Frauenberatung neu in Hattingen

Große Freude bei allen Beteiligten wegen der Eröffnung der Frauenberatungsstelle in der Freiwilligenagentur, August-Bebel-Straße 20.   Foto: Römer
  • Große Freude bei allen Beteiligten wegen der Eröffnung der Frauenberatungsstelle in der Freiwilligenagentur, August-Bebel-Straße 20. Foto: Römer
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Hätten Sie gedacht, dass Hattingen quasi eine „Hochburg“ häuslicher Gewalt an Frauen ist? Immerhin 17 Prozent aller Fälle im Ennepe-Ruhr-Kreis kommen allein von hier.

Früher mussten Frauen zu den bereits bestehenden Beratungsstellen nach Schwelm oder Witten „anreisen“. Ab sofort gibt es eine Frauen-Beratungsstelle in der ersten Etage der Freiwilligenagentur an der August-Bebel-Straße 20.
Zunächst geht es eine enge Wendeltreppe nach oben. Dort befindet sich der gemütliche Beratungsraum am Ende des Flurs. Dass er so schmuck daherkommt, verdankt er dem Autohaus Podlech, das Geld für die Raumverschönerung gespendet hat.
Ein anheimelndes Umfeld. Gut so, denn die Frauen, die hier herkommen werden, stecken fast immer in einer schwierigen Lebenssituation, sind verschüchterte Frauen, die vom Mann regelmäßig geschlagen werden, sexualisierte Gewalt erleiden, Hilfe bei daraus resultierenden Problemen auch rund um Wohnung, Formulare und mehr suchen, sich einfach mal aussprechen, Kliniken oder Therapeuten vermittelt bekommen wollen.
Feste Beratungsstunden wird es nicht geben. Warum, das erläutert Andrea Stolte, die Leiterin der kreisweiten Frauenberatung: „Wir werden in Hattingen nicht dauerpräsent sein können, sondern sind nur nach Bedarf vor Ort. Es gibt nur zwei Stellen und die teilen sich drei Frauen.“
Neben häuslicher Gewalt – hier gebe es gerade in Hattingen nach ihrer Aussage eine hohe Nachfrage – haben Frauen vor allem bei den Themen Beziehung und Trennung sowie in akuten Krisen, also beispielsweise den Tod des Partners, Arbeitslosigkeit oder schwere Krankheit Beratungsbedarf.
Andrea Stolte: „Durch die neuen Räumlichkeiten in der Freiwilligenagentur können wir die sensiblen Themen intimer, also ausschließlich unter vier Augen, besprechen als früher, wo wir in ein Café oder eine Wohnung ausweichen mussten. Daher ist eine Außenstelle in Hattingen für unsere Arbeit und die Frauen so wichtig. Wir bedanken uns ausdrücklich beim Hattinger Frauenbüro und besonders bei der Frauenbeauftragten Ingrid Wawrzyniak für die Unterstützung beim Finden geeigneter Räumlichkeiten. Und hier befinden wir uns ja zudem noch in unmittelbarer Nachbarschaft zu Migrantinnen.“
Die Beratung in den neuen Räumlichkeiten in Hattingen ist kostenfrei und nur nach vorheriger Absprache möglich. Selbstverständlich besteht Schweigepflicht.

In der Frauenberatungsstelle, August-Bebel-Straße 20 (erste Etage in der Freiwilligenagentur), Telefon: (594005, bekommen Frauen ebenfalls verschiedene Broschüren rund um unterschiedliche Themen und auch das soeben vom Frauenbüro EN herausgegebene Heft „Mehr als das Herz gebrochen – Unterstützung für Frauen, die in ihren Beziehungen häusliche Gewalt erleben“.

Autor:

Roland Römer aus Hattingen

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