Gottesdienst mitten auf dem Kirmesplatz
Ostern in der Autoscooter-Kirche: Pfarrer Heinrich betreut Schausteller auf der Kirmes

Abendmahl auf dem Autoscooter? Gibt es tatsächlich. Am Ostersonntag fand auf der Hagener Osterkirmes ein Gottesdienst für Schausteller und Besucher statt. Die Bildergalerie gibt einen kleinen Einblick in das Geschehen.
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  • Abendmahl auf dem Autoscooter? Gibt es tatsächlich. Am Ostersonntag fand auf der Hagener Osterkirmes ein Gottesdienst für Schausteller und Besucher statt. Die Bildergalerie gibt einen kleinen Einblick in das Geschehen.
  • Foto: Patrick Jost
  • hochgeladen von Lokalkompass Hagen

Mit der Gitarre in der Hand spielt Pfarrer Heinrich ein Lied, seine Gemeinde singt mit. Nach einer Taufe und zwei Konfirmationen wird zum Abendmahl geladen. Es wirkt wie ein normaler Gottesdienst, dabei ist es etwas ganz Besonderes:
Im Autoscooter, wo nachmittags zahlreiche Wagen über die Platte düsen, fand Ostersonntag am frühen Morgen ein Kirmes-Gottesdienst statt.

Zahlreiche Menschen, viele Schausteller aber auch normale Besucher, fanden sich zum Gottesdienst am Ostersonntag auf der Fläche des Autoscooter ein, mitten auf der Hagener Osterkirmes.
Zu Beginn des Gottesdienstes erklangen Orgeltöne von Keyboarder Kristoff (welcher am Abend vorher noch in einem Jazzkeller gespielt hatte), als Pfarrer Heinrich sich zur Begrüßung vor die Gemeinde stellte. In den folgenden eineinhalb Stunden wurden zwei Schaustellerkinder konfirmiert, eines getauft, es gab ein Abendmal, den Segen, das Schaustellergebet wurde gebetet und natürlich war ganz viel Musik dabei. "Das klappt ja wunderbar", freut sich Pfarrer Heinrich als die Gottesdienstbesucher mitsangen. Das kennt man aus den heimischen Kirchen zum Teil ganz anders.

Seit fünf Jahren betreut Pfarrer Heinrich, Leiter und einer von 15 Pfarrer der evangelischen Circus-und Schaustellerseelsorge (CSS), die Menschen auf der Reise. Die Schausteller, welche andauernd auf Achse sind, haben keine heimische Gemeinde, und deshalb kommen die Pfarrer auf die Kirmesplätze. Ursprünglich begann die Begleitung durch Pfarrer und Pastöre in den 50er Jahren in der Circusbranche. Nach und nach wollten aber auch immer mehr Schausteller einen Seelsorger an ihrer Seite haben. Diese betreuen die "reisende Gemeinde" bei Hochzeiten, Taufen, Beerdigungen, segnen neben den Menschen auch Neuheiten wie vor ein paar Wochen Schaustellerpastor Brandi aus Hamburg. Dieser weihte auf dem dortigen Hamburger Dom zusammen mit dem Betreiber Rico Rasch die brandneue Geisterbahn "Geister-Fabrik" ein. Und immer wieder halten die Pfarrer der CSS Gottesdienste ab, wie Ostersonntag in Hagen. 
Pfarrer Heinrich selbst kommt gerne zu dem mittlerweile fest verankerten Termin auf den Otto-Ackermann-Platz: "Die Schausteller hier sind eine gute Gemeinde", freut sich Heinrich über Zusammenhalt und die herzliche Verbindung unter den Schaustellern.
"Auch der Bezug zu Gott ist bei den Schaustellern höher als in anderen Gemeinden. Sie sind viel unterwegs und so muss auch Gott auf der Reise immer dabei sein."

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