen, sondern ermöglichte es, in den Jahren 1947. 1948 und 1949 umfangreiche Maßnahmen durchzuführen, denn ohne die Spenden von Fett, Kakao, Milchpulver und Nährmitteln hätte man vielen nicht helfen können.

Unter der Leitung von Grete Haferkamp setzten die Helferinnen und Helfer die zerstörte Fahradhalle der Zeche Nordstern wieder instand, in der das vom schwedischen und britischen Roten Kreuz zur Verfügung gestellte Essen verteilt wurde.
Im Zuge der Umgestaltung des Geländes der Zeche Nordstern zur Bundesgartenschau 1997 wurde die Fahrradhalle dem Erdboden gleichgemacht.
An der Stelle der Fahrradhalle befinden sich heute Wohnhäuser der Straße“ Am Bugapark“.

1952 leitete einer der ältesten Kämpfer der Arbeiterwohlfahrt, Kaspar Hüther, im AWO – Heim die Jahreshauptversammlung. Hüther sprach von Idealismus und ehrenamtlicher Arbeit, damit die Aufgabe der Nothelfer mit Erfolg durchgeführt werden konnte.
Hüther hatte in dieser Versammlung großen Anteil daran, dass der neue Vorstand mit guten Leuten besetzt wurde.

Erneut wurde Grete Haferkamp zur Vorsitzenden gewählt, ihre Stellvertreterinnen wurde Fanny Reichrath und Luise Michalski. Nach ihrer Wiederwahl rief Grete Haferkamp alle Mitglieder auf, dass es gelinge, den AWO – Ortsverein Horst einem der aktivsten im Gelsenkirchener Kreisverband zu machen.

Von 1957 bis 1975 gehörte Grete Haferkamp der SPD – Ratsfraktion fast ununterbrochen an. Sie machte sich besonders stark für den Neubau des Jugendheims Buerer Straße, das 1960 eröffnet werden konnte.

Als das Jugendheim 1960 Eröffnet wurde Titelte die die Horster Zeitung „Wartesaal für Schulpflichtige Kinder“. Das Jugendheim war von Montag – Freitag von 15:00 bis 17:00 Uhr geöffnet.
Erste Heimleiterin war Anni Thimm, bereits um 14:30 Uhr standen zahlreiche Kindergruppen auf der umgepflügten Buerer Straße in der Nähe der Ekertbrücke meist- sechs- zehn und vierzehnjährige Mädchen und Jungs und warteten bis die Heimleiterin Anni Thimm die moderne Glastür des neuen Heims öffnete.
Ja vierzig bis fünfzig Kinder kamen täglich – außer Samstag und Sonntag.

Die meisten Kinder wohnten in der näheren Umgebung, die anderen scheuten den langen Weg aus Beckhausen, Gladbeck, Hessler oder dem Horster Süden nicht, denn hier war immer was los.

Die Eltern waren begeistert, weil sie ihre Kinder in sicherer Obhut wussten, ja das Jugendheim an der Buerer Straße war der „Wartesaal für Schulpflichtige Kinder“ für Schulpflichtige Kinder, welche hier jeden Tag ihre Hausaufgabe für die Schule verrichten konnten.

Heute gehört das zu Vergangenheit an, die Kinder wissen leider nicht mehr wo sie ihre Freizeit verbringen können.

Grete Haferkampf war Stolz, dass die Horster Sozialdemokraten gemeinsam mit der AWO es geschafft haben, so etwas Schönes für die Kinder zu schaffen.

Als 1959 der AWO – Kindergarten an der Buerer Straße wegen Baufälligkeit schließen musste, wollte die AWO dort wieder einen Kindergarten errichten.
Da aber die Stadt Gelsenkirchen dort einen Kindergarten kombiniert mit einem Jugendheim plante, sah sich die AWO aus finanziellen Gründen außerstande. selbst zu Bauen oder den neu gebauten Kindergarten zu übernehmen.

Das Beitragsaufkommen der Mitglieder, die Sammelergebnisse der fleißigen ehrenamtlichen Helfer und das Spendenaufkommen waren zu gering für eine so große soziale Einrichtung zu übernehmen.

32 Jahre leitete Grete Haferkamp den Ortsverein Horst – Nord (nach ihr wurde die Margarete – Haferkamp – Straße, eine Stichstraße von der Vogelsang Straße abgeht benannt).

Ihr größter Wunsch war es, dass der Ortsteil Horst ein Altenzentrum erhält, das dem Stadtteil zur Verfügung steht.

