Schulstreik fürs Klima
Jugend ernst nehmen - Die "Fridays for Future"-Bewegung arbeitet nun auch lokal

In immer mehr deutschen Städten gehen Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz auf die Straße. In der letzten Woche erstmals in Wesel, am Freitag hat das Mülheimer Bündnis Premiere.
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  • In immer mehr deutschen Städten gehen Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz auf die Straße. In der letzten Woche erstmals in Wesel, am Freitag hat das Mülheimer Bündnis Premiere.
  • Foto: Dirk Bohlen
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Nun ist der Schulstreik fürs Klima auch in Mülheim angekommen. Am Freitag, 22. März, um 13 Uhr, ziehen erstmals die lokalen Aktivisten der "Fridays for Future"-Bewegung vor das Rathaus. Fabian Stief und Mara Bohse vom Gymnasium Heißen haben die Ortsgruppe angestoßen und hatten schnell viele Unterstützer auch außerhalb ihrer Schule.

Von Andrea Rosenthal

Allerdings gibt es ebenso viele Gegner. "Schulschwänzer!" "SPD und Grüne begeben sich auf den Weg in den Rechtsbruch!" Mit scharfen Worten kritisierte BAMH-Chef Jochen Hartmann die Schüler-Streikaktionen für den Klimaschutz und die Haltung der beiden angesprochenen Mülheimer Fraktionen. Nun fordern die Grünen Hartmann auf, sich gegenüber den für den Klimaschutz streikenden Schülern zu entschuldigen. Fraktionssprecher Tim Giesbert: „Das ist eine unglaubliche Diffamierung junger Menschen, die um ihre als auch die Zukunft ihrer Kinder und Kindeskinder kämpfen."

Mara Bohse kommentiert die öffentliche Diskussion:"Wenn wir in unserer Freizeit gestreikt hätten, hätte es niemand zur Kenntnis genommen. Generell finden wir es gut, dass man uns nun endlich ernst nimmt." Um zu zeigen, dass es ihnen eben nicht darum geht, sich vor der Schule zudrücken, hat das Organisationsteam den ersten Streik in Mülheim bewusst ans Ende des Unterrichts gelegt. Statt ins Wochenende zu gehen, treten die Schüler auf der Straße für ihre Meinung ein.

Doch neben dem sichtbaren Protest passiert noch viel mehr. Auch in den Schulen laufen Projekte zum Klimaschutz. Am Gymnasium Heißen gibt es eine Umwelt-AG, die sich mit Hilfe der Lehrerin Sandra Duffe um das direkte Umfeld der Schule kümmert. So haben einige Schüler den Müll auf dem Schulhof eingesammelt und gut sichtbar aufgetürmt, um zu zeigen, dass auch die Jugendlichen selbst zum Problem beitragen. "In den Pausen zeigen wir Diashows, die wir zum Klimawandel im Unterricht erarbeitet haben, um alle zu sensibilisieren", erzählt Mara. Ein Schulkiosk, in dem man ausschließlich ökologische Schulmaterialien erhält, ist angedacht. Es wird geprüft, ob man die Flachdächer der Schule teilweise begrünen könnte oder der Einsatz von Solaranlagen wird wirtschaftlich durchgerechnet.

"Wir opfern auch unsere Pausen", berichten das Mülheimer Organisationsteam. "So gab es bisher in unserer Cafeteria zu jedem Brötchen eine Tüte, obwohl die meist direkt gegessen werden. Nun fragen wir die Schüler, ob es nicht auch anders geht." Und meistens gibt es andere Wege.
Dieses Umdenken wollen die Schüler nun auch bei den Entscheidern vor Ort erreichen. Deshalb ziehen sie am Freitag mit Plakaten und Demobändern vor das Rathaus. "Uns ist klar, dass jeder für den Schutz der Umwelt bei sich selbst anfangen muss, aber das reicht eben nicht", ist Mara Bohse realistisch. Deshalb hoffen die Schüler nicht nur am Freitag vor dem Rathaus auf möglichst viele aktive Unterstützer.

Hier geht's zum Kommentar.

In immer mehr deutschen Städten gehen Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz auf die Straße. In der letzten Woche erstmals in Wesel, am Freitag hat das Mülheimer Bündnis Premiere.
"Ändert das System, nicht das Klima" fordert diese Schülerin in Wesel.

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