Claus Janson, einst Star in den Alpen, heute der Mann am Reibekuchenstand, feiert Geburtstag

Zoltan Varga und Claus Janson (v. r.) auf dem Brambauer Rasen im Fachgespräch.
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Österreich und die Alpen, das war über Jahre die Heimat von Janson. Mittelstürmer, Senkrechtstarter - schon mit 17 Jahren stand Janson in der ersten Mannschaft seines Heimatvereins, dem einstigen Verbandsligisten BV Selm 11. Von da an ging es nur noch bergauf.

Es folgte der Wechsel zum Verbandsligisten Spielvereinigung Herten. Heute verwöhnt er die Lüner mit seiner Frau mit frisch gebackenen Reibeplätzchen auf dem Wochenmarkt. Am Dienstag, 23. Februar, wird er 59 Jahre alt. Janson blickt zurück: „Zum Hertener Team gehörte damals auch Rudi Assauer. Er ging damals glaube ich, von Herten zu Borussia Dortmund!“ Assauer wurde später der mächtige Mann auf Schalke. Janson wurde davor schon in der Alpenrepublik Österreich gefeiert. „Es lebe der König“ jubelten ihn die Fans in den zwei Jahren Anfang der70er zu, als er für Austria Salzburg in der 1. Division auflief. Hinter Peter Grosser, einst 1860 München, und Mittelfeldmann Libuda, nicht der Stan, sondern der Heinz, der vom Hamburger SV gekommen war, musste er sich nicht verstecken. 21 Tore schoss er in seiner ersten Salzburger Saison, gewann mit seinem Klub die damalige Intertoto-Runde. Der Wechsel zu GHZ Graz, wo er zusammen mit dem späteren Schalker Hans Pirkner auf Torejagd ging, bedeutete einen schmerzvollen Karriere-Knick.

Zweikampf im Spiel bei Alpine Donawitz. Peter Pumm, österreichischer Nationalspieler, 1971 überraschend „Fußballer des Jahres“, und später noch für Bayern aktiv, hieß der Gegner. Janson ging zu Boden. Er hatte sich an der Wirbelsäule verletzt, wurde daran 1976 von Professor Schneider in Köln operiert. Einen Kämpfer wie den agilen Claus wirft so etwas nicht um. Preußen Münster, die nächste Station, war 2. Ligist, Rudolf Fassnacht der Trainer, Benno Möhlmann und Horst Blankenburg die Mitspieler. „Dann hat mich irgendwann Paul Plagge, der Kassierer vom früheren Regionalligisten Lüner SV angerufen. Also lief ich in der Kampfbahn Schwansbell auf!“ erinnert er sich. Als dann Ende der 70er Jahre der frühere ungarische Weltklassemann Zoltan Varga (†) beim BV Brambauer – damals als Verbandsligist in der zweithöchsten deutschen Amateurklasse – Spielertrainer war, führte der Weg in das damalige Freibadstadion, die heutige Glückauf-Arena.

An zwei Episoden aus Brambauer Tagen erinnern sich noch viele Fußball-Freunde. Ende des Jahres 1985 lag der BVB abgeschlagen nach 16 Spielen der Hinrunde mit nur 4:26 Punkten auf dem letzen Platz. Da wurde Siegfried Baecker, heute Wirtschaftsrat des BV Brambauer, aktiv. Er rief Janson an. „Hilf, dass wir nicht in die A-Liga absteigen!“ – „Aber nur, wenn die anderen Alten auch mitmachen!“ erklärte sich der Mittelstürmer unter einer Bedingung bereit. Und die machten mit. Im letzten Meisterschaftsspiel in TuRa Asseln war der BVB bereits nach 39. Minuten abgestiegen: 0:1. Dann verwandelte Werner Smuda (75.) nach Foul an den Bochumer Ex-Profi Jochen Pochstein (†) einen Elfmeter zum 1:1. Fünf Minuten später erzielte Janson nach Flanke von Peter Wirsching das 2:1. Das bedeutete das Entscheidungsspiel gegen den mit 25:35 Punkten zählergleichen Königsborner SV. Auf neutralem Platz in Bergkamen war ein 5:2 die Rettung. Eine unglaubliche Aufholjagd war geglückt. Janson: „Ich glaub, ich hab damals in jedem Spiel ein Tor gemacht!“

Die zweite Geschichte stammt aus dem Beginn der 80er Jahre. Dieter Zorc (†) war damals Trainer in Brambauer und Janson war mit Erlaubnis des Vereins zum Skifahren in Salzburg. Doch da es damals im Kampf um den Oberliga-Aufstieg in Brambauer nur wichtige Spiele gab, musste der Stürmer her. Und er war da. „Der wurde eingeflogen!“ hieß es im damaligen Freibadstadion. „War nicht ganz so!“ klärt Janson auf. Er damalige Drahtzieher beim BVB, Gerd Hüneke, ließ ihn per Auto aus den Alpen abholen. Heute schmerzt die Hüfte. Doch das Interesse am Fußball ist bei Janson natürlich geblieben Wenn er sonntags Fußball guckt, hat er in der Woche mit seiner Frau Marlies schon zweimal mindestens 25 Kilo Zwiebeln und noch mehr Kartoffeln geschält. Denn dienstags und freitags öffnen die Jansons auf dem Lüner Wochenmarkt ihren stets umlagerten Reibekuchenstand. Und das schon seit drei Jahrzehnten. Das Erfolgsrezept für die leckeren Plätzchen wird natürlich nicht verraten. „Das Öl ist auf jeden Fall Cholesterin frei, wird aber im Einkauf immer teuer!“ so die Ehefrau. Und er gibt nur preis: „Wir haben sogar unseren eigenen Kartoffelbauer!“

Zoltan Varga und Claus Janson (v. r.) auf dem Brambauer Rasen im Fachgespräch.
Drei ehemalige Regionalliga-Fußballer des Lüner SV besuchten den Reibekuchenstand von Marlies und Claus Janson auf dem Lüner Wochenmarkt. Auf dem Bild vor dem Duo freuen sich (v. l.) Siegfried Eitzert, Georg Schymetzek, Sigrid Eitzert, Dieter Stannek, Christine Schymetzek und Christine Stannek bei diesem Wiedersehen.
Autor:

Lüner SV Fußball e.V. aus Lünen

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