Nach Investor-Kritik
Bürgermeister Rajko Kravanja: "Ich bin bereit, zu reden"

Bürgermeister Rajko Kravanja hat postwendend auf das offene Schreiben des Investors dreigrund reagiert. 
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Lange hüllte sich der Investor dreigrund development bezüglich des geplanten Projekts "Wohnen an der Emscher" in Schweigen. In dieser Woche brach er es und übte dabei deutliche Kritik an Bürgermeister Rajko Kravanja (https://www.lokalkompass.de/castrop-rauxel/c-wirtschaft/wohnen-an-der-emscher-investor-dreigrund-bricht-sein-schweigen_a1244085). Darauf reagiert der Bürgermeister wiederum wie folgt:

"Dass die Firma dreigrund nun ihr Schweigen beendet, ist zu begrüßen. Diese Gesprächsbereitschaft im öffentlichen Diskurs hätte ich mir bereits in der Vergangenheit gewünscht.

Weiterhin bekenne ich mich auch persönlich dazu, dass ich es im Zuge einer nachhaltigen Stadtentwicklung, die die Grünzüge im Außenbereich schützt, für richtig und unerlässlich halte, Wohnraum an dieser Stelle zu schaffen. Mit großer Mehrheit hat auch der Rat sich für eine Entwicklung als Wohnbaufläche ausgesprochen.

Dabei war in den politischen Prozessen und der politischen Abwägung immer klar, dass aus wirtschaftlichen Gründen das Baugebiet in der geplanten Art und Weise umgesetzt werden sollte, da es ansonsten – wie in den Jahren zuvor – zu keiner Umsetzung gekommen wäre. Insoweit ist das berechtigte Interesse eines Investors nachvollziehbar.

Nun gibt es das Angebot einer Gruppe, nicht nur das unmittelbare Gelände um die Eiche zu kaufen, sondern auch den Investor für den sonstigen Aufwand zu entschädigen. Das ist eine neue Situation und im Interesse aller einen Vermittlungsversuch wert, den ich auch weiterhin fortführen möchte.
Leider hat der Investor sein vorbereitetes Schreiben beim ersten Treffen zwischen den Beteiligten unter diesen neuen Rahmenbedingungen ohne die Besprechung von Ideen für mögliche Alternativen auf den Tisch gelegt.

Ich finde diese verpasste Gelegenheit des Dialogs schade, hoffe aber, dass in der Zukunft weitere Gespräche möglich sind, damit wir in Teilbereichen der Flächenentwicklung weiterkommen und die Familien, die bei uns wohnen möchten, eine zeitnahe Perspektive erhalten.

Als Bürgermeister bin ich der festen Überzeugung, dass ein Ausgleich der Interessen immer versucht werden sollte – selbst wenn es für den ein oder anderen bedeutet, über seinen Schatten zu springen.

In der Zukunft werden wir gerade bei längeren Prozessen auch über die schon bestehenden Möglichkeiten hinaus immer wieder die Ideen der Bürger in Bürgerwerkstätten mitnehmen, um sie für die politische Abwägung aufzubereiten – wie bereits im Baugebiet Dingen angestoßen.
Abwägungen sind niemals ein Erfüllen von Maximalforderungen, sondern ein Kompromiss. Dieser fängt jedoch bei der Bereitschaft zu reden an – ich bin dazu bereit."

Autor:

Lokalkompass Castrop-Rauxel aus Castrop-Rauxel

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