Bei der Jahreshauptversammlung 1978 im Jugendheim Buerer Straße trat Grete Haferkamp nach 32 Jahren aus Gesundheitlichen Gründen aus ihrem Amt zurück. Die Mitglieder wählten sie einstimmig zur Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit mit Sitz- und Stimme im Vorstand. Als Anerkennung für ihre Arbeit in 32 Jahren überreichte ihr die neue Vorsitzende, Hildegard Stein, Blumen und eine Zinn Vase.

Hilde Stein gehörte der Arbeiterwohlfahrt seit 1963 an, stellvertretende Vorsitzende wurde Anni Karkuth, Kassiererin Hildegard Milhofer und Elli Schmitz. Schriftführerin Anni Berger und Ruth Zander, Hanna Urbaniak, Agnes Gohr und Luise Sitzmann wurden Revisoren.

Der Ortsverein hatte zu dieser Zeit 204 Mitglieder, und Hilde Stein machte da weiter, womit Grete Haferkamp begonnen hatte wollte in Seniorenzentrum in Horst – und dafür benötigte man Geld. Man ließ somit keine Gelegenheit aus, dafür zu Sammeln.

1987 gab es Massiven - Protest gegen eine Zunahme von Spielhallen in Horst, im neuen Eichhorngebäude an der Essener Straße/Ecke am Wedem sollte eine weitere Spielhalle eröffnet werden, obwohl es im Stadtteil bereits schon 9 dieser Spielhöllen gab. Horster Organisationen und Elterngruppen wanden sich in einem schrieben einen Brief an Oberbürgermeister und Oberstadtdirektor.
Über 100 Seniorenbürger Unterschrieben einen Brief des AWO – Ortsvereins an den OB. Die Senioren „fühlten sich abends auf den Straßen nicht mehr sich“, es war und ist auch heute, 31. Jahre später noch fast ein Erlebnis, „eine Stopfnadel“, in Horst zu kaufen, so die Senioren der AWO.

Schon lange suchten die Horster Vereine sowie Bürger nach einen Versammlungs- oder Veranstaltungsraum.
Mitfertigstellung des Seniorenzentrums am Marie Juchacz Weg wurde eine Optimale Einrichtung geschaffen.
Ein Begegnungszentrum im Souterrain: mit Saal, einem Café mit Bierstube sowie einer Bundeskegelbahn und Behindertengerechte Versammlungsräume-

Hierdurch sollten auch die älteren Menschen des Seniorenzentrums im Horster Stadtteil integriert werden und am öffentlichen Leben teilnehmen.

Bereits 1982 hatten die Planungsarbeiten begonnen. Das bis zum ersten „Spatenstich“ im Januar 1987 fünf Jahren vergingen, scheint dem einen oder anderem eine lange Zeit zu sein, aber ein Projekt in einer solchen Größe ist dies ein üblicher Zeitraum.

Beim ersten Spatenstich war die Vorsitzende Hilde Stein sowie die Ehrenvorsitzende Grete Haferkamp noch dabei.

Als das Seniorenzentrum am 10. Juni 1989 offiziell durch den damaligen Minister für Stadtentwicklung, Wohnen und Verkehr des Landes NRW Dr. Christoph Zöpel (SPD) eröffnet wurde, war Hilde Stein nicht mehr Unter uns, denn Hildegard Stein verstarb wenige Monat am 13. April 1989.

Der Ortsverein der AWO, der sich bis zu diesem Zeitpunkt 14-tägig mittwochs im Jugendheim Buerer Straße 86 traf, zog nach der Fertigstellung des Heimes zum Marie – Juchacz – Weg um.

Am 14. Mai 1989 wurde dort der erste AWO – Nachmittag durchgeführt. Der Unterschied zwischen dem Jugendheim und dem Neuen zu Hause war folgender.

In der Buerer Straße gab es Ehrenamtliche welche den Kaffee und den Kuchen selber herstellte und für kleines Geld verkaufte, er wurden auch Reibekuchen oder Grützwurst gemacht.

Und im neuen Quartier hatte der AWO – Kreisverband die Bewirtschaftung unternommen und dem entsprechen war es auch Teurerer, es gab auch keine belegten Brötchen, sondern nur Kuchen.

Aber die Mitglieder hatten sich schnell daran gewöhnt. Wilma Friese die gemeinsam mit Heinz Walter unter Hilde Stein als Stell, Vorsitzende Fungierten leiteten den Ortsverein bis zur Neuwahl 1990 kommissarisch.

