Stadt Kleve äußert sich zum Brandschuztbedarfsplan / Ehrenamtliche sind mittlerweile mehr als enttäuscht
Frust bei der Klever Feuerwehr

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Löschen-Retten-Bergen-Schützen - unter diesem Grundsatz engagieren sich deutschlandweit rund 1,1 Millionen Feuerwehrmänner und - frauen in den Feuerwehren. Rund 94 Prozent davon sind ehrenamtlich tätig. Neben Familie und Beruf setzen sich die Kameraden für ihren Nächsten ein und setzen dabei manchmal auch ihr eigenes Leben auf' s Spiel.

Kleve. Schon lange brodelt es in der Klever Feuerwehr. Die Feuerwehrmänner und -frauen fühlen sich teilweise durch die Stadt in ihrem Dienst nicht ernst genommen. Neuanschaffungen und Neubauten lassen oft lange auf sich warten. Gerade in den ländlichen Bereichen werden die Löschgruppen seit Jahren vertröstet. Nach rund drei Jahren Verspätung erhielt die Löschgruppe Düffelward ein neues Gerätehaus. Bis heute wartet man dort jedoch auf ein neues Löschfahrzeug, das laut Brandschutzbedarfsplan bereits in 2017 angeschafft werden sollte. Ein ähnliches Bild zeigt sich in Keeken, Schenkenschanz und Wardhausen-Brienen ab. Jetzt verspricht die Stadt Kleve, dass noch in diesem Jahr die Ausschreibungen für fünf mittlere Löschfahrzeuge getätigt werden. "In dem Entwurf des Brandschutzbedarfsplans werden diese durch wesentlich besser ausgestattete mittlere Löschfahrzeuge ersetzt. Hierzu hat der Stadtrat in seiner Sitzung vom 24. Juni die nötigen Haushaltsmittel zur Verfügung gestellt. Die kleineren Standorte werden durch die Anschaffung der Mittleren Löschfahrzeuge mit einsatztaktisch vielseitigeren Fahrzeugen ausgestattet, als es die Tragkraftspritzenfahrzeuge mit Wasser sind," so die Stadt. Auch diese Anschaffungen sollten bereits 2016 getätigt werden.
Die baulichen Maßnahmen am Standort Griethausen sind weiterhin nicht begonnen. "Aktuell laufen die Endplanungen für den Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Griethausen," so die Stadt Kleve.
In der damaligen Sitzung des Rates im September 2010 sollten auf Wunsch der CDU-Fraktion die baulichen Maßnahmen bis 2016 fertiggestellt werden. Noch immer stehen einige wichtige Punkte des Bedarfsplanes bis heute aus.

Anderer Ort, größere Probleme

Auch an der Brabanter Straße ist die Not groß. Die Feuerwache ist in einem mehr als schlechten Zustand. Unzureichende Umkleidemöglichkeiten für Männer und Frauen, Sanitäranlagen die in einem mehr als schlechten Zustand sind und nicht zuletzt die fehlende Schwarz-Weiß-Trennung (Kleider-Trennung) sind nur einige der zahlreichen Mängel. Auch ob die Unfallverhütungsvorschriften alle umgesetzt werden können, ist mehr als fraglich. So stand das Gebäude in den letzten Jahren immer wieder in der Kritik und musste wegen baulicher Mängel geschlossen werden. "Der Zustand der Wache an der Brabanterstraße entspricht nicht den neuesten Anforderungen an eine neue Feuerwache. Daher wurde durch das Gebäudemanagement der Stadt Kleve bereits ein Gutachter beauftragt, der eine Bedarfsermittlung für die Hauptwache in Kleve durchführt. Auch hier haben schon erste Abstimmungen zwischen dem beauftragten Gutachter und dem Leiter der Freiwilligen Feuerwehr stattgefunden. Dies erfolgt auch bereits im Vorgriff auf den Brandschutzbedarfsplan," erklärt die Stadt Kleve.
Weiterhin sollen durch die Stadt ab diesem Jahr sukzessive die persönliche Ausrüstung der Kameradinnen und Kameraden erneuert werden. So wurden durch eine "Arbeitsgruppe PSA" innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr neue Standards für die persönliche Schutzausrüstung festgelegt. Feuerwehrstiefel und -helme werden bereits unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe beschafft. In diesem Jahr sollen auch neue Einsatzjacken und -hosen beschafft. Alleine die Umstellung der persönlichen Schutzausrüstung bringt Aufwendungen in Höhe von mindestens 500.000 Euro mit sich.

