Eigenverwaltungsverfahren soll aus der Krise helfen
KKO hat Insolvenz angemeldet

Das Katholische Klinikum Oberhausen (KKO) mit seinen Häusern St. Clemens-, St. Marien- und St. Josef-Hospital hat ein so genanntes Eigenverwaltungsverfahren beantragt, ein gängiger Vorgang in einem Insolvenzverfahren.

Damit nimmt das Klinikum, das neben den drei Standorten noch zusätzlich über drei Altenheime, vier Pflegedienste und drei Hospize verfügt, die Chance einer umfassenden und gesetzlich geschützten Neuausrichtung wahr. Der Schritt ist notwendig geworden, weil die wirtschaftlichen Herausforderungen für das KKO immer größer geworden sind.
Gleichzeitig wurde der finanzielle Spielraum immer enger, um Restrukturierungsmaßnahmen aus eigener Kraft einzuleiten und durchzuführen. Die gesetzlich geschützte Chance, ein Eigenverwaltungsverfahren durchzuführen, bekommen nur Unternehmen, die nachweisen können, dass eine solche Restrukturierung zukunftsfähig ist. Um die Neuausrichtung durchzuführen, wurden zusätzlich zu Geschäftsführer Michael Boos zwei sehr erfahrene Krankenhaus-Experten vom Aufsichtsrat zu Geschäftsführern der KKO bestellt: Dr. med. Reinhard Wichels, Gründer der WMC Heatlthcare GmbH und Christian Eckert (Partner bei WMC). Ihnen stehen Dr. Christoph Niering sowie André Dobiey von der Kanzlei „Niering Stock Tömp“ (NST) zu Seite, die als Generalbevollmächtigte ernannt wurden. Komplettiert wird das Führungsteam durch einen unabhängigen Sachwalter, der vom Amtsgericht bestellt werden wird.

Mitarbeiter sind informiert

Im Moment sind Löhne und Gehälter sicher, ebenso geht der Betrieb aller Einrichtungen unverändert weiter. So zumindest ist es in einer Pressemitteilung formuliert. Die 2370 Mitarbeiter des KKO sind bereits über das Eigenverwaltungsverfahren informiert worden. Das erweiterte Führungsteam betonte, dass die Versorgung der Patienten und Bewohner ebenfalls uneingeschränkt weitergehe, da alle rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vorhanden seien.
Die neue Geschäftsführung wird nun in den kommenden Wochen in enger Abstimmung mit den Gläubigern, Aufsichtsgremien und der Mitarbeitervertretung einen Restrukturierungsplan erarbeiten.
„Das KKO hat definitiv die Chance, sich zukunftsfähig aufzustellen. Wie genau die Zukunft aussehen wird – auch mit Blick auf die umliegenden Mitbewerber – das werden wir nun mit aller gebotenen Geschwindigkeit, trotzdem respektvoll, mit ruhiger Hand und klarer Analyse erarbeiten“, skizzierte Dr. Reinhard Wichels die kommenden Wochen. Dabei sei die Rückendeckung durch Träger und Politik besonders für die Beschäftigten ein wichtiges Zeichen. „Das KKO ist ein christlich geprägter Verbund und dieser Haltung fühlen wir uns auch und gerade in der Phase der Neuausrichtung verpflichtet“, betonte Generalbevollmächtigter Dr. Christoph Niering. „Der eingeschlagene Weg wird schwierig, aber wir wissen, dass wir Kraft und Vermögen haben, um diesen Weg zu gehen – für das KKO, die Beschäftigten und nicht zuletzt für die vielen Menschen, die sich uns anvertraut haben und weiter anvertrauen werden.“
In der Restrukturierungsphase werden die Beschäftigten von der Eigenverwaltung transparent und konsequent über eingeleitete Maßnahmen informiert. „Das Verfahren ist in erster Linie ein Gesundungsprozess und damit eine einmalige Chance, um Projekte umzusetzen und Strukturen zu etablieren, für die wir ohne den Schutz dieses Verfahrens niemals genügend Zeit und Mittel bekommen hätten“, so Geschäftsführer Michael Boos.

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