Für den ehemaligen Profi ist mit dem neuen Job ein Traum ein Erfüllung gegangen - Vertrag bis 2021
So will Thomas Reis als neuer Cheftrainer mit dem VfL Bochum raus aus dem Tabellenkeller: „Disziplin, Ordnung und Mut nach vorne“

Ex-Profi Thomas Reis ist ab sofort neuer Cheftrainer beim VfL Bochum. Foto: VfL
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Thomas Reis ist da – und mit dem neuen Trainer scheint beim VfL Bochum tatsächlich wieder so etwas wie Optimismus und Aufbruchstimmung einzuziehen. Der Ex-Profi geht die Arbeit mit einem klaren Plan ebenso an wie mit großer Vorfreude: „Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen.“

In 176 Spielen hat Thomas Reis das Bochumer Trikot getragen, ist drei Mal mit den Blau-Weißen aufgestiegen, zählt zu den UEFA-Cup-Helden von 1997. Später hat er als Coach im Nachwuchsbereich des VfL gearbeitet und war mehrfach Co-Trainer der Profis, bis es ihn 2016 zum Nachwuchs des VfL Wolfsburg zog. Jetzt kehrt er als Cheftrainer zu seinem Herzensklub zurück und macht aus dieser Tatsache auch gar keinen Hehl: „Ich freue mich, zurück in meiner Heimat und bei meinem Verein zu sein. Ich kenne hier jeden Stein. Mein Tram war es immer, hier verantwortlich für die erste Mannschaft tätig zu sein. Dafür habe ich auch zwölf Jahre gearbeitet.“

"Thomas kennt den Verein"

Genau diese Verbundenheit und Nähe zum Klub ist für Sebastian Schindzielorz ein wichtiger Grund, Thomas Reis als Nachfolger von Robin Dutt in der aktuell mal wieder sehr kritischen Situation zu installieren. Gespräche mit anderen Kandidaten habe es gar nicht erst gegeben, betont der Geschäftsführer Sport: „Wir brauchen jemanden, der viele Personen und Prozesse hier schon kennt. Thomas kennt den Verein, er passt zu unserer Philosophie. Er kennt die Bedeutung des Talentwerks, die Abläufe und Arbeitsweisen.“ Aber es gibt für Schindzielorz auch gute sportliche Argumente, warum der 45-Jährige genau der richtige Coach für die Profis ist: „Thomas ist ein bodenständiger Typ, der für harte Arbeit steht. Seine Mannschaften haben immer diszipliniert und geordnet gespielt, trotzdem erfolgreich nach vorne.“

Respekt und Loyalität

Das deckt sich exakt mit dem, was auch Thomas Reis selbst als Maxime seiner Spielphilosophie beschreibt: „Disziplin, Ordnung und Mut nach vorne.“ Kompakt soll die Mannschaft stehen, dafür „müssen wir eine positionsgetreue Verlässlichkeit auf den Platz bringen, so dass jeder weiß, was er zu tun hat. Und jeder muss für jeden da sein.“ Zugleich wolle man aber aktiv verteidigen und den Gegner zu Fehlern zwingen. „Wir wollen immer wieder Nadelstiche setzen und auch mutig nach vorne spielen.“ Mehr agieren als reagieren, lautet die Vorgabe. Zudem fordert Reis, der sich selbst als offenen Typ charakterisiert, viel Respekt und Loyalität untereinander ein. Und das sowohl auf als auch neben dem Platz: „Das gehört für mich dazu. Wenn ich das vorlebe, kann ich es auch von meinen Spielern verlangen.“

"Der VfL gehört nicht dahin, wo er steht"

Welches Potenzial aber sieht Thomas Reis in dem aktuellen Bochumer Kader, der in den ersten Saisonspielen doch erhebliche Mängel offenbart hat und den auch Robin Dutt zuletzt eher kritisch gesehen hat? „Der VfL gehört nicht dahin, wo er jetzt steht“, lässt der neue Trainer keinen Zweifel. „Wir wollen schnellstmöglich die Tabellenregionen verlassen, in denen wir uns jetzt befinden.“ Zugleich bleibt er aber auch ein stückweit demütig und betont: „Wichtig ist, dass man jetzt kleine Schritte macht. Alles andere wird man dann sehen.“ Er sei aber durchaus jemand, der „eine Mannschaft und einzelne Spieler entwickeln kann. Und auch erfahrene Spieler können sich noch entwickeln.“

Selbstvertrauen und klarer Plan

Was man für die angedachten kleinen Schritte braucht, ist Reis auch klar – nach den letzten Rückschlägen vor allem ein neues Selbstbewusstsein: „Es ist meine Aufgabe, der Mannschaft jetzt Selbstvertrauen einzuhauchen.“ Mentalität und Charakter seien vorhanden, das hätten nicht zuletzt die Aufholjagden gegen Bielefeld und Wiesbaden gezeigt. „Die Jungs sollen jetzt einen klaren Plan an die Hand bekommen, damit sie auf dem Platz auch wieder mehr Sicherheit bekommen.“

"Pessimisten zu Optimisten machen"

Mit Blick auf die nächste Partie gegen Dynamo Dresden am Sonntag setzt Thomas Reis auch auf den Faktor Fans – unabhängig davon, wie seine Verpflichtung dort aufgenommen wird: „Ich bin einer, der voran geht und sich nicht versteckt. Aber es geht jetzt nicht um mich, es geht um den VfL Bochum. Ich weiß, wie die Fans am Verein hängen. Wenn die Mannschaft mit Leidenschaft Fußball spielt, dann ist mir nicht bange.“ Und auch für die notorischen Skeptiker rund um die Castroper Straße hat der neue Mann auf der Bochumer Trainerbank die passenden Worte: „Es ist jetzt meine Aufgabe, die Pessimisten zu Optimisten zu machen!“

INFO:
• Der Vertrag von Thomas Reis als Cheftrainer ist bis zum 30.6.2021 datiert. Ob er auch für die 3. Liga gilt, wollte der VfL nicht verraten.
• Das Trainerteam rund um Co-Trainer Heiko Butscher, der zuletzt als Interimscoach eingesprungen war, bleibt auch unter Thomas Reis zunächst so zusammen.
• Eine Tür geöffnet hat Reis ein stückweit für den seit Saisonbeginn degradierten Stefano Celozzi: „Er ist Spieler, hat einen Vertrag und ich werde mich mit ihm zusammensetzen. Ich möchte immer sportliche Gründe über die Aufstellung entscheiden lassen.“

Autor:

Dietmar Nolte aus Dortmund-West

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