Gegen Abrissund Privatisierung

Rebecca Sirsch und Doris Betsch von der offenen Stadtversammlung sowie Aichard Hoffmann vom Mieterverein Bochum (v.l.) bei der Präsentation der Kampagne. Die Aktiven der offenen Stadtversammlung haben ein Architekturmodell der Bochumer Innenstadt gebaut, um an Infoständen mit Interessierten ins Gespräch zu kommen und anschaulich zu zeigen, was die Stadt aktuell plant. Foto: Offene Stadtversammlung
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  • Rebecca Sirsch und Doris Betsch von der offenen Stadtversammlung sowie Aichard Hoffmann vom Mieterverein Bochum (v.l.) bei der Präsentation der Kampagne. Die Aktiven der offenen Stadtversammlung haben ein Architekturmodell der Bochumer Innenstadt gebaut, um an Infoständen mit Interessierten ins Gespräch zu kommen und anschaulich zu zeigen, was die Stadt aktuell plant. Foto: Offene Stadtversammlung
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Offene Stadtversammlung will bei Innenstadt-Gestaltung mitreden

Planen Politik und Verwaltung den Umbau der Innenstadt an den Wünschen der Bochumerinnen und Bochumer vorbei? - Seit dem Frühjahr trifft sich in den Räumen des Mietervereins eine offene Stadtversammlung. Jetzt starten die Aktiven eine Unterschriftenkampagne.

Ziel dieser Kampagne: Sie will die Musikschule und das Gesundheitsamt als Gebäude erhalten und die Privatisierung der Innenstadt-Grundstücke verhindern.
Außerdem fordern die Akteure zusätzliche kulturelle und soziale Nutzungsmöglichkeiten für den Appolonia-Pfaus-Park sowie gemeinnützigen statt profitorientierten Wohnungsbau.
Das Motto der Kampagne lautet „Bochum: Deins, meins, unsers? Innenstadt gemeinsam gestalten!“. Die Aktiven reagieren damit auf den Plan der Stadt, das Bildungs- und Verwaltungszentrum (BVZ) und vielleicht sogar die Musikschule und das Gesundheitsamt abzureißen. Die bisherigen Beschlüsse fielen ohne jeglichen Partizipationsprozess.

Das Herzstück der Bochumer Innenstadt

„Es geht um ein Herzstück der Bochumer Innenstadt, das nicht an einen privaten Investor verkauft werden sollte“, sagt Rebecca Sirsch von der offenen Stadtversammlung. „In Bochum steigt das Mietpreisniveau, und aktuell trägt jedes private Neubauprojekt dazu bei. Wenn die Stadt dort nicht selbst bezahlbaren Wohnraum schaffen will, kann sie die Grundstücke auch nach dem Erbbaurecht an gemeinwohlorientierte Bauträger verpachten, zum Beispiel an Genossenschaften oder Wohnungsbauvereine. Aber öffentlichen Grund und Boden zu verkaufen, damit anschließend ein Investor damit Profit machen kann, das ist nicht im Interesse der Menschen in unserer Stadt.“
Weiter fordern die Aktiven, dass die Gebäude von Gesundheitsamt und Musikschule in ein neues Nutzungskonzept integriert werden. „Zusammen mit dem Bochumer Architekten Vincent Forster haben wir eine Begehung durchgeführt“, sagt Rebecca Sirsch. „Die Bausubstanz ist in gutem Zustand, ein Abriss wäre ökologisch und wirtschaftlich unsinnig. Die Gebäude können für eine gemischte Nutzung umgebaut werden, mit großen und kleinen Wohnungen, gemeinschaftlichen Treffpunkten und Räumen für Kultur.“ Außerdem sprechen sich die Aktiven für mehr öffentliche Räume in der Innenstadt und gegen eine Verkleinerung des Appolonia-Pfaus-Parks aus – denn eine grüne Lunge direkt in der City ist bedeutsam, ein Möglichkeitsraum für die Menschen dieser Stadt.
Bis zum 15. November sollen jetzt so viele Unterschriften gesammelt werden wie möglich. Unter anderem wollen die Aktiven mit Aktions- und Infoständen auf den kommenden Straßen- und Stadtteilfesten präsent sein.

Bewohner sollen mitreden können

„Die Listen werden aber auch im Mieterverein und an anderen Orten ausliegen“, sagt Rebecca Sirsch. „Und wer selbst mitsammeln will, kann sie sich bei uns abholen oder aus dem Internet ausdrucken. Außerdem laden wir herzlich dazu ein, bei der offenen Stadtversammlung vorbeizukommen. Denn darum geht es ja: Alle, die in der Bochumer Innenstadt wohnen oder die sie nutzen, sollen mitreden können, was mit ihr passiert!“ Die offene Stadtversammlung trifft sich jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat in den Räumen des Bochumer Mietervereins, Brückstraße 58. Alle Interessierten sind dazu eingeladen.

INFOS:

Das Netzwerk »Stadt für Alle« ist ein offener Zusammenschluss von stadtpolitisch interessierten Gruppen, Organisationen und Einzelpersonen. Es setzt sich für eine soziale, solidarische und ökologische Stadtentwicklung ein.
Die Unterschriftenliste findet sich zum Download im Internet unter: http://www.stadt-fuer-alle-bochum.net/unterschriften-kampagne/.
Die Unterschriftenliste muss bis zum 15. November entweder persönlich abgegeben oder zurückgesandt werden an die Adresse: Offene Stadtversammlung, c/o Mieterverein Bochum, Hattingen und Umgegend e.V., Brückstraße 58, 44787 Bochum.

Rebecca Sirsch und Doris Betsch von der offenen Stadtversammlung sowie Aichard Hoffmann vom Mieterverein Bochum (v.l.) bei der Präsentation der Kampagne. Die Aktiven der offenen Stadtversammlung haben ein Architekturmodell der Bochumer Innenstadt gebaut, um an Infoständen mit Interessierten ins Gespräch zu kommen und anschaulich zu zeigen, was die Stadt aktuell plant. Foto: Offene Stadtversammlung
Auch die Musikschule soll nach den Plänen der Stadt abgerissen werden - die Initiative will das verhindern. Archivfoto: Molatta

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