Bettina Weist (SPD) ist Favoritin auf den Bürgermeister-Stuhl - Michael Hübner (SPD) muss für den Landrat-Job mächtig zulegen
Gladbecker sind am 27. September zu zwei Stichwahlen aufgerufen

Den ersten Urnengang haben die Gladbecker Wahlberechtigten hinter sich gebracht. Am 27. September stehen nun aber noch die Stichwahlen um das Bürgermeisteramt und die Position des Landrates an.
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Die erste Wahlschlacht ist geschlagen, die Entscheidungen in Sachen "Stadtrat" und "RVR-Gremium" gefallen. Mit Bettina Weist (SPD) und Dietmar Drosdzol (CDU) müssen aber die beiden verbliebenen Kandidaten für den Bürgermeisterstuhl im Gladbecker Rathaus in die "Verlängerung". Ebenso wie der Gladbecker Michael Hübner (SPD) und sein CDU-Kontrahent Bodo Klimpel, die sich noch Hoffnungen auf den Posten des Landrates machen dürfen.

Schon früh morgens zeigten sich erste Schlangen vor den Wahllokalen, innen lagen „cleane“ Kugelschreiber und nagelneue Ersatzmasken bereit, um die Hygiene-Vorschriften zu erfüllen. Im Tagesverlauf, vor allem gegen 11 und 12 Uhr, bildeten sich lange Wartegruppen, das steigerte sich am Nachmittag, aber die Gladbecker warteten geduldig, bis sie auf den fünf bunten Wahlzetteln ihre Kreuze markieren konnten. Trotzdem: Einige Wähler drehten um und genossen das schöne Wetter ohne die Stimmabgabe.

Die Sozialdemokraten feierten abends in und vor der „Afrika-Lounge“ das sehr gute Ergebnis in der Bürgermeisterdirektwahl für ihre Kandidatin Bettina Weist. Sie holte 42,4 Prozent. Bis weit nach 22 Uhr sangen die Direktkandidaten und Wahlkampfmitarbeiter unter anderem das Steigerlied und versprachen "jetzt noch einmal bis zur Stichwahl in 14 Tagen voll aufzudrehen!" Bettina Weist zeigte sich zuversichtlich: "Wir führten bisher einen sauberen und anständigen Wahlkampf. Den Erfolg habe ich auch besonders meinem Team zu verdanken" und hob dabei besonders ihren Wahlkampfmanager Volker Musiol hervor.

Für ihre Partei, die SPD, gab es in der Stadtratswahl aber nicht viel zu feiern. Im Gesamtergebnis waren zehn Prozent Verlust im Vergleich zur letzten Kommunalwahl (2014) auch kein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen. Der Abwärtstrend der Bundes-SPD reicht eben auch bis Gladbeck – und die seltsame Aktion mit der Gladbecker Vereinbarung kurz vor der Wahl, mit der die zukünftige Ratspartei AfD ausgegrenzt werden soll, brachte moralisch viel, aber mit Sicherheit keinen SPD-Stimmenzuwachs. Immerhin: Fast alle 19 Direktmandate konnte die SPD halten – und die SPD bleibt stärkste Ratspartei.

Bei der CDU sah es nicht so emotional aus. Richtige Stimmung wollte im im Weinkokal Volmer hinter der Lambertikirche nicht aufkommen, denn die Gladbecker Christdemokraten konnte ihr Wahlziel bei der Bürgermeisterwahl mit 23,4 Prozent nicht erfüllen. Der Spitzenkandidat Dietmar Drosdzol dazu: "Bei der Bürgermeister-Stichwahl ist noch alles offen!" Auch bei der Kommunalwahl konnte die CDU nicht richtig zulegen, dümpelt mit fast dem gleichen Ergebnis (26,2 Prozent) der letzten Kommunalwahl 2014 (damals 25,2 Prozent) vor sich hin. Drodzol, der mit seinem Team und Ehefrau Alexandra feierte: "Wir haben unser Stimmenergebnis bei der Kommunalwahl gehalten!" Der CDU-Fraktionsvorsitzende Peter Rademacher: "Wir konnten den Abstand zur SPD deutlich verringert und haben nichts an Stimmen bei der Kommunalwahl verloren!"

"Luftsprünge" hingegen machten die Grünen, mehr als doppelt so viele Stimmen bei der Stadtratswahl im Vergleich zu 2014, da schmeckte das ökologisch-korrekte Essen auf dem Hof an der Rentforter Straße besonders. Trotzdem: Die Gladbecker Grünen kamen aber nicht an das gute Ergebnis der Landes-Grünen heran. Jetzt bedeutet es für die grüne Partei: Mehr für den Klimaschutz, plus Windrad in Brauck, grüne Dächer und ein neues Mobilitätskonzept. Als Bürgermeisterkandidatin holte Simone Steffens 9 Prozent, hätte sich ein zweistelliges Ergebnis gewünscht, freute sich aber über das gute Abschneiden von Bettina Weist.

Freude kam bei den LINKEN gar nicht auf. Denn sie erhalten statt drei nur noch zwei Plätze im Stadtrat, die mit Olaf Jung und Rüdiger Jurkosek besetzt werden. Damit ist die LINKE nicht mehr in allen Ausschüssen vertreten, immerhin holten die Gladbecker im Kreis aber das zweibeste Ergebnis. Olaf Jung weiter: "Der Wähler hat entschieden, wir hoffen bei der zukünftigen Ratsarbeit auf wechselnde Mehrheiten!"

Erfolgreich war aber die AfD, die mit ihrem Bürgermeister-Kandidaten Marco Gräber bei ihrem ersten Auftritt bei einer Stadtratwahl gleich auf fast zehn Prozent sprang. Die Partei erhält damit gleich vier Ratsmandate.

Im Kreis bei der Landratswahl blieb Michael Hübner nur Zweiter. Sein CDU-Gegenkandidat Bodo Klimpel holte rund fünf Prozent mehr, als sein Gegenkandidat aus Gladbeck. Da dürfte es bei der Stichwahl am 27. September noch einmal spannend werden.

Unter den kleinen Parteien und den Einzelbewerbern in der Bürgermeisterwahl bewirkte Habib Ay von der türkischen Partei ABI 2,4 Prozent. Der unabhängige Kandidat Markus Kellermann schaffte beachtenswerte 5,46 Prozent. Michael Tack von der FDP 3,5 Prozent, Ulas Polat (unabhängig) magere 1,56 Prozent, die DKP mit Gerhard Dorka 1,3 Prozentpunkte und die einst starke BIG ging mit 1,34 Prozent unter.

Auch noch erwähnenswert: Die Wahlbeteiligung ist auch kein Grund zur Freude, nur 47,1 Prozent gingen bei dem schönen Wetter zu den Wahlurnen.

Wie soeben (14.  September, 12 Uhr) aus dem Rathaus gemeldet wird, liegt aus einem Wahlbezirk in Stadtmitte eine absolute Stimmengleichheit zwischen dem SPD- und dem CDU-Kandidaten vor. Daher wird es hier einen Losentscheid geben. Falls dieser Entscheid zugunsten des SPD-Kandidaten ausfällt, wird der CDU ein Überhangmandat zugesprochen. Falls der CDU-Bewerber das erforderliche Glück hat, würde es kein Überhangmandat für die Christdemokraten geben. Auf Sitzverteilung im Stadtrat hat der Ausgang des Losentscheides also keinerlei Auswirkungen.

Text und Fotos: Peter Braczko

Autor:

Uwe Rath aus Gladbeck

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