Petra Landers will in Sambia ein Mädchenfußballprojekt aufbauen

Die Mädchen, die aus der Hauptstadt Lusaka in das bislang einmal jährlich stattfindende Trainingscamp kommen, hören Petra Landers gespannt zu.
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"Kick it like Beckham" – so lautete der Titel einer Filmkomödie, in der sich ein englisches Mädchen mit indischen Wurzeln den Traum von der Fußballkarriere erfüllt. Englands ehemaligen Fußballstar David Beckham haben die Mädchen, die Petra Landers in Sambia betreut, zwar nicht zu ihrem Idol erhoben, Fußballspielen wollen aber auch sie – am liebsten wie Petra.

Petra Landers, als ehemalige Fußballnationalspielerin und Gründerin der Mädchenfußballabteilung des TuS Harpen Pionierin in Sachen Frauenfußball in Deutschland, hat ihn wiedergefunden: den ursprünglichen Fußball. Er wird auf Sportplätzen gespielt, die diesen Namen nicht verdient haben, mit Bällen, die kreativ zusammengeklebt werden, und in Outfits, die mit dem Standarddress hierzulande nichts zu tun haben. Entdeckt hat sie ihn in Sambia, einem der ärmsten Länder der Erde, in das sie im kommenden Jahr wieder reisen wird, um in der Hauptstadt Lusaka ein Mädchenfußballcamp zu betreuen.
Warum ausgerechnet Sambia? 2010 wurde Petra Landers in die Jury für "Discover Football" berufen. Ein weltweit wohl einmaliges Turnier, zu dem Frauenteams nach Berlin eingeladen werden, die sich nicht durch Punkte und Tore qualifizieren, sondern durch ihr gesellschaftliches Engagement. Mannschaften, für die Fußball Ausdruck von Freiheit und Emanzipation ist, die in ihren Ländern extreme politische Hürden überwinden müssen und für die Fußball weitaus mehr als Sport ist. "Das Projekt vernetzt fußballbegeisterte Frauen aus der ganzen Welt und bietet ihnen eine Plattform, auf der sie sich auch über ihre politischen und gesellschaftlichen Probleme abseits des Platzes austauschen können", erklärt Petra Landers die Intention von "Discover Football". Als vor sechs Jahren das Team aus Sambia auflief, hat es Petra Landers gepackt. „Ich hatte das Gefühl, das bin ich, als die Spielerinnen fröhlich singend und im Gleichschritt aufs Feld kamen.“
Für die Bochumerin stand fest: In dieses Land möchte ich, dort möchte ich meine Erfahrung als Fußballerin weitergeben. Und nach ihrer ersten Reise manifestierte sich der Wunsch, nicht nur einmal im Jahr ein Fußballcamp anzubieten, sondern ein nachhaltiges und langfristiges Projekt auf die Beine zu stellen. "Sambia ruft bei mir unbeschreibliche Gefühle hervor. Es ist, wie zu Hause zu sein." Dort, wo die Mädchen unter unzumutbaren Bedingungen dem Fußball nachjagen. "Auf öffentlichen Plätzen, auf denen Felsstücke herausragen oder tiefe Löcher zur Stolperfalle werden, und mit Fußballtoren, die mit ein paar Latten zusammengezimmert sind", beschreibt Petra Landers die Zustände vor Ort. "Ich liebe es, mit diesen Mädchen zu trainieren. Sie sind so dankbar, engagiert und mit dem Herzen bei der Sache, so etwas muss einfach gefördert werden."
Deshalb ist sie auf der Suche nach Partnern, die sie mit Trikotsätzen, Fußballschuhen oder Fußbällen unterstützt, die sie mit nach Sambia nehmen kann.
Bei der letzten Reise ist sie bereits einen Schritt auf ihrem Weg zur Verwirklichung des Projektes weitergekommen: Kontakte zur Politik ermöglichen ihr, im Norden des Landes ein Stück Land zu bekommen, auf der perspektivisch eine Mädchenfußballschule angesiedelt werden kann.

Wer weitere Informationen zu dem Projekt erfahren oder Petra Landers unterstützen möchte: Kontakt über p.landers@live.de.

Autor:

Andrea Schröder aus Bochum

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