Roboterjunge wird zum Menschen
Neues Weihnachtsstück des Schauspielhauses hat am 16. November Premiere

Mercy Dorcas Otieno (v.l.), Franziska Dittert und Jost Grix mit dem Roboterjungen.
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  • Mercy Dorcas Otieno (v.l.), Franziska Dittert und Jost Grix mit dem Roboterjungen.
  • Foto: Björn Hickmann / stagepicture
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Woraus würde die Holzfigur Pinocchio heute bestehen? Diese Frage stellte sich die britische Regisseurin Sue Buckmaster und kam zu dem Schluss, dass er von internationalen Neurowissenschaftlern erschaffen würde. Auf dieser Basis schuf sie mit dem britischen Dramatiker Jimmy Osborne das Theaterstück „Die unglaubliche Geschichte vom kleinen Roboterjungen“. Das Stück für die ganze Familie wird am Samstag, 16. November, im Schauspielhaus uraufgeführt.

Was macht den Menschen menschlich? Wann wird eine künstliche Intelligenz wie der Roboterjunge menschlich? Welche Auswirkungen hat dies auf die Wissenschaft? Mit diesen Fragestellungen setzte sich Buckmaster auseinander. „Das Stück ist sehr philosophisch und existentiell“, erläutert die Regisseurin, die in der Vergangenheit drei Kinder- und Familienstücke für die Ruhrtriennale inszeniert hat. Etwa sechs Jahre dauert es, bis ein Stück auf die Bühne kommt. „Ich studiere ein ernstes Thema für drei Jahre. Dann arbeite ich drei Jahre daran, es für Kinder zugänglich zu machen.“
Das Weihnachtsstück des Schauspielhauses zu präsentieren sei eine große Ehre, so Sue Buckmaster. Ihren Zuschauern verspricht sie eine „magische Familienproduktion“. Hingucker wird sicherlich der Roboterjunge sein, der wie alle Roboter grau ist, aber dessen Umwelt immer bunter wird. Für sein Design zeichnet mit Stitches and Glue ein Unternehmen verantwortlich, das auch für internationale Kinohits Figuren entwirft.

Schauspielertheater

Die Inszenierung sei aber Schauspielertheater, in das nur eine Puppe integriert werde, betont die Regisseurin. Als Darsteller sind William Bartley Cooper, Jost Grix, Mercy Dorcas Otieno, Johanna Wieking und Jing Xiang auf der Bühne zu erleben. Ergänzt werden sie um die Puppenspieler Franziska Dittrich und Markus Schabbing, die den Roboterjungen gemeinsam mit Jing Xiang zum Leben erwecken werden. „Dazu muss man ein tolles Team sein und einen Atem entwickeln“, beschreibt Dittrich den intensiven Probenprozess.
Daneben verspricht die Aufführung ein topmodernes Labor als Bühnenbild sowie eine musikalische Untermalung, die den Humor und die Emotionalität des Stücks verstärken soll.

„Es gibt Sprache, aber das Stück kann auch ohne Sprache verstanden werden.“

Das Stück „Die unglaubliche Geschichte vom kleinen Roboterjungen“ ist für Kinder ab sechs Jahre geeignet. „Für jüngere Kinder ist es zu lang“, erläutert Sue Buckmaster. 80 Minuten wird die Inszenierung dauern, die sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprechen soll. „Es gibt Sprache, aber das Stück kann auch ohne Sprache verstanden werden“, so die Regisseurin.
Der Roboterjunge spricht nicht. „Aber das macht die Figur umso stärker, denn dadurch sprechen die Erwachsenen über ihn“, sagt Buckmaster. „Am Ende kontrolliert er die Erwachsenen.“
Im vergangenen Winter war „Alle Jahre wieder“, das erste Weihnachtsstück unter der Intendanz von Johan Simons, umstritten. Vor allem, weil es eine Stückentwicklung ohne durchgehende Handlung war, stand es in der Kritik. Als zugänglicher schätzt Cathrin Rose, Leiterin des Jungen Schauspielhauses, die Geschichte des Roboterjungen ein, aber das Stück sei keine Reaktion auf die Kritik. „Beide Stücke standen schon immer im Doppelpack fest“, so Rose.

Weitere Aufführungen

Die Premiere des Stücks „Die unglaubliche Geschichte vom kleinen Roboterjungen“ ist am Samstag, 16. November, um 16 Uhr im Schauspielhaus. Weitere Aufführungen gibt es am 17. November (16 Uhr), 24. November (12 und 16 Uhr), 1. Dezember (16 Uhr), 8. Dezember (11 Uhr), 15., 22., 25. Dezember (jeweils 16 Uhr) sowie am 29. Dezember (17 Uhr). Karten können unter Tel. 33335555 bestellt werden.

Mercy Dorcas Otieno (v.l.), Franziska Dittert und Jost Grix mit dem Roboterjungen.
Puppenspielerin Franziska Dittert mit dem Roboterjungen.
Autor:

Vera Demuth aus Stadtspiegel Bochum / Wattenscheid

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