Unmut und Unverständnis

"Das in der Freiwilligen Feuerwehr großer Unmut herrscht, ist hier nicht bekannt. Dies trotz regelmäßiger Besprechungen der Leitung der FF mit der Bürgermeisterin Northing und der Verwaltung. Auch, dass für den freiwilligen Dienst teilweise nur unzureichendes Material zur Verfügung steht, ist hier nicht bekannt. In den vergangenen Jahren wurden viele neue Gerätschaften für die Freiwillige Feuerwehr beschafft. Diese führen zu einer weiteren Flexibilisierung der Freiwilligen Feuerwehr und erhöhen die Einsatzbereitschaft," erklärt die Stadt Kleve. Weiterhin stellt die Stadt klar, dass der optimale Schutz der Bevölkerung derzeit gewährleistet werden kann. So sollen in den nächsten Jahren weitere Investitionen folgen. Warum es allerdings zu den immer neuen Verzögerungen kommt, erklärt die Stadt Kleve nicht.
Die Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Kleve Ralf Benkel und Pressesprecher Florian Pose verweisen in der gesamten Thematik auf die Stadt Kleve. Nun bleibt abzuwarten wann es endlich weiter und die nächsten Schritte des Brandschutzbedarfsplans umgesetzt werden. Ein Ehrenamt muss nun einmal gut gepflegt werden. Gleichzeitig liegt die Fortschrift derzeit in Düsseldorf zur Prüfung vor.

Ein Kommetar von Tim Tripp

Ein Trauerspiel

Da fragt man sich langsam schon, warum in Kleve die Zeit vermeintlich still steht. Viele Jahre mussten die ehrenamtlichen Feuerwehrmänner und -frauen in der Ortschaften auf neue Gerätehäuser warten. Noch immer fehlen dringend benötigte Fahrzeuge. Es scheint mittlerweile schon ein System zu sein, wenn man dies mit den Bereichen Schulen oder Sportvereine gleichstellt. Gerade wurde endlich der Spatenstich für die Gesamtschule im Forstgarten vollzogen. Beim Konrad-Adenauer-Gymnasium wartet man weiterhin darauf, dass es endlich losgeht. Im Sport ein ähnliches Bild. Der VfL Merkur wird seit fast dreißig Jahren vertröstet, die Tribüne im Klever Stadion feiert 10-jähriges Rohbau-Jubiläum. Ein Trauerspiel, dass sich nicht nur in der Schullandschaft, sondern anscheinend durch alle Bereiche der städtischen Gebäude zieht. Da wird man als Bürger fast schon neidisch, wenn man sieht wie schnell das ganze auf Kreisebene funktioniert. Die Kreis Klever Bauverwaltung hat es geschafft innerhalb der letzten zehn Jahre eine Hochschule, das Berufskolleg in Geldern, derzeit das Berufskolleg in Kleve und mehrere Rettungswachen zu bauen. Hinzu kommt die Sanierung zahlreicher weiterer Objekte. Aber jetzt der Clou: Im vergangenen Jahr erklärte das Klever Theodor-Brauer-Haus, das ein Neubau entstehen soll. In kurzer Zeit wird der Spatenstich für das Projekt vollzogen. Wie ist das nur möglich? Wer übernimmt endlich Verantwortung in Kleve, dass die Zeit nicht mehr stillsteht?

Autor:

Tim Tripp aus Kleve

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