Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Immer 'die Presse'"

Ist "die Presse" sensationsgeil" und "nur auf Klickzahlen aus"?

Angesichts eines schweren Verkehrsunfalls in Fröndenberg wurde auf Facebook teils sehr heftig diskutiert, wann und in welcher Form über derartige Vorkommnisse berichtet werden "darf".
Die Printmedien, die ja in der Regel frühestens am nächsten Tag informieren können, sind - soweit sie sich an die rechtlichen Vorschriften halten - aus dem Schneider.
Angegriffen wurde zunächst EIN Online-Medium, das - so der Vorwurf - auf Klickzahlen schielend, bereits berichtet habe, als die Ersthelfer noch im Einsatz waren. So könne es passieren, dass betroffene Eltern nicht durch Polizei oder Seelsorger, sondern auf diese Weise vorschnell von dem Unglück erfahren.
Daraus wurde dann allerdings schnell ein Rundumschlag gegen "die Presse".

Das Thema an sich ist eine Medaille mit mehr als nur zwei Seiten:
Sicherlich dürfen und müssen Journalisten über Unfälle berichten. Hierzu haben sie im Gegensatz zu selbsternannten "Facebook-Bloggern", denen das "Recht am eigenen Bild", Persönlichkeitsschutz oder die EU-DSGVO unbekannt sind, die Befugnisse.
Genauso sicher müssen solche Presseberichte aber auch sauber recherchiert sein bzw. auf offiziellen Quellen beruhen. (Unter anderem deshalb ziehe ich es vor, die Pressemitteilungen von Polizei und Feuerwehr zu veröffentlichen.)
Allerdings spielt bei Online-Berichten der Zeitfaktor eine entscheidende Rolle: Wer den Bericht als Erster im Netz hat, der wird am besten gelesen. Und da beginnt bei manchen die Gratwanderung zwischen Qualität, Ethik und Stoppuhr.

Was mich persönlich an solchen "verallgemeinernden" Diskussionen massiv stört:
Über "die Presse" zu reden oder zu schreiben, das ist in etwa so, als würde man CDU, SPD, FDP, CSU, Grüne, AfD, Linke etc. und - ja auch - Nichtwähler in einen Topf werfen!

Autor:

Hans-Jürgen Köhler aus Menden (Sauerland)

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