Friedensdorf hilft tadschikischen Kindern
Auf eigenen Beinen nachhause

Saffioloh kurz vor seiner Abreise in seine Heimat Tadschikistan. | Foto: Friedensdorf
  • Saffioloh kurz vor seiner Abreise in seine Heimat Tadschikistan.
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Nach fast zwei Jahren konnten nun endlich wieder Kinder aus Tadschikistan für eine medizinische Versorgung durch Friedensdorf International nach Deutschland kommen. Die fünf Mädchen und Jungen leiden zum Teil unter den Folgen schwerer Verbrennungen, die sie in ihrer Bewegungsfähigkeit einschränken. Die Ärzte in ihrer Heimat sind an ihre Grenzen gestoßen. Nun leben sie für einige Monate im Friedensdorf und werden in Kliniken in ganz Deutschland medizinisch behandelt.

Einige der Kinder sind nicht zum ersten Mal im Friedensdorf, sondern erneut nach Oberhausen gekommen, um Ihre Behandlungen fortzusetzen. Obaidullo (Name geändert) ist bereits zum vierten Mal in Oberhausen. Die Fehlstellung seiner Beine musste in Deutschland korrigiert werden. Nun steht die Entfernung der eingesetzten Metallplatten an. Der dafür notwendige Eingriff wird voraussichtlich im neugebauten Medizin-Zentrum des Friedensdorfes durchgeführt werden, so dass Obaidullo für diese Operation nicht in ein Krankenhaus muss.

„Endlich nach Hause!“ ging es für den neunjährigen Safiolloh (Name geändert), der im Februar ebenfalls mit einer schweren angeborenen Fehlstellung der Beine ins Friedensdorf gekommen war. Dem Jungen, der seit seiner Geburt nicht laufen und sich nur mit Hilfe seiner Hände auf dem Boden fortbewegen konnte, mussten beide Unterschenkel amputiert werden. Im Anschluss an die Amputation wurden ihm Prothesen angefertigt und durch monatelange Physiotherapie kann er nun zum ersten Mal in seinem Leben selbstständig laufen. Mit einem hoffnungsvollen Lächeln im Gesicht, stieg er ins Flugzeug, welches ihn zurück in seine Heimat nach Tadschikistan brachte. Mit der neu gewonnenen Selbstständigkeit ist es für Safiolloh nun möglich, unbeschwert mit anderen Kindern zu spielen, zu tanzen und zu toben. Auch für sein weiteres Leben ermöglichen die Beinprothesen dem Jungen eine bessere Lebensqualität und eine Zukunftsperspektive.

„Nach einer langen Zeit, in der es, aufgrund der pandemischen Lage, nicht möglich gewesen ist, Hilfsflüge durchzuführen und Kinder zur medizinischen Behandlung nach Deutschland zu bringen, konnten wir nun unsere Hilfe für Kinder in Tadschikistan wieder aufnehmen. Wir hoffen im nächsten Jahr wieder nach Tadschikistan fliegen zu können, um dort Kinder auszuwählen, denen im Rahmen unserer Einzelfallhilfe in Deutschland geholfen werden kann“, berichtet Friedensdorf-Leiterin Birgit Stifter.

Neben der Einzelfallhilfe leistet das Friedensdorf auch weitere Hilfe in Tadschikistan, so zum Beispiel durch die Paketaktion „Hilfe wird gepackt“, mit der dringend benötigte Hilfsgüter und Lebensmittel an die ärmsten Teile der tadschikischen Bevölkerung verteilt werden. Die Pakete wurden in Deutschland von Spendern gepackt und sind durch die Friedensdorf-Partnerorganisation „Dechkadai Sulh Derewnja Mira“ in Tadschikistan verteilt worden.

Dringend Hilfe benötigt

In Tadschikistan wird Hilfe dringend benötigt – Das Land gehört zu den ärmsten Regionen Zentralasiens, große Teile der Bevölkerung sind von der örtlichen Landwirtschaft abhängig und sind im Winter von Armut und Hunger betroffen, da Lebensmittel oft teuer importiert werden müssen. Durch die weltweite Corona-Pandemie und massiv gestiegene Arbeitslosigkeit breitet sich die Armut nun auch in der Mittelschicht aus. Besonders betroffen von der wachsenden Armut sind die Kinder, die dadurch oft unter Mangelernährung leiden.

Das Friedensdorf wird auch in Zukunft gemeinsam mit seiner Partnerorganisation „Dechkadai Sulh Derewnja Mira“ Hilfe für Kinder in Tadschikistan leisten und will sie im nächsten Jahr fortsetzen.

Autor:

Karin Dubbert aus Oberhausen

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