Flossbachs WM-Querpass: Neuer Schweini Müllerte ganz Kroos

Fußballkenner und Spaßvogel: Trainer Holger Flossbach hat für den Stadtspiegel und auf Lokalkompass die WM in Brasilien als Kolumnist begleitet.
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Ich werde, ja, ich muss Abbitte leisten. Wir haben den weltbesten Lahm, den weltbesten Linksverteidiger, den weltbesten Trainer und die weltbeste Mannschaft. Das habe ich so nicht vorausgesehen...

Ich versuche mich daher einmal, meiner infantilen Euphorie folgend, so auszudrücken: Boah, von wegen Lahm.
Ein Neuer Schweinsteiger Müllerte ganz Kroos und ließ uns wie die Hummeln am Spiel erGötzen. Als weltbestes Kollektiv legten wir Messi ans Großkreutz. Vielleicht aß die Truppe nach dem Erfolg Klose, aber trank bestimmt keine ApfelSchürrle. Und wenn Höwi, Poldi und Weidi den Jogi auf den Niersbach heben, dann fällt auch der Sandrock Ghinter dem Mertesacker. Prost!

Danke Andy, Jogi, Fink und Star, die ganze Truppe war einfach wunderbar!

Gab es gegen Brasilien einen unvergessenen Auftritt mit magischen zehn Minuten, wurde gegen Argentina von Beginn an klar, dass das Endspiel eine andere Aufgabe war.
Argentinien war ein harter Brocken. Verdammt diszipliniert, schnelle Konter vortragend und um jeden Millimeter Raum kämpfend. Die Gauchos hatten in La Pulga, den prämierten besten Einzelkönner des Turniers (Robben war meiner), hatten in der Defensive das beste Kollektiv des Turniers und an Rodrigo Palacios Kopf den dünnsten und hässlichsten Zopf des Turniers.

Dieser Rattenschwanz hat uns vermutlich die WM gebracht. Denn in der 97. Minute rutsche der Ball über den Kopf, über den Schwanz von Palacaio, ganz Deutschland streute Rattengift - und er köpfte irritiert daneben.

Genau wie Gonzales Higuain, der sich eine Kopfballrückgabe von Kroos erbeutete und vor Neuer zum Schlotter-Gonzo wurde. Daneben. Und La Pulga? Der rackerte, dribbelte und quirlte immer weiter. Doch ein Messi macht noch kein Rinderbaron und keinen Cupgreifer. Nein, da fehlte der letzte Kick, die Maria vielleicht oder die Hand Gottes. Oder was weiß ich!

Ganz egal. Die deutsche Elf war das beste Team des Turniers. Starke Gemeinschaft, tolle Kombinationen, den allerallerbesten Keeper, der jemals Greifarme beim Fußball benutzte und die nettesten Lächler der WM. Wenn Müller grinst, dann geht die Sonne auf oder der Ball ins Tor. Wenn der bescheidene Klose lächelt, dann ist was Großes geschehen, und wenn der Poldi seine Zähne fletscht, dann brennt die Brasilianische Kandiskappe.

Das ist Siegesmentalität, da kann man stolz sein und allen Nörglern zum Trotz, lasst sie doch bei Hymnen schweigen und lieber die Füße für SchwarzRotGold bewegen.

Ich gratuliere allen, auch Ihnen, liebe Leser und mir, zum Weltmeistertitel. Denn sind wir nicht alle ein bisserl Schweini, Jogi oder Lahm?
Genau, wenn Sie diese Zeilen lesen, werden Sie sich daran erinnern, wie ich gesagt habe, dass die Deutschen Weltmeister werden, die Italiener, Portugiesen, Engländer und Spanier frühzeitig nach Hause fahren und die Schwarzweißen die Gelbblauen 7:1 verprügeln. Das 1:0 gegen die Filetstücke aus Patagonien war doch schon angekündigt.

Woher ich das alles vorher wusste? Na, der Sepp von nebenan, der hat es mir geschwizzert.

Wüstenpiepmatz schlechtester Schiri des Turniers

Übrigens, das Gerücht stimmt nicht, dass der Schiedsrichter Djuamel Haimoudi aus Algerien aus einem afrikansichen Runddorf kommt und ein Massai seines Stammes ist. Vor allem, dass er seine Pfeife selbst geschnitzt hat, aus echten Elfenbein, das glaube ich nicht. Nur eines weiß ich sicher, dass er das Spiel NL vs Brasilien pfiff und der mit Abstand schlechteste Steppenläufer oder Wüstenpiepmatz des gesamten Turniers war.

Haben Sie die gelbe Karte wegen einer Schwalbe für den Brasilianer Oscar gesehen? Hahaha, wer so was entscheidet, der muss vorher eine Rolle Drops gegessen, Wüstensand in den Augen oder einen Oscar bekommen haben.

So lange wir auf die WM warten mussten, so schnell ist sie wieder vorbei. Ich hoffe, Sie konnten, so wie ich auch, die WM genießen.
Ich hoffe auch, dass ich Sie nicht gelangweilt habe und das Turnier treffend, beißend und humorvoll unterhaltend begleiten durfte.
Schöne Sommerzeit und bis demnächst einmal.
Ihr Holger „Rodriguez“ Flossbach

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