Kampagne für Kinderlärm

In der Bärengruppe des Kindergartens „Unsere Liebe Frau“ im Schönefeld geht‘s mächtig laut zu. Die Kinder haben Trillerpfeifen im Mund oder Schlaghölzer und Tamburine in der Hand - denn damit lässt sich nämlich so richtig dolle Krach machen.
Robin, Sofia, Nele, Sarah, Sydney, Ruben und Ben sind aufgeweckte Kinder, die gern spielen und dabei durchaus den Geräuschpegel höher schrauben. Wen stört‘s? Erwachsene!
So weiß der kleine Ben aus eigener Erfahrung, dass Menschen ärgerlich reagieren, wenn der Fußball über den Zaun fliegt und das Spielgerät auch oft nicht zurück geben.
Gern imitieren Ben und seine Freunde die Geräusche beispielsweise eines Feuerwehrautos oder eines Formel-1-Wagens. Doch wie in aller Welt soll das denn gehen, wenn dazu keine Geräusche gemacht werden dürfen? Kein „Tatü-Tata“, wenn die Feuerwehr zu einem Brand ausrücken muss, kein „Rrrrrrrrrrmmm“, wenn der Rennwagen um die Ecke saust. Das finden die kleinen „Bärenkinder“ schon ziemlich doof und unterstützen deshalb aktiv die Kampagne, die jetzt vom KiTa-Zweckverband des Bistums Essen gestartet worden ist. Denn: „Kinder haben ein Recht auf spielen“.
Kindergartenleiterin und Sprecherin der Kirchengemeinde St. Marien, Marion Schmitz, soll helfen, die Kampagne auf lokaler Ebene bekannt zu machen. Seit über 30 Jahren arbeitet Marion Schmitz als Kindergärtnerin, und sie weiß, wie Kinder ihre Umwelt wahrnehmen, wie die Kleinen täglich lernen, sich zu arrangieren - mit ihren Spielkameraden, mit den Erwachsenen in ihrem Umfeld. „Kinder stellen selbst ihre Regeln auf und leben auch danach. Was den Kindern im Kindergarten gelingt, sollte doch auch mit Erwachsenen möglich sein“,ist eines ihrer Hauptargumente.
Den Kindern ruft die engagierte Erzieherin zu: „Kinder haben Rechte, das Recht auf Spielen!“ Und was tun die Kleinen? Sie tröten in die Trillerpfeifen, schlagen mit den Schlaghölzern aneinander, rasseln mit Schellenringen und klopfen aufs Tamburin.
Und um die Forderung auch optisch zu unterstreichen, tragen alle Kinder T-Shirts auf denen steht: „Mensch ärgere dich nicht, ich will doch bloß spielen!“
Der KiTa-Zweckverband ist Träger von 278 katholischen Kindertageseinrichtungen im Bistum Essen. Sie alle wollen sich dafür einsetzen, Kindern das „Kindsein in vollem Umfang zu ermöglichen“. Dass das nicht immer einfach ist - gerade in Ballungsgebieten, wissen auch die Initiatoren der Kampagne. Dennoch sieht sich der Verband als Anwalt der Kinder, um diese in ihrem Recht auf Spielen zu unterstützen und die Menschen für die Sicht der Kinder zu sensibilisieren.
So will er für „Toleranz und Solidarität mit den Jüngsten werben und zu weiteren fruchtbaren Diskussionen in Politik, Wirtschaft und vor allem im Alltag anregen.“

Autor:

Klaus Bednarz aus Dinslaken

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