9. MARLER MEDIENPREIS MENSCHENRECHTE , Ehrenpreis für Uri Avnery

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Am 24. Oktober wurden die Preisträger des 9. Marler Medienpreis
Menschenrechte im Rathaus der Stadt Marl bekannt gegeben. Am diesjährigen Wettbewerb beteiligten sich 15 Sender, darunter auch erstmals das Schweizer Fernsehen. Die Jury, bestehend aus Mitgliedern von Amnesty International, hatte die schwierige Aufgabe, aus über 120 Fernsehbeiträgen die
Nominierungen und Preisträger in den Sparten Magazin, Doku und Film auszuwählen.

EHRENPREIS

Den Ehrenpreis vergab die Jury an den Israeli Uri Avnery, der sich immer wieder mit Nachdruck in die politischen und gesellschaftlichen Debatten in Deutschland einmischt. Uri Avnery Ein Journalist, ein Politiker, ein Aktivist, ein Publizist. In Deutschland geboren und vor der Nazidiktatur geflohen, mischt er sich auch heute noch in die deutsche Öffentlichkeit ein - mahnend, erinnernd, anklagend und fordernd. Eine wichtige Stimme in einer Zeit geistiger Vereinfachung und Verflachung.
Uri Avnery ist Gründer der Bewegung Gush Shalom. Der Publizist und langjährige Knesset-Abgeordnete Avnery, 1923 in Beckum geboren und 1933 nach Palästina ausgewandert, gehört seit Jahrzehnten zu den profiliertesten Gestalten der israelischen Politik. Er ist durch seine kämpferisch-kritische Begleitung der offiziellen israelischen Regierungspolitik weit über die Grenzen seines Landes hinaus bekannt geworden. Für sein Engagement für den Frieden im Nahen Osten sind ihm zahlreiche Auszeichnungen zuerkannt worden, unter anderen der Erich-Maria-Remarque-Friedenspreis der Stadt Osnabrück (1995), der Aachener Friedenspreis (1997), der Bruno Kreisky Preis für Verdienste um die Menschenrechte (1997), der Alternative Nobelpreis (2001) sowie der Carl-von-Ossietzky-Preis der Stadt Oldenburg (Mai 2002).

SONDERPREIS

Der Sonderpreis geht an die Kabarettsendung des ZDF, DIE ANSTALT, für die Syriensendung im November des vergangenen Jahres.
Die Anstalt „Der syrische Flüchtlingschor“ ZDF – 18.11.2014
Buch Dietrich Krauß, Max Uthoff, Claus von Wagner
Regie Frank Hof
Redaktion Stephan Denzer, Christian Schier
Kabarett soll Spaß machen, trotz ernster Themen soll man Tränen lachen. Am Ende aber wird das Übersteigerte Realität und die, über die geredet wurde, stehen auf der Bühne. Die Tränen bleiben und Betroffenheit greift Platz. Und Betroffenheit ist der erste Schritt zu Aktion.

Der MARLER MEDIENPREIS MENSCHENRECHTE wird seit 2001 als Preis der deutschen Sektion von AMNESTY INTERNATIONAL vergeben für TV-, Radio- und Printbeiträge, die in Deutschland veröffentlicht wurden. Der undotierte Preis würdigt Beiträge, die in außergewöhnlicher Weise das Thema Menschenrechte behandeln, durch eine aufrüttelnde Nachricht, nachhaltige Dokumentation oder die gelungene Umsetzung des Themas in eine fiktive Handlung, aber auch die überzeugende Darstellung oder Sprecherleistung, ein außergewöhnliches Interview oder ein bemerkenswerter Kommentar zählen dazu.

Autor:

Siegfried Schönfeld aus Marl

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