Viel zu schade zum Wegwerfen: Lebensmittel retten!
Was ist Foodsharing?

Damit Lebensmittel nicht verderben, gibt es Kühlschränke und Tiefkühltruhen. Trotzdem werden täglich nicht nur in Kamen, Bergkamen und Bönen tonnenweise leckere Speisen weggeworfen. Die "Foodsharer" wissen das zu verhindern und suchen noch eifrig Mitstreiter. Foto: Jungvogel
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  • Damit Lebensmittel nicht verderben, gibt es Kühlschränke und Tiefkühltruhen. Trotzdem werden täglich nicht nur in Kamen, Bergkamen und Bönen tonnenweise leckere Speisen weggeworfen. Die "Foodsharer" wissen das zu verhindern und suchen noch eifrig Mitstreiter. Foto: Jungvogel
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Was machen wohl die meisten Leute mit Lebensmitteln, deren Mindesthaltbarkeitsdatum (Mhd) abgelaufen ist?
"Wegwerfen! Dabei sind viele Sachen viel zu schade, um sie zu entsorgen", erklärt Anja Weiss, Foodsharing-Vorsitzende in Kamen. "Ich nenne dabei nur ein Beispiel: Jahrtausend altes Salz wird industriell abgebaut, dann in kleine Dosen verpackt und mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum versehen. Wir sollten viel lieber unserem Geruchs- und Geschmackssinn vertrauen und danach entscheiden, ob wir wertvolle Lebensmittel in die Tonne werfen", meint sie.
Regelmäßig holt Anja Weiss Lebensmittel von diversen Supermärkten, vom Biomarkt in der Kamener Nordstraße und vom Bauern Löddemann in Methler ab, die dort sonst nach Ladenschluss in der Abfalltonne gelandet wären. "Beim Supermarkt Netto sind das beispielsweise täglich 40 bis 45 Kilo, die ich dort abhole", verrät sie.
Nachdem sie dabei etwas für den Eigenbedarf abgezweigt hat, verteilt sie die Waren in die sogenannten "Fairteiler-Bollerwagen", die in den verschiedenen Stadtteilen stehen (siehe unten). Sie hofft, dass sie dort dankbare Abnehmer finden.
Anja Weiß arbeitet selbst in einem Kamener Supermarkt und wollte nicht länger akzeptieren, dass in den Müllcontainern ihrer Filiale ständig Waren landeten, die eigentlich noch genießbar waren. "Ich hatte Tränen in den Augen, als ich sah, was täglich in die Tonne fliegt", sagt sie. "Aus Obst zum Beispiel, das nicht mehr so glänzt, aber dennoch genießbar ist, kann man wunderbare Marmelade oder Kompott einkochen", erklärt sie. Ähnlich sähe es mit Gemüse aus. "Unsere Großmütter haben auch alles Mögliche verwertet. Wir müssen nur wieder ein Bewusstsein über den verantwortungsvollen Umgang mit Lebensmitteln entwickeln."
Und so verweist die Kamener Foodsharing-Vorsitzende auf die bundesweite Homepage des eingetragenen Vereins: www.foodsharing.de. Dort kann man sich ausführlich informieren und selbst Lebensmittelretter werden. "Wir brauchen unbedingt begeisterungsfähige Mitstreiter", sagt sie.
Und auch wenn dieses Ehrenamt nicht mit barer Münze vergütet wird, kann man einiges an Haushaltsgeld beim "Foodsharing" sparen. "Die Geburtstagstorte meines Sohnes habe ich komplett mit geretteten Lebensmitteln gebacken und dafür keinen Cent bezahlen müssen", verrät sie. Und letztens hat der Verein die Kamener Grünen-Fraktion zum Frühstück eingeladen. Gekostet hat das leckere Sonntagsbrunch lediglich ein wenig Mühe und ein Lächeln aller Beteiligten.

Hier gibts kostenlose Lebensmittel!

Die "Fairteiler":
In Kamen steht der Bollerwagen "Elise" in der Lortzingstraße 4, Methler.
In Oberaden stehen gleich zwei: "Die dicke Bertha", Lüner Straße 56 und "Der Matrose", Jahnstraße 106.
In Weddinghofen wartet "Tante Emma" in der Bachstraße 42 auf hungrige Lebensmittelretter.
In Unna-Königsborn steht die "Biene Maja" in der Eberstraße 64.

Autor:

Anja Jungvogel aus Stadtspiegel Kamen

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