Projekt möchte das lebens- und liebenswerte Gelsenkirchen in den Fokus stellen
Gelingendes Leben in GE

Die Auftaktveranstaltung von „Gelingendes Leben“ findet am Mittwoch, 10. April, um 19.30 Uhr im Schloss Host statt. Dann wird Kübra Gümüsey einen Vortrag halten, Kulturdezernentin Annette Berg ein Grußwort der Stadt sprechen und Michael Em Walter die Begrüßung vornehmen. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Frank Baranowski übernommen. Foto: Elif Kücük
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  • Die Auftaktveranstaltung von „Gelingendes Leben“ findet am Mittwoch, 10. April, um 19.30 Uhr im Schloss Host statt. Dann wird Kübra Gümüsey einen Vortrag halten, Kulturdezernentin Annette Berg ein Grußwort der Stadt sprechen und Michael Em Walter die Begrüßung vornehmen. Die Schirmherrschaft hat Oberbürgermeister Frank Baranowski übernommen. Foto: Elif Kücük
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Eine Projektgruppe bestehend aus der Leiterin des Kulturraums „die flora“ Wiltrud Apfeld, dem Musiker und Komponisten Michael Em Walter, dem (Kultur-)Pfarrer Thomas Schöps, dem Dramaturgen des Consol Theaters Georg Kentrup und dem Grafiker Jesse Krauß möchte einen Prozess anregen, bei dem sich die Gelsenkirchener einmal anders mit ihrer Stadt befassen. Dazu sollen nicht nur, aber auch die positiven Seiten des Lebens in Gelsenkirchen beleuchtet werden.

In unserer Stadt fällt immer wieder auf, dass der Blick der eigenen Bürger auf die Stadt sehr viel kritischer ist als der von Außenstehenden oder Besuchern. Zu oft wird der Blick nur auf das gerichtet, was nicht gefällt, nicht funktioniert oder nicht angeboten wird. Dabei wird das, was die Stadt zu bieten hat, nicht genutzt oder wahrgenommen.
„In Gelsenkirchen wird zu viel über das Elend gesprochen. Darum haben wir für das Projekt auch den Namen ‚Gelingendes Leben‘ gewählt, weil wir einen Anstoß geben wollen, dass es bei der Mehrheit der Gesellschaft gelingen kann“, erklärt Michael Em Walter.
Um seine Idee umsetzen holte er sich Wiltrud Apfeld und Georg Kentrup ins Boot, Thomas Schöps saß bereits darin, weil die Idee aus einem Gespräch zwischen dem Musiker und dem Pfarrer geboren wurde.
Alle Akteure sind sich darüber im Klaren, dass sie lediglich einen Anstoß geben können zu einem Umdenken und anders Wahrnehmen der sich bietenden Gegebenheiten. Georg Kentrup bringt es auf den Punkt: „Das Ganze ist ein offener Prozess, der über viele Jahre reifen muss. Wir wollen aber auch nicht nur das Positive in der Stadt herausstellen und dabei das ungelungene Leben vertuschen. Denn auch das ist Teil der Stadtgesellschaft.“
Pfarrer Schöps sieht die „Religion auf einer ständigen Suche nach dem gelingenden Leben“. Wiltrud Apfeld steht mit der „flora“ für eine Institution, die für kritische Fragen zur Stadtgesellschaft und überhaupt steht. Für die grafische Umsetzung des Projektes stieß Jesse Krauß zum Team, der mit einer Vielfalt an Logos überraschte, die für den Entwicklungsprozess und die Vielfalt der Angebote stehen sollen und damit die anderen überzeugte.
Und so wird schnell klar, das die Zusammensetzung der Projektgruppe auch kein Zufallsprodukt ist, denn hier ziehen Menschen an einem Strang, die Gelsenkirchen nach vorne bringen möchten. Wobei dabei weniger an #401 gedacht ist, sondern an das Zusammenleben der Menschen. Denn die Akteure sind sich einig: „Vielfalt macht Gesellschaft lebens- und liebenswert.“
Bei dem Projekt soll es sich, auch wenn Kultur zum Angebot gehört, nicht um eine Kulturreihe handeln, sondern vielmehr einen Diskurs in verschiedene Lebensbereiche und Lebenswirklichkeiten.
Und weil gelingendes Leben auch nicht immer perfekt und geradlinig verläuft, lassen sich die Projektbeteiligten überraschen von der Akzeptanz der Bürger. „Es geht um die Frage: Wann geht es mir gut? Eine Frage, die jeden betrifft und die sich jeder stellen sollte. Das ist der erste Schritt. Denn immer nur Kritik zu üben macht auch schlechte Laune“, ist sich Michael Em Walter sicher.
Der Musiker und Ideengeber würde sich wünschen, dass sich „Gelingendes Leben“ zu einem „Generationenprojekt entwickelt und Gelsenkirchen vielleicht in 20 oder 25 Jahren bekannt ist als die Stadt des gelingenden Lebens.“ 

Das Programm

Zum Programm des Projektes "Gelingendes Leben" gehören auch einige bekannte Veranstaltungsreihen, die aber in Teilen entsprechend unter den Fokus des gelingenden Lebens gestellt und von den Akteuren begleitet werden.
Die Auftaktveranstaltung findet am Mittwoch, 10. April, um 19.30 Uhr mit einem Vortrag von Kübra Gümüsey im Schloss Horst, Turfstraße 21, statt.
Vom 29. April bis 28. Juni heißt es im Musiktheater im Revier "Und jetzt alle!", ein Projekt, bei dem am Ende eine Oper entstanden ist.
Im Mai findet in der Bleckkirche eine Diskussion zu Europa im Vorfeld der Europawahl statt.
Am Donnerstag, 10., und Freitag, 11. Mail, gibt es im Rahmen des "Hör.Mal.Erzählfrühling" zwei Veranstaltungen zum Gelingenden Leben mit einem Erzählabend in sechs privaten Wohnzimmern und vier Hörstationen im Erzählzelt in der Gelsenkirchener City.
Am Mittwoch, 15. Mai, wird um 19.30 Uhr der Dokumentarfilm "Neue Wohn- und Lebensformen" in der "flora", Florastraße 26, gezeigt.
"Brotzeit mit Brunow" heißt es am Freitag, 17. Mai, um 20 Uhr in der "flora" bei einem Kabarettabend mit Thorsten Brunow und Gästen über die Fragen der Zeit.
Das Programm wird fortgesetzt bis in den April 2020.
Infos zu Terminen und mehr gibt es auf der Homepage www.gelingendes-leben.ruhr.

Autor:

silke sobotta aus Gelsenkirchen

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