Eyller Giftberg: Leserbrief 4 - von Lutz Malonek, Kamp-Lintfort

Nachfolgend finden Sie meinen Leserbrief über die Meldung der erhöhten Blei- und Nickelwerte am Eyller Berg und über den neuen Weg der BI „Giftberg“.

Eine Studie von US-Wissenschaftlern belegt erkennbare Störungen bei Demenz sowie Herz- und Kreislauferkrankungen im Alter, die nicht nur auf normale Altersprozesse zurückzuführen sind.
Eine Rolle dabei könnte vor allem Blei spielen, das sich im Körper speichert und erst langfristig Störungen hervorruft.

Blei ist in Form von Bleistaub ein gefährliches neurotoxisches Schwermetall, das sich über 25 Jahre in den Knochen sowie den Zähnen einlagert und Krebs auslöst, und dessen Entstehung beschleunigen kann.
(Nachzulesen in der Zeitschrift „International Review of Psychiatry“ unter dem Titel „Lead and cognitive function in adults“; Johns Hopkins School of Medicine, Geisinger Health System Center for Health Research)
Nickel ist eine anerkannte krebserregende Substanz. Bei Personen, die mit Nickelstaub in Kontakt kommen, können Entzündungen der Atemwege, Hautentzündungen, Erhöhung der Anzahl weißer Blutzellen sowie Krebs des Mund- und Rachenraumes, speziell auch Lungenkrebs auftreten. Wissenschaftler sind nach Studien der Ansicht, dass eine hohe Häufigkeit von Krebserkrankungen in deutlichem Zusammenhang mit der Menge des vorhandenen Nickelstaubes steht.

Blei, Cadmium und Nickel waren schon vor 30 Jahren zuhauf auf den Lkw, deren Ladungen bis zum heutigen Tag auf diesem Berg abgekippt werden. Zugelassene Abfallarten durch eigene Selbstkontrolle des Betreibers überwachen zu lassen, das ist doch auf diesem Giftberg mit dieser Brisanz der blanke Hohn. Diese Deponie ist über Jahre zu einer Goldmine der Gebrüder Ossendot geworden. Sie wird mit ihren erhöhten Schwermetallwerten aber wissentlich und mit einer Genehmigung der Behörden einfach weiterbetrieben.

Am nordwestlichen Fuß des Eyller Berges in Kamp-Lintfort sind nach einer 2009 erfolgten Erhebung der Partei „Wir Rentner machen mobil“ in den letzten Jahren die Erkrankungen der Anwohner an Krebs drastisch angestiegen, die zum Teil an diesen Krebsarten auch schon verstorben sind.

In den 80er Jahren wurde zum Schutz der Menschen Blei im Benzin verboten. Kraftfahrzeuge mit schlechten Abgaswerten müssen heutzutage durch TÜV und Dekra, zum Schutz der Gesundheit, aus dem Verkehr gezogen werden.

Diese Giftschleuder in Kamp-Lintfort aber darf über Jahrzehnte mit Genehmigung der Bezirksregierung Düsseldorf erhöhte Stäube mit Blei, Nickel, Cadmium und vielem mehr, zum Schaden der dort lebenden Anwohner, in unsere Umwelt blasen.

Auch diese Bürger in unserem Land haben ein Recht auf ihre Sicherheit in Punkto Gesundheit. Das, was den Betroffenen über Jahrzehnte widerfahren ist, dieser „Gordische Knoten“ zwischen Politik und Abfallwirtschaft, ist ein ausgewachsener Giftmüllskandal in unserer Region und muss jetzt endlich durchschlagen werden.

Zur Klärung dieser Rechtslage sind jetzt Anwälte, die noch Knochen im Schnurbart haben, gefragt.

Der neue Weg der Bürgerinitiative „Giftberg“, schwere Geschütze gegen die Bezirksregierung Düsseldorf und den Betreiber in Stellung zu bringen, diesen Weg gehen auch die betroffenen Anwohner mit. Dieser wird dann mit den geforderten und letztendlich schon längst überfälligen Gesundheitsuntersuchungen zum Erfolg führen.

Lutz Malonek

Zum Hintergrund: Den Bericht zum Thema finden Sie hier:

http://www.lokalkompass.de/kamp-lintfort/politik/unermuedlicher-einsatz-verspricht-erfolg-d104122.html

Autor:

Lokalkompass Moers aus Moers

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