Mit Herzblut dabei
Heute ist "Tag der Pflege"

Margret Kolbrink und Maximilian Putzmann bei ihrer täglichen Arbeit im evangelischen Krankenhaus Wesel (EVK).
  • Margret Kolbrink und Maximilian Putzmann bei ihrer täglichen Arbeit im evangelischen Krankenhaus Wesel (EVK).

  • Foto: EVK Wesel
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In Deutschland arbeiten laut Statistischem Bundesamt 1,15 Millionen Menschen in der Pflege. Diese „Alltagshelden“, wie die Diakonie Deutschland sie anlässlich des heute stattfindenden Internationalen Tages der Pflege würdigend nennt, versorgen Kranke und Alte in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ambulant Zuhause. Viele Pflegekräfte sind seit Jahren mit Herz und Seele bei der Arbeit.

Auch im Evangelischen Krankenhaus Wesel arbeiten solche „Urgesteine“. Margret Kolbrink ist eine von ihnen.
Den Internationalen Tag der Pflege (12. Mai) nutzt deshalb auch Michael Nühlen immer wieder gerne, um sich bei allen Pflegenden für deren wertvolle Arbeit und Engagement zu bedanken. „Wenn wir wollen, dass Pflege ein attraktiver Beruf bleibt, müssen wir uns weiterhin für gute Ausbildung- und Rahmenbedingungen im Land einsetzen“, betont der Pflegedienstleiter des Evangelischen Krankenhauses Wesel.

Hohe Ansprüche an Pflegepersonal

Denn die Ansprüche an die Krankenschwestern und -pfleger sind sehr hoch. „Eine examinierte Pflegekraft muss über ein spezialisiertes Fachwissen verfügen, das sie befähigt, in jeder Situation professionell und empathisch zu handeln und den Kranken ganzheitlich und adäquat zu versorgen“, weiß Margret Kolbrink, die seit über vierzig Jahren im EVK Wesel pflegt. Das Arbeiten in einem Team, das sich fast wie eine Familie anfühlt und Rückhalt gibt, erleichtern der Krankenschwester und ihren Kollegen die mitunter doch sehr belastende Arbeit auf der Station. „Ich trete bei meiner Arbeit täglich in mehr oder weniger enge Beziehung mit den Patienten und versuche, individuell auf deren Bedürfnisse einzugehen“, erzählt die erfahrene Pflegerin.

Engagement prägt den Menschen

So viel Engagement prägt den Menschen in seiner Gesamtheit, und bereichert nicht nur unmittelbar die Situation des Erkrankten, sondern auch das Leben des Pflegenden. Dass es sich dabei um mehr handelt als nur um Hände halten, versteht sich von selbst. Professionelle Pflege ist eine Arbeit am Menschen, die viele Facetten abdecken muss. Entsprechend braucht es dafür ein buntes Potpourri an Fähigkeiten und Kompetenzen sowie medizinisches Wissen, damit man der täglichen Belastung Stand halten kann. „Als Pflegekraft bist du gewissermaßen der Anwalt der Patienten, dem viel Verantwortung für dessen Leben übertragen wird“, kommentiert denn auch Schwester Margret, die ihren Traumberuf mehr als Berufung denn als Job sieht und diesen mit ganz viel Herzblut ausübt. Es braucht neben einer guten Antenne für das Gegenüber sowie einer großen Portion Feingefühl, auch eine stabile mentale und physische Konfiguration, um trotz der täglichen Herausforderungen bei anstrengender Arbeit über Jahre hinweg am Ball zu bleiben. In Zeiten von Arbeitsverdichtung durch kürzere Verweildauern und steigende Fallzahlen, gehen Pflegeprofis durchaus auch mal gestresst in den Feierabend.

Jammern gibt's nicht

Aber jammern ist den meisten genauso fremd wie Frust oder Demotivation. Im Gegenteil. Die meisten sind auch nach vielen Jahren immer noch mit großem Engagement dabei. „Ganz besonders toll finde ich es übrigens, dass unsere Profession mittlerweile deutlich männlicher wird“, schwärmt Schwester Margret über das Quantum mehr an Manpower. Dies, so glaubt sie, ist sicherlich auf unterschiedliche Faktoren zurück zu führen. Zum einen, weil die Technisierung in vielen Bereichen zugenommen hat, zum anderen, weil die Ausbildungsvergütung lukrativ ist und die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten sowie die Karrierechancen in der Pflege enorm gut sind. Zudem genießen Pflegende ein sehr gutes Ansehen in der Bevölkerung.

Neue Zielgruppen werden angesprochen

Aber auch die Akademisierung der Pflege lockt neue junge Zielgruppen an. Abiturienten sehen darin viel Potenzial. Generell kann man sagen, dass dieser Dienstleistungssektor im Gesundheitswesen momentan faktisch nicht nur eine Beschäftigungsgarantie bietet, sondern zudem auch einen modernen Arbeitsplatz. Denn Automatisierung, Digitalisierung und Informationstechnologie haben auch im Krankenhaus bereits Einzug gehalten. Entsprechend werden hier selbstbewusste Fachkräfte gebraucht, die über vielerlei Kompetenzen verfügen. „Genau das ist es, was mich daran reizt“, bestätigt auch Maximilian Putzmann. Der 20-jährige arbeitete als „Bufdi“ auf der Station und konnte dabei schon gute Einblicke gewinnen. „Eigentlich ist es ein astreiner Beruf, der alles bietet“, zieht der junge Weseler sein persönliches Fazit aus den wenigen Wochen Dienst vor Ort.

Ausbildung im April begonnen

Im April hat er nun eine dreijährige Ausbildung zum Krankenpfleger begonnen. Wohin ihn sein persönlicher Werdegang im Anschluss führen wird, gilt abzuwarten beziehungsweise zu verfolgen. Eines jedoch ist sicher: er wird als Pfleger mutig und zuversichtlich Gutes tun für die Gesellschaft, und er wird im Laufe seines Berufslebens viele Hände halten, denn auch das gehört nun mal einfach dazu. Aber daran ist auch nichts schlecht, denn die vermeintlich kleinen Dinge sind es manchmal, die durchaus Großes bewirken können. „Und das wird der Kollege Roboter auch nie für mich übernehmen können“, ist sich der junge Mann sicher.

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