Geschichtsunterricht mal anders

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Besuch der Klasse 9c im Stadtarchiv Lünen

Im November fanden wieder zahlreiche Gedenkfeiern für die Opfer der sog. Reichskristallnacht statt. Die Reichskristallnacht – oder auch Reichspogromnacht genannt – bezieht sich auf die Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 und die vom nationalsozialistischen Regime organisierten und gelenkten Gewaltmaß-nahmen gegen Juden im gesamten Deutschen Reich.

Um diesem Tag nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, haben sich Frau Weise und Frau Hüning von der Heinrich-Bußmann-Schule etwas Tolles einfallen lassen: Sie haben mit der Klasse 9c im Rahmen des Geschichtsunterrichts Briefe aufgesetzt, die den Hinterbliebenen der verstorben Menschen aus besagter Reichskristallnacht zugeschickt werden sollten. Am 16.11.2012 haben sich die Schülerinnen und Schüler dafür im Stadtarchiv getroffen und die Briefe einem Mitarbeiter übergeben. Im Stadtarchiv konnte die Klasse viele weitere Informationen zu den jeweiligen Verstorben sammeln und z.B. Urkunden und andere Erinnerungsstücke betrachten. Es wurden lange Gespräche geführt und man hat sich versprochen, in Kontakt zu bleiben.
Dieser Tag war ein sehr wichtiger im Geschichtsunterricht der Schülerinnen und Schüler. Durch den direkten Kontakt mit Zeitzeugen und den interessanten Gesprächen mit Verbliebenen wurde der sonst so trockene Geschichtsstoff greifbar. Auch die vielen Hintergrundinformationen, die die Mitarbeiter des Stadtarchivs beitragen konnten, waren für die Schülerinnen und Schüler sichtlich fesselnd und haben bei dem einen oder anderen durchaus ein bisschen Beklemmung ausgelöst. Die spätere Teilnahme an einer „echten“ Gedenkfeier ging nicht spurlos an den Schülerinnen und Schülern vorbei. Die Relevanz der jährlichen Gedenkfeiern wurde mit diesem Besuch mehr verdeutlicht, als es ein Geschichtsbuch jemals könnte. Die Schülerinnen und Schüler haben außerdem für sich begriffen, dass es an jedem von ihnen selbst liegt zu verhindern, dass solche schrecklichen Geschehnisse sich nicht wiederholen.
Diese Erfahrung wird den Schülerinnen und Schülern sicher noch lange in Erinnerung bleiben. Auch wurde von einigen Schülern geäußert, dass sie einen solchen Besuch gerne wiederholen würden, denn es seien noch viele unbeantwortete Fragen geblieben. (von Christian Arnold)
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Silvia Eisold aus Lünen | 13.12.2012 | 11:58  
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