Extreme (Alltags-)Einsatzsituationen

Peter Frank, Leiter des OPEN-Team der Gladbecker Feuerwehr, gehört zu den 23 Autoren, die Beiträge zu dem Buch „Blaulicht im Feuer“ geliefert haben.                                                                       Foto: Rath
  • Peter Frank, Leiter des OPEN-Team der Gladbecker Feuerwehr, gehört zu den 23 Autoren, die Beiträge zu dem Buch „Blaulicht im Feuer“ geliefert haben. Foto: Rath
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Gladbeck. Sie sind alltäglich mit ihren Einsatzfahrzeugen in ganz Gladbeck unterwegs, um Leben zu retten: Die Rettungsdienst-Mitarbeiter der Feuerwehr.

Sie sind zur Stelle, wenn Mitbürger einen Herzinfarkt erleiden, wenn Personen bei Verkehrsunfällen verletzt werden und auch dann, wenn Menschen - aus welchen Gründen auch immer - freiwillig ihrem Leben ein Ende bereitet haben.

„Extremsituationen gehören für Rettungskräfte zum Alltag, dennoch werden sie nie alltäglich“, weiss Peter Frank, bei der Gladbecker Feuerwehr Leiter des seit dem Jahr 2001 bestehenden „OPEN-Team“. Mittlerweile zählt das hiesige „OPEN-Team“, das hilfesuchenden Feuerwehrangehörigen nach Extremeinsätzen zur Seite steht, 13 speziell geschulte Mitglieder. In ganz Nordrhein-Westfalen verfügt somit Gladbeck nach der Berufsfeuerwehr Köln damit zahlenmäßig über das zweitgrößte „OPEN-Team“. Im Laufe der Jahre waren die Mitglieder schon in mehreren kreisangehörigen Städten im Einsatz. Aber auch nach der Tsunami-Katastrophe in Asien waren die Gladbecker Experten als Telefonansprechpartner für Hinterbliebene ebenso gefragt, wie auch bei der Betreuung von Opfern beziehungsweise Augenzeugen von Gewalttaten.

Die Rettungskräfte selbst wissen oftmals nicht, was sie bei Einsätzen vor Ort erwartet. So gleicht kein Einsatz dem anderen, so wie auch keine Rettungskraft der anderen gleicht. „Besonders extreme Einsatzsituationen gehen nicht spurlos an den Rettungskräften vorüber. Auch wenn das vielleicht für den neutralen Beobachter so aussehen mag,“ erzählt Peter Frank aus jahrelanger Erfahrung. Schließlich ist der 55-jährige Stadtamtmann inzwischen seit dem Jahr 1987 im Verwaltungsbereich der Feuerwehr aktiv. „Da bekommt man nahezu jeden Einsatz hautnah mit“, versichert Frank glaubhaft.

Und Peter Frank hat gelernt, dass das Erleben und Verarbeiten von Extremsituationen sehr personenbezogen ein individueller Prozess ist, den jede Rettungskraft ganz allein für sich bewältigen muss.

„Wissenschaftliche Literatur zu diesem Themenkomplex gibt es zwar, doch helfen diese Bücher aufgrund ihrer Praxisferne oft sehr wenig“, hat Peter Frank erkannt. Ähnlich denkt auch Günter Nuth von der Berufsfeuerwehr Düsseldorf, in der Landeshauptstadt ebenfalls im dortigen „OPEN-Team“ aktiv. Und so kam bei einem Treffen die Idee auf, doch einmal landesweit Einsatzberichte und -reportagen anzufordern, um diese dann in Buchform zu veröffentlichen.

Das Ergebnis ist das 200seitige Druckwerk „Blaulicht im Feuer“. 23 Autoren aus den Reihen der Feuerwehr, darunter auch Peter Frank, geben in der Anthologie Einblicke in ihre persönlichen emotionalen Erfahrungen. Es sind sehr vielfältige Beiträge, die aber eines gemeinsam haben: Die Frage nach einer erträglichen Form des Umgang mit Belastungen. Vermehrt steht dabei das Miteinander im Vordergrund und so weicht das Bild der steinharten und vielleicht auch gefühlskalten Rettungskraft einem Menschen, der oft - manchmal sogar täglich - Großes leistet und der doch eigentlich auch selbst einmal einen Helfer braucht. Denn am Ende verbleiben die Bilder von den Einsätzen in den Erinnerungen der Rettungskräfte.

„Blaulicht im Feuer“ ist alles andere als eine seichte Unterhaltungslektüre. Und dennoch verkauft sich das Buch seit seiner Markteinführung im Herbst des Jahres 2010 extrem gut. Die Gründe für das ungeahnte Interesse konnten bislang zwar nicht gefunden werden, Tatsache ist aber, dass die ersten drei Auflagen inzwischen vergriffen sind, die vierte Auflage gedruckt werden musste.

„Blaulicht im Feuer - Was uns bleibt, sind die Bilder! Ein Helfer für Helfer“ ist im „Geest-Verlag“ (ISBN 978-3-866885-259-4) erschienen und zum Stückpreis von zwölf Euro im Buchhandel erhältlich.

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