1990 Wählten die Mitglieder folgenden Vorstand: Vorsitzende Wilma: Friese, stellv. Ruth Heinrich und Irmgard Bast. Kassiererin: Ulla Somberg, stellv. Ruth Heinrich. Schriftführerin: Hannelore Pohl. Beisitzerin: Sonja Axmann, Helga Dochnahl, Gerda Jäger, Kurt Wörsdorfer, Jürgen Meißner und Rudi Zenker.

Sehr erfolgreich waren die vielen „ehrenamtlichen“ Helferinnen und Helfer bei den Haussammlungen und beim Losverkauf.

1994 wurde der Ortsvereinsvorstand wiedergewählt.

Im Rahmen der Awo – Nachmittage veranstaltete der Ortsverein Karnevals, Frühlings- Oster- Muttertags- Herbst- Geburtstags- Weihnachtsfeste und gemeinsame Sommerfeste mit dem Mitarbeiter/innen des Seniorenzentrums.

Man sorgte dafür, dass die Mitglieder immer gut informiert waren, einerlei ob es sich um die Pfleg-, Kranken- und Rentenversicherung oder Streit in der Nachbarschaft handelte. Regelmäßig wurden Referenten zu verschiedenen Themen eingeladen.

„Mach anderen Freude, du wirst erfahren, das Freude freut“ Unter diesem Motto betreuen die Frauen seit 1993 jeweils im Frühjahr und im Herbst die Bewohner/ innen auf den fünf Etagen des Hauses für ein paar Stunden. Man sing und spielt mit Ihnen, aber man reicht ihnen auch den Kuchen, Kaffee, Saft und vieles mehr, die finanziert man aus dem Erlös des Basars, der jeweils im Herbst stattfindet.

Wenn diese Frauen dann ihren Dienst am Menschen beendet haben, wissen sie, was sie geleistet haben und beneiden das Pflegepersonal um ihren Beruf nicht.

Finanziert werden diese Nachmittage aus dem Erlös des Basars, der jeweils im Hebst stattfindet. Ehrenamtliche Arbeit wurde in Horst – Nord schon immer großgeschrieben.

Die Mitgliederzahl stieg auf. So hatte der Ortsverein 2009 etwas über 500 Mitglieder und war der größte im AWO- Kreisverband Gelsenkirchen.

Aber so schnell die Mitgliederzahl nach ober ging, so schnell gingen sie auch wieder zurück. So hatte der Ortverein es schwer im Jahr 2012 einen kompletten Vorstand zusammen zu bekommen.

Zwar wurde Wilma Friese sie seit 1967 Mitglied der AWO war erneut zur Vorsitzenden gewählt, Ursula Kasmann wurde ihre Stellvertreterin.

Im Jahr 2013 feierte der AWO – Ortsverein Horst – Nord in den Räumen des Seniorenzentrum n Horst sein 90- jähriges Bestehen.

Vom 19/20 Dezember 1914 Verstarb Wilma Friese, die das Amt 24 Jahre begleitet hatte.

Nun führte Ursula Kasmann mit viel geschickt den Ortsverein bis 2017 kommissarisch.
Ein schwerer Schlag für den Ortsverein war die Schließung des Cafés, die Bundeskegelbahn und die Bierstube durch den Kreisverband Gelsenkirchen.

Ab nun übernahm, dass Seniorenzentrum die Einrichtung für seine Bewohner/innen so konnte auch der Ortsverband weiter dortbleiben.

Im Jahr 2017 wurde Bärbel Kinski Vorsitzende und Annegret Esbach Hauptkassiererin.

In diesem Jahr feiert der Ortsverein Horst – Nord sein 95-jähriges Bestehen und ist einer der älteste Ortsverein im Kreisverband Gelsenkirchen.

Aber die Arbeiterwohlfahrt ist nach fast 100 Jahre auf die die Wohlfahrt Verband 2019 zurück blicken kann nicht mehr der wie er 1919 von Marie Juchacz gegründet wurde.

Es gibt keine Zusammenarbeit mehr zwischen Kreis- und Ortsverbände, man lässt die Ortsverbände mit ihren Sorgen und Problemen alleine und das ist schade.

Es gibt in den Ortsverbänden keine Kümmerer mehr, viele alte Mitglieder Treten aus, weil sie mit ihren Sorgen alleine gelassen werde. Nachwuchs gibt es eben so wenig.

Ich wünsche dem Ortsverein Horst – Nord an dieser Stelle für die Zukunft alles Gute, macht weiter so wie bisher, feiert noch einmal denn ob Horst – Nord auch noch sein 100 feiern kann steht in den Sternen.

Glück auf
Heinz Kolb

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