Hartz IV-Reform kein großer Wurf für Arbeitsmarkt im Kreis

"Viele Menschen leben durch Hartz IV  am Rande des Existenzminimums. Für sie sei die „gelobte Arbeitsmarktreform“ zur Armutsfalle geworden," kritisiert Susanne Neumann, Vorsitzende der IG BAU Emscher-Lippe-Aa.
  • "Viele Menschen leben durch Hartz IV am Rande des Existenzminimums. Für sie sei die „gelobte Arbeitsmarktreform“ zur Armutsfalle geworden," kritisiert Susanne Neumann, Vorsitzende der IG BAU Emscher-Lippe-Aa.
  • Foto: Gerd Altmann/pixelio.de
  • hochgeladen von Annette Robenek

Bilanz mit Schatten: „Für den Arbeitsmarkt im Kreis Recklinghausen waren die Hartz-Reformen nicht der große Wurf“, so Susanne Neumann. Die Vorsitzende der IG BAU Emscher-Lippe-Aa sieht die vor zehn Jahren begonnene Arbeitsmarktreform mehr als kritisch.

„Ein-Euro-Jobs, mehr Mini-Jobs und befristete Beschäftigungsverhältnisse sowie ein Boom bei Leih- und Zeitarbeit – das vermeintliche Jobwunder durch die Hartz-Reformen hat sich bei näherem Hinsehen als ‚mehr Schein als Sein’ entpuppt. Wo es tatsächlich eine Steigerung gegeben hat, ist der Niedriglohnbereich“, so Neumann.

Zudem lebten durch Hartz IV viele Menschen am Rande des Existenzminimums. Für sie sei die „gelobte Arbeitsmarktreform“ zur Armutsfalle geworden. Auch mit Blick auf die Langzeitarbeitslosigkeit sieht sich die IG BAU-Bezirksvorsitzende in ihrer Kritik bestätigt.

„Erklärtes Ziel der Reform war es, die Langzeitarbeitslosen aus dem Abseits zu holen. Das hat nicht geklappt.“ Als Beispiel nannte die IG BAU-Bezirksvorsitzende die Zahl der Dauerbezieher. „Zu Beginn dieses Jahres gab es im Kreis Recklinghausen mehr als 16.140 Arbeitslose, die 2 Jahre oder sogar länger von Hartz IV lebten. Das sind immerhin 64,5 Prozent aller arbeitssuchenden Hartz IV-Empfänger. Das zeigt, dass viele Arbeitslose vom Sozialgeld nicht mehr wegkommen“.

Autor:

Annette Robenek aus Gladbeck

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