Künstlertreff WAT stellt in der Lutherkirche aus
Was Hunger, Flucht und Asyl bedeuten

Waldemar Mandzel gründete den Künstlertreff 2011. Im Hintergrund sind einige der ausgestellten Werke auf den Kirchenbänken zu sehen, ganz rechts ein Bild von Edith Tesar.
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  • Waldemar Mandzel gründete den Künstlertreff 2011. Im Hintergrund sind einige der ausgestellten Werke auf den Kirchenbänken zu sehen, ganz rechts ein Bild von Edith Tesar.
  • Foto: Georg Lukas
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Edith Tesar, Heidi Wehner, Waldemar Mandzel und Reinhard Eckwerth haben 40 ihrer meist farbigen Werke zum Thema "Hunger - Flucht - Asyl" zusammengestellt und wollen menschenverachtende Politik, Fremdenhass, Elend und Trauer der Geflüchteten entlarven beziehungsweise aufzeigen. Die Lyriker Werner Siepler und Ulrike Kappert-Eckwerth und der Musiker Kalle Müller setzen die Thematik in Wort und Klang um.

Von Sabine Beisken-Hengge

Als Ausstellungsort haben die Künstler um Gründer Waldemar Mandzel sich bewusst für einen Kirchenraum entschieden. Die teils großformatigen Zeichnungen, Acrylbilder, Fotos und Collagen sind ab heute Abend in der Lutherkirche in Dahlhausen zu sehen. "Kirche und Asyl gehören untrennbar zusammen. Zu allen Zeiten haben Menschen Zuflucht in Gotteshäusern gesucht", erklärt Waldemar Mandzel, der den Künstlertreff WAT 2011 gründete.
Seine Grafiken weisen mit Mitteln der karikaturistischen Überspitzung deutlich auf die teils menschenverachtenden Handlungsweisen europäischer Flüchtlingspolitik hin. Der Betrachter sieht aus dem Blickwinkel der Geflüchteten das "peinliche Theater" der EU-Abgeordneten, die in heftigen Streit geraten. Der Künstler stellt aber auch die zunehmende Machtlosigkeit der Exekutivgewalten dar.
Arbeitet der Karikaturist und Grafikdesigner mit eindeutigen Bildern, lässt Malerin Chistine Freyer dem Betrachter Raum für eigene Assoziationen.
Farben und Symbole wie das Pferd als Fluchttier oder weiße Rosen als Metapher für Reinheit und Unschuld. Blutiges Rot und flüchtende Gestalten sprechen allerdings eine klare Sprache und lösen beklemmende Gefühle aus.
Edith Tesar hingegen sagt von sich, sie sei im Künstlerbund für das Schöne und Posistive zuständig. Schützende Hände legen sich um ein liebliches Gesicht, ihre farbenfrohen Bilder und Collagen plädieren für Akzeptanz und Wertschätzung bunter Vielfalt.
Reiner Eckwerths ausgestellte Fotografien sind vor allem in Dubai entstanden, zeigen zum Beispiel "Seelenverkäufer" im Hafen, Schiffe, die ausgediente Reifen, Auto- und LKW-Teile nach Afrika transportieren, oder Menschen aller Couleur im Innenhof einer viel besuchten Mall. So zeigt der Rundgang entlang der Kunstwerke in der Kirche viele Facetten des brisanten Themas und regt zum Nachdenken und Perspektivwechsel an. Alle Fotos von Georg Lukas, Essen.

Ausstellungseröffnung
 Die Ausstellung wird am Samstag, 13. Juli, um 17 Uhr in der Lutherkirche, Dr.-C.-Otto-Straße 110, eröffnet.
 Landtagsabgeordneter Serdar Yüksel wird die Eröffnungsrede halten. Information

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