Bochumer Polizei zieht völlig abgewrackten Kleinlaster aus dem Verkehr
Kaum noch Bremsleistung

Schon auf den ersten Blick marode: der stillgelegte Transporter.
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  • Schon auf den ersten Blick marode: der stillgelegte Transporter.
  • Foto: Polizei Bochum
  • hochgeladen von Petra Vesper

"Wer bremst, verliert!" Solche Aufkleber befanden sich in den 90er Jahren nicht selten an den Heckscheiben getunter Autos. Wer nicht bremsen kann, der verliert aber auch - nämlich seine Zulassung! So geschehen am Montag, 3. Juni, auf der Universitätsstraße in Bochum.
Dort fiel Polizeibeamten der Verkehrsdienstgruppe 1 ein augenscheinlich völlig abgewrackter Kleintransporter auf. Das Fahrzeug wurde nur noch durch Klebeband zusammengehalten, klapperte an allen Teilen und machte durch "merkwürdige" Motorgeräusche auf sich aufmerksam.
Der 40-jährige Fahrzeugbesitzer gab zu verstehen, dass der Lieferwagen ja noch ein Jahr TÜV hätte, er aber trotzdem mal über eine Fahrt in die Werkstatt nachdenken würde.
Die nächste Fahrt an diesem Montag ging dann aber auf das Betriebsgelände eines unabhängigen Prüfingenieurs.Durch die extreme Durchrostung konnte der Klein-Lkw gar nicht an den eigentlich vorgesehenen Stellen auf der Hebebühne angehoben werden.

Was anschließend festgestellt wurde, kann man einfach nur als lebensgefährlich bezeichnen:

  • Die Bremsleistung betrug im günstigsten Fall nur noch zehn Prozent
  • - und das auch nur auf einer Achse. Die Handbremse funktionierte gar nicht, der Dieselpartikelfilter war ausgebaut.
  • Alle Fahrzeugteile waren komplett durchgerostet, der gebrochene Rahmen laienhaft geschweißt. Schweller und Türen wurden, damit sie überhaupt noch zusammenhalten, mit Bauschaum ausgespritzt. Den restlichen Halt gab schwarze Farbe.
  • Die Hauptbremsleitung war so gut wie durchgescheuert und die Radaufhängungen derart ausgeschlagen, so dass die Räder, die ebenfalls über erhebliche Mängel verfügten, drohten, umzuknicken.

Der Fahrer gab kleinlaut zu, dass er schon bemerkt hätte, dass der Transporter nicht mehr so richtig bremsen würde.
Die Schäden waren dermaßen alt, dass der Verdacht besteht, dass bei der Hauptuntersuchung vor einem Jahr "geschummelt" und die Plakette bis 4/2020 zu Unrecht erteilt worden ist. Ein gesondertes Ermittlungsverfahren dazu wurde eingeleitet.
Noch vor Ort wurde das Fahrzeug über das Bochumer Straßenverkehrsamt zwangsstillgelegt.

Schon auf den ersten Blick marode: der stillgelegte Transporter.
Vollkommen durchgerostet zeigte sich das Fahrzeug auf der Hebebühne.

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