Werkstatt für "bessere Leute": Freilichtmuseum sucht Hinweise zum Schreinerhaus Petersen

So sah das Haus Petersen am Hagener Unterberg vor dem Zweiten Weltkrieg aus.
  • So sah das Haus Petersen am Hagener Unterberg vor dem Zweiten Weltkrieg aus.
  • Foto: Freilichtmuseum Hagen
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Bis etwa 1895 schreinerte die Familie Petersen am Hagener Unterberg, wie schon ihre Vorfahren aus der Familie Schüppstuhl ab Anfang des 19. Jahrhunderts. Wer kennt diese Familien und ihren Handwerksbetrieb noch aus Erzählungen der Eltern oder Großeltern?

Das kleine Haus Petersen ist älter als Hagens Industrie. Weniger als 1.000 Menschen lebten 1752 in der Stadt, als Stefan und Anna Sophia Stefen es bauten. Stolze 218 Jahre stand das Fachwerkhaus nordöstlich der Volme an der damaligen Wasserstraße, bis es 1969/70 dem Ausbau der B54 weichen musste und ins Freilichtmuseum umgesetzt wurde. Die ersten Nutzungen des Hauses sind ungeklärt; vermutlich um 1800 oder etwas später richtete man dann die Tischlerwerkstatt ein. Meister Wilhelm Schüppstuhl (1774-1853) dürfte der erste Tischler im Hause gewesen sein. Seine Tochter Louise (1822-1901) heiratete dann 1859 den Tischlergesellen Adolf Gottlieb Petersen (1824-1892) aus Rendsburg, der auf seiner Wanderschaft nach Hagen gekommen war.
Die Werkstatt im Haus Petersen, die vom Freilichtmuseum Hagen derzeit mit einer neuen Ausstellung versehen wird, ist für heutige Begriffe winzig: Auf gerade einmal 30 Quadratmetern arbeiteten phasenweise zwei bis drei Handwerker, die noch von Lehrlingen unterstützt wurden. Das Haus steht damit für die vielen noch nicht mechanisierten Kleinbetriebe vor 1900, in denen in reiner Handarbeit Möbel und Hausrat gebaut und repariert wurden Aber auch Bauschreineraufträge wurden erledigt, solange keine eigenen Maschinen erforderlich waren.
Wer kann das LWL-Freilichtmuseum mit Informationen, mit alten Fotos des Hauses und der Familien, die dort wohnten, oder auch Schreinerarbeiten aus der Werkstatt unterstützen? Aus einer Chronik des Hauses wissen wir, dass 1950 ein ehemaliger Lehrling berichtete, in der Werkstatt sei für viele „bessere Leute“ und auch für die Fabrikantenfamilien gearbeitet worden.
Das Freilichtmuseum ist auch an Informationen und Bilder aus ähnlichen Betrieben in Hagen interessiert.
Über jeden Hinweis freut sich Anke Hufschmidt (anke.hufschmidt@lwl.org, Tel. 02331- 7807-111).

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