Frank Goosen startet neue Reihe "Westdeutscher Salon" in Bochum
Literatur? - Geht auch unterhaltsam!

Bei seinem neuen "Westdeutschen Salon" steht Frank Goosen mal nicht alleine auf der Bühne, sondern lädt Autoren ein.
  • Bei seinem neuen "Westdeutschen Salon" steht Frank Goosen mal nicht alleine auf der Bühne, sondern lädt Autoren ein.
  • Foto: Schwindt
  • hochgeladen von Petra Vesper

Der Untertitel ist Programm: "Lesen und Reden mit Frank Goosen und Gästen", so lautet er - und genau das passiert, wenn der Bochumer Autor und Kabarettist am Mittwoch, 12. Juni, um 19.30 Uhr zur Premiere seiner neuen literarischen Veranstaltungsreihe "Westdeutscher Salon" in die "Rotunde", Konrad-Adenauer-Platz 3, einlädt.
Ganz neu ist die Idee nicht: Rund drei Jahre lang hat Frank Goosen zuvor im Schauspielhaus die Reihe "Goosens neue Bücher" präsentiert - zuerst im Theater Unten, dann in den Kammerspielen. Mit dem Intendantenwechsel endete diese Kooperation.
Doch die literarische Reihe war ihm zu sehr ans Herz gewachsen, um sie einfach so aufzugeben: "Das Schöne daran ist, dass man vorher nie weiß, was passiert und welchen Verlauf der Abend nimmt. Ich bereite mich zwar auf meine Gäste vor, weiß im Vorfeld, worüber ich mit ihnen gerne reden will - aber man hat ja keinen Einfluss darauf, wie sich der Abend entwickelt. Das ist das Spannende. Auch weil diese Abende so völlig anders sind als meine Bühnenprogramme, liegt mir so viel daran. Hier habe ich Gäste - und die Interaktion mit ihnen ist etwas, was ich bei meinen Solo-Abenden natürlich nicht habe, deshalb genieße ich das sehr." Aktuell ist Frank Goosen mit seinem neuen Roman "Kein Wunder" unterwegs: "Am Ende des Jahres werde ich bestimmt 80, 90 Lesungen daraus gemacht haben - aber natürlich stehe ich da jedes Mal alleine auf der Bühne."
Wer das ein oder andere Mal bei "Goosens neuen Büchern" im Schauspielhaus zu Gast war, dem wird das Konzept des "Westdeutschen Salons" bekannt vorkommen: "Ich möchte Autoren und Bücher präsentieren, die nicht unbedingt in den Bestsellerlisten auftauchen und deshalb auch in der Öffentlichkeit nicht so präsent sind", erläutert Frank Goosen. "Damit möchte ich auch Autoren eine Chance geben, sich dem Publikum zu präsentieren, die vielleicht vorher noch nie live in Bochum zu erleben waren." Auch Sidekick Markus Henrik ist wieder dabei - inzwischen als "Dr. Pop" selbst ein gefragter Mann auf den Bühnen der Republik - und bringt eine musikalische Komponente ein. "Das tut der Sache sehr gut", ist Goosen überzeugt. Dennoch soll der "Westdeutsche Salon" im kleineren, intimeren Rahmen der "Rotunde" ein bisschen mehr "back to the roots" und abgespeckter daherkommen als zuletzt in den Kammerspielen. "Es stehen wieder ein bisschen mehr die Bücher und ihre Autoren im Mittelpunkt."
Angst vor einer staubtrockenen Veranstaltung im Stile eines "Literarischen Quartetts" muss aber dennoch niemand haben: "Ich bin kein Journalist - ich frage einfach, was mich tatsächlich interessiert. Und ich bin auch kein Kritiker - es geht mir nicht darum, Bücher zu zerreißen und ihren Verfassern ans Bein zu pinkeln." Klar also, dass er nur Autoren einlädt, deren Bücher ihm tatsächlich gefallen - und von denen er auch weiß, dass sie auf der Bühne was zu sagen haben. "Ich will Bücher vorstellen, die mir selbst Spaß gemacht haben - und dieser Spaß überträgt sich hoffentlich auch auf das Publikum."
Bei der Premiere am 12. Juni werden Berni Mayer und Vea Kaiser mit dabei sein. Mayer wird seinen Roman "Ein gemachter Mann" vorstellen: "Ich habe seine Krimi-Trilogie gelesen, die mir irrsinnig gut gefallen hat, gerade weil es überhaupt keine typischen Krimis sind." Vea Kaiser bringt ihren neuen Roman "Rückwärtswalzer" mit. "Sie habe ich bei einer gemeinsamen Veranstaltung kennen gelernt und mag sie sehr", berichtet Goosen.

Männer und Familie stehen im Mittelpunkt

Jeder Abend der Reihe soll unter einem Thema stehen - diesmal ist es das Thema Männer, Familie und wie man von ihnen erzählt. "Spannend ist auch, dass an diesem Abend dann fast drei verschiedene Generationen auf der Bühne stehen - Berni Mayer ist in den 70ern geboren und Vea Kaiser in den 80ern", so Goosen, selbst Jahrgang 1966. Und dass ganz nebenbei der Fußball am 12. Juni auch eine Rolle spielen dürfte, ist eine wundersame Fügung: Mayer steckt hinter dem Bundesliga-Podcast "Brennerpass" und die Österreicherin Kaiser ist bekennender Rapid-Wien-Fan. Beim nächsten Abend, der für November geplant ist, soll es um den 30. Jahrestag des Mauerfalls gehen - wer dann dabei sein wird, steht allerdings noch nicht fest.
Den Titel dieser Literaturgesprächsreihe, "Westdeutscher Salon", trägt Goosen schon 20 Jahre mit sich herum: "Er ist natürlich eine Anspielung auf die literarischen Salons des 19. Jahrhunderts, in denen nicht nur über Literatur, sondern auch über aktuelle gesellschaftsrelevante Themen diskutiert wurde", erläutert der Bochumer. "Aber gleichzeitig kommt meine Variante natürlich deutlich lockerer daher."
Im besten Falle, so Goosen, sei der "Westdeutsche Salon" ein Abend für Leute, die von sich sagen, dass sie eigentlich gar nicht viel lesen. Gerade dann komme es schließlich darauf an, ihnen eine Entscheidungshilfe im Literaturdschungel zu geben, eine Schneise ins Bücherdickicht zu schlagen und ihnen zu zeigen, dass die Kombination aus Literatur und Unterhaltung ganz wunderbar funktioniert. Denn eines ist für Frank Goosen ganz klar: "Es kommen keine schlechten Bücher vor!"

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