Neue Behandlungsmethode

Neue Operationsmethode zur Behandlung von Kreuzbandrissen: (Sport)-Verletzungen können im Katholischen Klinikum Oberhausen am Standort St. Marien-Hospital nun kreuzbanderhaltend operiert werden. Entscheidend ist die Behandlung innerhalb von drei Wochen nach dem Unfall.

Der Riss des vorderen Kreuzbandes ist die häufigste Bandverletzung des Kniegelenks. Fast drei Viertel aller Kreuzbandrisse ereignen sich beim Sport. Zu der Verletzung kommt es, wenn das Knie in Beugestellung verdreht wird – häufig passiert dies beim Fußball, anderen Ballsportarten oder beim Skifahren. Ein Kreuzbandriss beeinträchtigt neben der Stabilität des Knies auch die Feinsteuerung von Bewegungen. Bisher wurden gerissene Kreuzbänder in der Regel durch ein Transplantat, eine körpereigene Sehne, ersetzt.
Dipl.-Med. Karim Barthel, Ärztlicher Leiter der Klinik für Arthroskopische Gelenkchirurgie innerhalb der Klinik für Orthopädie, setzt die neue Ligamys-Methode seit dem Sommer 2017 ein. Dabei wird das gerissene Kreuzband genäht, zusätzlich wird das Knie während des Heilungsprozesses durch ein Implantat, einen Minifederapparat, dynamisch stabilisiert. Ober- und Unterschenkelknochen können sich damit bei Bewegungen des Kniegelenks nicht mehr gegeneinander verschieben und das Kreuzband kann in Ruhe wieder zusammenwachsen, erklärt Barthel.
Die Operation findet im Rahmen einer Gelenkspiegelung (Arthroskopie) mit Hilfe einer kleinen Kamera und mit feinen Instrumenten statt. Der Eingriff kann in Teil- oder Vollnarkose erfolgen. In der Regel bleiben die Patienten etwa drei Tage lang in der Klinik. „Entscheidend ist, dass das die Operation innerhalb von drei Wochen nach dem Kreuzbandriss erfolgt. Nach dem 21. Tag sinkt die Chance auf eine stabile, komplikationslose Heilung deutlich und die Methode kann nicht mehr angewandt werden. Wichtig sind daher eine zügige Diagnostik mittels MRT sowie eine rasche Vorstellung in der Sprechstunde“, so Karim Barthel.

Knie wieder belastbar

Der größte Vorteil der Methode ist, dass kein Transplantat benötigt wird und damit der Körper nicht zusätzlich durch eine Entnahme geschwächt wird. „Das Knie kann nach der Behandlung wieder genauso belastet werden wie zuvor – das ist vor allem für Sportler ein großer Vorteil“, erklärt Barthel. Seit 2014 wird das Verfahren in Deutschland angewandt, das Katholische Klinikum ist nun die erste Klinik in Oberhausen, die es einsetzt.
Für die Vorstellung in der Klinik für Arthroskopische Gelenkchirurgie benötigen die Patienten eine Überweisung vom niedergelassenen Unfallchirurgen, Orthopäden oder Chirurgen. Die Terminvereinbarung ist unter Tel. 8991-5601 möglich. Dipl-Med. Karim Barthel, Ärztlicher Leiter der Klinik für Arthroskopische Gelenkchirurgie, Facharzt für Chirurgie und Unfallchirurgie, zeigt das neue Implantat auf einem Röntgenbild. Foto: KKO

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