Kampf von Nussknacker und Mausekönig

Jens und Jessie sind die Hauptrollen (hinten links)  in „Der Nussknacker“ neben Marcos Araujo selbst (5.v.l.), der den Nussknacker spielt. Kleine Mäuschen, Schneeflocken und vieles mehr gibt es aber auch    Alle Fotos: Pielorz
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  • Jens und Jessie sind die Hauptrollen (hinten links) in „Der Nussknacker“ neben Marcos Araujo selbst (5.v.l.), der den Nussknacker spielt. Kleine Mäuschen, Schneeflocken und vieles mehr gibt es aber auch Alle Fotos: Pielorz
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Nach intensiver Vorbereitung kommt am Sonntag, 12. Dezember, 17 Uhr, im Saalbau zu Witten das Ballett „Der Nussknacker“ zur Aufführung. Die Sprockhöveler Ballettschule Marcos Araujo ist seit einem Jahr mit den Vorbereitungen beschäftigt.
Jessi und Jens üben. Jessi ist 17 Jahre alt und tanzt im Ballett „Der Nussknacker“ die Klara. Sie möchte Ballerina werden. Jens ist 15 Jahre alt und der einzige Junge, der in der Ballettschule von Marcos Araujo zur Zeit tanzt – er möchte Schauspieler werden und tanzt im „Nussknacker“ die Rolle des Fritz. Für beide Jugendlichen ist der Tanz etwas ganz Besownderes – auch wenn sich Jens schon einmal eine doofe Bemerkung seiner Kumpels anhören muss. „Das war bei mir auch so“, sagt Marcos Araujo. „Ich habe als Kind erstmalig eine Aufführung von Hänsel und Gretel gesehen. Mich hat es sehr berührt und ich wusste genau, dass ich tanzen möchte und das habe ich auch gemacht“, erzählt der gebürtige Brasilianer, der vor zehn Jahren in Sprockhövel seine Ballettschule eröffnete und damals „der Liebe wegen“ in die Zwiebelturmstadt kam. Das hat sich übrigens bis heute nicht geändert.
Araujo tanzt selbstverständlich noch heute und gibt in der aktuellen Ballettaufführung den Nussknacker. Bei 1,84 Metern Körpergröße bringt er gerade einmal 65 Kilo auf die Waage. „Das Gewicht ist schon wichtig. Wenn man zu schwer ist, macht das Springen so viel Mühe“, lacht er.
Auch Jessi und Jens sind sehr schlank wie übrigens sehr viele Kinder und Jugendliche, die Ballettluft schnuppern. „Es kommen viele Kinder zum Gucken, aber die, die bleiben, trainieren auch richtig. Ballett, das ist Ausdruck und Seele. Das ist Haltung, Konzentration, Gleichgewicht. Es ist viel mehr als ein einstündiger Tanzkurs, in dessen Mittelpunkt die Show und die Bewegung steht.“
Zur Zeit trainieren rund achtzig Kinder und einige Erwachsene in der Ballettschule. Sie machen alle mit bei der Aufführung. „Über 300 Kostüme brauche ich dafür. Manche Personen müssen sich bis zu fünfmal umziehen. Die Kulissen gehören mir genauso wie die Kostüme. Es ist sehr aufwendig, denn die Kostüme müssen jeweils auf die Personen geändert werden. Und wir haben hier keinen Gummizug, sondern beispielsweise eine Korsage. Die muss einfach sitzen. Da spielen Nadel und Faden eine sehr zentrale Rolle.“
Schon zweimal hat die Ballettschule den Nussknacker aufgeführt. Etwas Neues zu machen ist schwierig. „Es ist unglaublich teuer, denn man muss neue Kostüme und Kulissen haben. Schon jetzt ist der Aufwand groß, denn es kommen die Kosten für den Veranstaltungsraum, die Feuerwehr und die Gema dazu. Das ist keine Aufführung zum Geldverdienen, sondern eine für das Herz“.
Überhaupt muss man mit Leidenschaft dabei sein, wenn man sich dem Ballett verschrieben hat. Und Lampenfieber hat Marcos Araujo noch heute. „Man sieht sofort, wenn etwas nicht klappt und man kann den Fehler auch nicht korrigieren. Man kann nicht einfach wieder von vorne anfangen. Das ist nicht wie im Kino, wo man einen Film gedreht hat und die Szenen immer wiederholt hat, bis es perfekt wurde und der fertige Film entstanden ist.“
Internationale Gäste werden Marcos Araujo bei der Aufführung unterstützen. Sie tanzen hauptberuflich am Theater in Hagen.
„Der Nussknacker“ ist ein Ballett in zwei Akten. Im Mittelpunkt des Balletts steht Klärchen, im russischen Original Mascha. Sie bekommt am Weihnachtsabend von ihrem Patenonkel Drosselmeyer einen Nussknacker geschenkt. Als sie ihn mit sich ins Bett nimmt, träumt sie von einer Schlacht zwischen den vom Nussknacker angeführten Spielzeugsoldaten gegen das Heer des Mäusekönigs. Mit ihrer Hilfe siegt der Nussknacker, der sich danach in einen Prinzen verwandelt. Der Prinz reist mit Klara in das Reich der Süßigkeiten. Dabei geht es über den Tannenwald zum Schloss Zuckerburg, wo die dort residierende Zuckerfee zu Ehren ihrer Gäste ein Fest veranstaltet.
Regelmäßig wird das Ballett zur Weihnachtszeit aufgeführt und spricht Erwachsene und Kinder gleichermaßen an. Die Jüngsten, die bei dieser Aufführung mittanzen, sind gerade vier Jahre alt.
Karten zum Preis von 22 Euro gibt es in der Ballettschule von Marcos Araujo unter (02324/916969.

Autor:

Dr. Anja Pielorz aus Hattingen

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