Polizei zeigt verstärkt Präsenz

Jana Mallon erinnert sich noch mit Schrecken an einen frühen Abend im November. Sie kam mit ihrer Tochter in ihr Haus an der Markenstraße zurück. Schon beim Aufschließen der Tür wundert sie sich: Der Kinderwagen verstellt von innen die Tür. Nachdem das Hindernis beiseite geräumt ist, betritt sie die Räume und erkennt: Offenbar waren Einbrecher im Haus, die von ihrer Ankunft überrascht wurden.

In diesen Wochen war die Saarnerin nicht die einzige, die diese schlimme Erfahrung machen musste. In Saarn und Selbeck häuften sich die Einbrüche oder Einbruchsversuche. Die Bürger taten sich zusammen, sammelten Unterschriften und forderten in einem offenen Brief an Innenminister Ralf Jäger Gegenmaßnahmen der Polizei, da die örtliche Polizeidienststelle sich nicht in der Lage sehe, Streifenfahrten aufzustocken.

„Wir wollten unsere Ängste zum Ausdruck bringen und uns wehren“, bringt es Jana Mallon auf den Punkt. Sie selbst brauchte Wochen, bis die Angst wieder verflog, die Tochter schläft erst seit Kurzem wieder im eigenen Zimmer.
In einem Brief bat nun Innenminister Jäger die Polizei Essen/Mülheim, das Gespräch mit den verunsicherten Anwohnern zu suchen.

Am 9. Januar trafen sich Bürger und Vertreter der Polizei im Präsidium. Dabei machte Polizeihauptkommissar Ulrich Faßbender, Leiter der Pressestelle, klar: „Im November hatten wir einen Schwerpunkt von Einbrüchen im Bereich Saarn und Selbeck. Wie bei anderen Schwerpunktbereichen auch haben wir daraufhin die Einsätze von zivilem Personal und Streifenwagen verstärkt.“

In der Regel handele es sich um verschiedene Tätergruppen aus Osteuropa, die täglich an anderen Orten sind und oft mehrere Einbrüche oder Einbruchsversuche in einem Stadtteil starten. „Leider sind die Täter schwer ermittelbar, da die Gruppen und Orte schnell wechseln“, weiß Faßbender. Deshalb sei die Wachsamkeit der Nachbarn auch außerordentlich wichtig. „Man sollte keine Scheu haben, die 110 anzurufen, auch wenn man nur einen Verdacht hat“, betont Faßbender.

Viele Menschen zögern, unter 110 die Polizei anzurufen, wenn sie verdächtige Autos oder Menschen in ihrem Viertel sehen. Aber genau das ist wichtig, wie Ulrich Faßbender betont. Denn auf diese Weise können Einbrüche in der dunklen Jahreszeit manches Mal verhindert werden.

„Wir fühlen uns jetzt besser beraten und werden verfolgen, wie sich die Situation entwickelt“, erklärt Jana Mallon nach dem Gespräch mit der Polizei.
Volker Klein hat schon lange einen Rat der Polizei befolgt: Er hat sein Haus gut abgesichert und mit Zeitschaltuhren versehen, die das Licht einschalten. Und er hat einen Hund.

„Die Täter kommen meistens in der Dämmerung und suchen sich Häuser, die dunkel sind“, weiß Faßbender. Außerdem sollte man seine Türen und Fenster gut absichern. „Die Einbrecher versuchen es nur ein bis zwei Minuten, dann brechen sie den Versuch ab. Denn wenn uns Täter vor Ort gemeldet werden, sind die Streifenwagen im Schnitt in 4,5 Minuten da“, weiß der Polizeihauptkommissar.

Autor:

Regina Tempel aus Mülheim an der Ruhr

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