Langendreer und Werne unterm Hakenkreuz

So präsentiert sich das Amalia-Gelände heute. Die Benzolfabrik wurde schon 1890 eröffnet, während des Krieges wurde hier Benzin für die Luftwaffe hergestellt. Obwohl im Krieg stark zerstört, waren die chemischen Werke bis 1968 in Betrieb. Foto: Archiv
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Blick in die Geschichte ist auch ein Beitrag zur aktuellen Diskussion

Das Heft beschäftigt sich mit der Geschichte des Bochumer Ostens - doch entstanden ist es aus einem aktuellen Anlass: den verstärkten neonazistischen Aktivitäten in Langendreer in den letzten Jahren. Die VVN - Bund der Antifaschisten und Antifaschistinnen - hat ein neues Heft in der „Schriftenreihe zur antifaschistischen Geschichte Bochums“ heraus gegeben.

Die Schrift beleuchtet die Zeit von 1933-1945. Am Beispiel des Bochumer Ostens wird Naziterror, Widerstand, Krieg und Zwangsarbeit dargestellt, Orte, Täter, Opfer und Widerstandskämpfer benannt und zahlreiche Fotos und Dokumente wiedergegeben. Autor ist Günter Gleising, stellvertretender Vorsitzender der VVN, der bereits zahlreiche Arbeiten zur Geschichte der Arbeiterbewegung und des Faschismus veröffentlicht hat.
In der Schrift wird geschildert, wie in den beiden typischen Industriestadtteilen die Nazis an die Macht kamen und diese auch ausübten. Eindrucksvoll wird dargestellt, wie im Jahr 1933, ausgehend von der SA-Unterkunft in der stillgelegten Ziegelei Nieder-Westermann, Angehörige der Arbeiterbewegung und Juden von Nazis drangsaliert, misshandelt und gefoltert wurden.
Breiten Raum nimmt der Widerstand ein - sowohl von Angehörigen der Arbeiterbewegung als auch der christliche Widerstand. „Vom Boykott zur Deportation“ lautet das Kapitel, das sich mit der Verfolgung und der Opfer der Shoah befasst.
Langendreer und Werne wurde in den 1930er Jahren zum Zentrum der Rüstungsproduktion und der Kriegsvorbereitung. Herausragend dabei die Bombenfabrik des Bochumer Vereins auf dem Gelände der früheren Westfälischen Drahtwerke in Langendreer mit 1600 Beschäftigten. In den chemischen Werken Amalia wurde hochoktaniges Benzin für die Luftwaffe hergestellt sowie ungarisches und rumänisches Erdöl aus eroberten Gebieten verarbeitet. Der Güterbahnhof Langendreer wurde zur Drehscheibe des Kohletransports und des Versandes von Rüstungsgütern.
In dem Heft wird nicht nur deutlich gemacht, was der Kriegsausbruch für die Menschen in Langendreer und Werne bedeutete, sondern auch der Aspekt der Zwangsarbeit im Bochumer Osten. 18 Zwangsarbeiterlager gab es in Langendreer und Werne - Berichte ehemaliger Insassen machen die Schilderung lebendig.
Die Schrift endet mit dem Kapitel „Befreiung von Faschismus und Krieg“ sowie der Darstellung zweier Lebensläufe - dem Nazi Paul Nieder-Westermann aus Langendreer und dem Antifaschisten Robert Schreiber aus Werne.

INFORMATION:
Günter Gleising: Langendreer und Werne unterm Hakenkreuz - Naziterror, Widerstand, Verfolgung und Krieg 1933 - 1945“
ISBN: 978-3-931999-18-6
60 Seiten, DIN A4
Weitere Infos:
www.ruhrecho.de

So präsentiert sich das Amalia-Gelände heute. Die Benzolfabrik wurde schon 1890 eröffnet, während des Krieges wurde hier Benzin für die Luftwaffe hergestellt. Obwohl im Krieg stark zerstört, waren die chemischen Werke bis 1968 in Betrieb. Foto: Archiv
Autor Günter Gleising

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