Händler sind besorgt, Bürgerbegehren gestartet, Grüne rudern zurück
Streit um Bebel-Platz

Die Gewerbetreibenden des August-Bebel-Platzes brachten deutlich sichtbar zum Ausdruck, was sie von den aktuellen Plänen halten.  Foto: Peter Mohr
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"Wir sehen unsere Existenz gefährdet", so der Tenor vieler Einzelhändler am August-Bebel-Platz, die sich massiv gegen die verabschiedeten Pläne zur Einrichtung einer weitestgehend autofreien Zone im Herzen Wattenscheids ausgesprochen haben.

Über die Notwendigkeit einer Umgestaltung des Platzes herrscht große Einigkeit. Aber bei der Konkretisierung treffen inzwischen "Welten" aufeinander.
SPD und Grüne sowie der parteilose Bernd Heider hatten sich in der Wattenscheider Bezirksvertretung für eine "Auto-Sperrzone" rund um den Platz ausgesprochen. Nur Busse, Bahnen, Anlieger und Radfahrer sollen demnach künftig über den Platz fahren dürfen.
Gegen diese Pläne hat sich in der Wattenscheider Bevölkerung und vor allem auch in der Kaufmannschaft heftiger Protest formiert. Wolfgang Dressler, Hans Hennecke und Marc Westerhoff haben ein Bürgerbegehren initiiert, für das sie 3.500 Unterschriften benötigen.
Rückenwind erhalten die Gegner auch von CDU und UWG: Freie Bürger. Die Christdemokraten befürchten einen Verkehrskollaps auf den Nebenstraßen rund um den Platz. Viele dieser Straßen sind momentan schon hoffnungslos verstopft. Flächen für eine Verbreiterung dieser Straßen stehen durch die enge Bebauung kaum zur Verfügung.
In diesen Tagen beginnt der Umbau des großen Rewe-Marktes an der Hochstraße. Sechs Millionen Euro investiert Reinhard Mokanski in die Umgestaltung. Kürzlich hat er von der Stadt die Genehmigung für die Parkplatz-Zufahrten von der Hochstraße erhalten. "Ich kann das nicht verstehen. Wenn dort kein Durchgangsverkehr mehr fließen darf, hätten wir ganz anders geplant", zeigt sich Mokanski wenig erfreut über die angedachte Umwandlung der Hochstraße in eine autofreie Zone.
Viele Einzelhändler in diesem Areal leben von der schnellen Erreichbarkeit und den vorhandenen Parkplätzen.
"Die Diskussion über den motorisierten Individualverkehr in Wattenscheid darf nicht ideologisch geführt werden, sondern sollte an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sein", erklärte Hans- Josef Winkler von der UWG: Freie Bürger.
Die SPD beharrt vor allem auf städtebaulichen Aspekten. Der Fraktionsvorsitzende Wolfgang Rohmann erklärt: "Deutlich über fünfzig Prozent des Platzes sind durch Fahrbahnen belegt. Sechs Ampelanlagen mit Fußgängerüberwegen, Bordsteinen und Sperrgittern zerschneiden den Platz in zwei Teile, dessen Überquerung meist mehrere Minuten in Anspruch nimmt." Rohmann hält auch den Einwand der Händler für "nicht nachvollziehbar".
Die Grünen, Koalitionspartner der SPD in der Wattenscheider Bezirksvertretung, scheinen inzwischen eine Kompromisslösung zu favorisieren: „Der autofreie August-Bebel-Platz mit einer zusätzlichen Bebauung auf dem heutigen Parkplatz war von uns nie gewollt. Auch wir Grüne wollen eine Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs auf dem Platz, aber eine ganz autofreie Lösung geht meiner Meinung nach sehr zu Lasten kleinerer Straßen. Die Mehrbelastungen für die Propst-Hellmich-Promenade und die Swidbertstraße sowie Teile der Voedestraße sind nicht zu vernachlässigen. Wir brauchen ein Gesamtverkehrskonzept für die Wattenscheider Innenstadt", so Sebastian Pewny.

Die Gewerbetreibenden des August-Bebel-Platzes brachten deutlich sichtbar zum Ausdruck, was sie von den aktuellen Plänen halten.  Foto: Peter Mohr
Reinhard Mokanski, Roland Gase (Bogasero), Michaela Dittmann und Marco Ostermann (beide Derpart Reisebüro) sprachen sich gegen den verkehrsfreien Bebel-Platz aus.  Foto: Peter Mohr
Autor:

Peter Mohr aus Wattenscheid

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